Man kann sich die Weiten und Möglichkeiten des Lebens gar nicht unerschöpflich genug denken. Kein Schicksal, keine Absage, keine Not ist einfach aussichtslos; irgendwo kann das härteste Gestrüpp es zu Blättern bringen, zu einer Blüte, zu einer Frucht. Und irgendwo in Gottes äußerster Vorsehung wird auch schon ein Insekt sein, das aus dieser Blüte Reichtum trägt, oder ein Hunger, dem diese Frucht willkommen ist. Und sollte sie bitter sein, so wird sie doch mindestens einem… weiterlesen

Die Hessische Landesregierung hat, wie angekündigt, die geltende Coronavirus-Schutzverordnung an die aktuellen Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) angepasst, nachdem Bundestag und Bundesrat die rechtlichen Voraussetzungen dafür geschaffen hatten. “Nachdem wir unsere Verordnung in der vergangenen Woche bereits verlängert hatten, war es uns nun wichtig, so schnell wie möglich die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz umzusetzen und damit Einheitlichkeit und Klarheit zu schaffen”, so Ministerpräsident Volker Bouffier. “Durch die Beschlüsse von Bundesrat und Bundestag sind die rechtlichen Voraussetzungen jetzt… weiterlesen

Wir sind ins Leben gesetzt, als in das Element, dem wir am meisten entsprechen, und wir sind überdies durch jahrtausendelange Anpassung diesem Leben so ähnlich geworden, dass wir, wenn wir stille halten, durch ein glückliches Mimikry von allem, was uns umgibt, kaum zu unterscheiden sind. Wir haben keinen Grund, gegen unsere Welt Misstrauen zu haben, denn sie ist nicht gegen uns. Hat sie Schrecken, so sind es unsere Schrecken, hat sie Abgründe, so gehören diese… weiterlesen

Hier begriff ich, daß man sein Leben so weit als möglich leben müsse, nicht dem Tage nach, sondern in die Tiefe. Daß man nicht das Nächste thun muß, wenn man fühlt, daß man am Übernächsten, am Fernen, am Entferntesten mehr Antheil hat. Daß man träumen darf, während andere retten, wenn diese Träume einem wirklicher sind als die Wirklichkeit und nothwendiger als Brot. Mit einem Wort: daß man die äußerste Möglichkeit, die man in sich trägt,… weiterlesen

Der Abend wechselt langsam die Gewänder,die ihm ein Rand von alten Bäumen hält;du schaust: und von dir scheiden sich die Länder,ein himmelfahrendes und eins, das fällt; und lassen dich, zu keinem ganz gehörend,nicht ganz so dunkel wie das Haus, das schweigt,nicht ganz so sicher Ewiges beschwörendwie das, was Stern wird jede Nacht und steigt – und lassen dir (unsäglich zu entwirrn)dein Leben bang und riesenhaft und reifend,so dass es, bald begrenzt und bald begreifend,abwechselnd Stein… weiterlesen

Wir sind ganz angstallein,haben nur an einander Halt,jedes Wort wird wie ein Waldvor unserm Wandern sein.Unser Wille ist nur der Wind,der uns drängt und dreht;weil wir selber die Sehnsucht sind,die in Blüten steht. Rainer Maria Rilke… weiterlesen

»Mein Lieber«, flüsterte er, »ich kann nicht bis morgen warten. Ich muß Abschied von dir nehmen, und zum Abschied muß ich dir noch alles sagen. Höre mir noch einen Augenblick zu. Ich wollte dir von der Mutter erzählen, und daß sie ihre Finger um mein Herz geschlossen hält. Es ist seit manchen Jahren mein liebster und geheimnisvollster Traum gewesen, eine Figur der Mutter zu machen, sie war mir das heiligste von allen Bildern, immer trug… weiterlesen

Komm du, du letzter, den ich anerkenne,heilloser Schmerz im leiblichen Geweb:wie ich im Geiste brannte, sieh, ich brennein dir; das Holz hat lange widerstrebt,der Flamme, die du loderst, zuzustimmen,nun aber nähr ich dich und brenn in dir.Mein hiesig Mildsein wird in deinem Grimmenein Grimm der Hölle nicht von hier.Ganz rein, ganz planlos frei von Zukunft stiegich auf des Leidens wirren Scheiterhaufen,so sicher nirgend Künftiges zu kaufenum dieses Herz, darin der Vorrat schwieg.Bin ich es noch,… weiterlesen

Nein: ein Turm soll sein aus meinem Herzenund ich selbst an seinen Rand gestellt:wo sonst nichts mehr ist, noch einmal Schmerzenund Unsäglichkeit, noch einmal Welt.Noch ein Ding allein im Übergroßen,welches dunkel wird und wieder licht,noch ein letztes, sehnendes Gesichtin das Nie-zu-Stillende verstoßen,noch ein äußerstes Gesicht aus Stein,willig seinen inneren Gewichten,das die Weiten, die es still vernichten,zwingen, immer seliger zu sein. Rainer Maria Rilke… weiterlesen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt weiter und weiter. Frankfurt weist die hessenweit mit Abstand höchste Inzidenz auf, Darmstadt, Fulda und Wiesbaden gelten ebenfalls schon als Hotspot. Nun werden auch in Offenbach die Regeln verschärft. Von Max Sprick Mit den Jahren steigern sich die Prüfungen, hat der große Goethe einst geschrieben – ohne zu wissen, dass er damit knapp zwei Jahrhunderte später auch die Situation in seiner Geburtstadt umreißen würde. Mit dem neuen Jahr steigert sich… weiterlesen