Nun die Sonne soll vollendenIhre längste, schönste Bahn,Wie sie zögert, sich zu wendenNach dem stillen Ozean!Ihrer Göttin JugendneigeFühlt die ahnende Natur,Und mir dünkt, bedeutsam schweigeRings die abendliche Flur. Nur die Wachtel, die sonst immerFrühe schmälend weckt den Tag,Schlägt dem überwachten SchimmerJetzt noch einen Weckeschlag;Und die Lerche steigt im SingenHochauf aus dem duft’gen Tal,Einen Blick noch zu erschwingenIn den schon versunknen Strahl. Ludwig Uhland… weiterlesen

Eine gewisse Einsamkeit scheint dem Gedeihen der höhern Sinne notwendig zu sein, und daher muß ein zu ausgebreiteter Umgang der Menschen miteinander manchen heiligen Keim ersticken und die Götter, die den unruhigen Tumult zerstreuender Gesellschaften und die Verhandlungen kleinlicher Angelegenheiten fliehen, verscheuchen. Novalis… weiterlesen

Du meine heilige Einsamkeit, du bist so reich und rein und weit wie ein erwachender Garten. Meine heilige Einsamkeit du halte die goldene Türe zu, vor denen die Wünsche warten.Rainer Maria Rilke… weiterlesen

Man muß nie verzweifeln, wenn einem etwas verlorengeht, ein Mensch oder eine Freude oder ein Glück; es kommt alles noch herrlicher wieder. Was abfallen muß, fällt ab; was zu uns gehört, bleibt bei uns, denn es geht alles nach Gesetzen vor sich, die größer als unsere Einsicht sind und mit denen wir nur scheinbar im Widerspruch stehen. Man muß in sich selber leben und an das ganze Leben denken, an alle seine Millionen Möglichkeiten. Weiten… weiterlesen

Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum.Dort wo die Kinder schläfern, heiß vom Hetzen,dort wo die Alten sich zu Abend setzen,und Herde glühn und hellen ihren Raum. Ich bin zu Hause zwischen Tag und Traum.Dort wo die Abendglocken klar verlangenund Mädchen, vom Verhallenden befangen,sich müde stützen auf den Brunnensaum. Und eine Linde ist mein Lieblingsbaum;und alle Sommer, welche in ihr schweigen,rühren sich wieder in den tausend Zweigenund wachen wieder zwischen Tag und Traum. Rainer… weiterlesen

Ich weiß freilich, daß Ungeduld unrecht tut an allen diesen Vorgängen und Verwandlungen, die sich im Dunkel, wie in Herzkammern, vollziehen; und in der Geduld liegt alles: Demut, Kraft und Maß. Aber das Leben geht und ist wie ein Tag, und wer geduldig sein wollte, der brauchte tausend solcher Tage, von denen vielleicht nicht einmal einer ihm gegeben ist. Rainer Maria Rilke… weiterlesen

Eine Sonnenfinsternis gibt es nicht alle Tage zu bestaunen. Das letzte Mal, dass in Deutschland zu sehen war, wie sich der Umriss des Mondes vor der Sonne abzeichnet, war vor mehr als sechs Jahren – am 20. März 2015. Heute war es für rund zwei Stunden wieder so weit: Der Neumond schob sich im Norden Deutschlands zu rund 20 Prozent und im Süden zu rund sechs Prozent vor die Sonne. In der Region Frankfurt betrug die Abdeckung ca. 11 Prozent… weiterlesen

Was ist alle gemachte Poesie in einer großen Stadt gegen die Schönheit eines Kornfeldes. Peter Rosegger… weiterlesen

Noch drei Minuten bis zum Countdown, dann wird die Show losgehenEr hat n bisschen weiche Knie und MagendrehenLichterflut, ein Menschenmeer zum Fürchten schönJa, den Erfinder höchster Coolness wollen sie sehen Jetzt fühlt er sich doch sehr allein; durch die Wolken geht sein BlickUnd er weiß genau Hermine und Gustav schaun zurückSie sind immer dabei und ausserdem kriegt er die Power von seiner Band50.000 Leute, doch es ist der einsamste MomentSpäter nach der Show, allein im… weiterlesen

Berlin – Gut ein Jahr nach dem Beginn der Corona-Pandemie haben die Spitzen des deutschen Staates und die Kirchen der fast 80.000 Toten gedacht und den Hinterbliebenen ihr Mitgefühl bekundet.Bei der zentralen Gedenkfeier rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zudem die Gesellschaft zum Zusammenhalt auf. «Lassen wir nicht zu, dass die Pandemie, die uns schon als Menschen auf Abstand zwingt, uns auch noch als Gesellschaft auseinandertreibt», sagte er im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Zuvor hatten die Kirchen… weiterlesen