Siehe, ich wusste es sind solche, die nie den gemeinsamen Ganglernten zwischen den Menschen;sondern der Aufgang in plötzlich entatmete Himmelwar ihr Erstes. Der Flug durch der Liebe Jahrtausendeihr Nächstes, Unendliches.Eh sie noch lächelten weinten sie schon vor Freude;eh sie noch weinten war die Freude schon ewig.Frage mich nicht wie lange sie fühlten; wie langesah man sie noch? Denn unsichtbare sind unsägliche Himmelüber der inneren Landschaft.Eines ist Schicksal. Da werden die Menschensichtbarer. Stehn wie Türme. Verfalln.Aber… weiterlesen

Nacht. O du in Tiefe gelöstesGesicht an meinem Gesicht.Du, meines staunenden Anschauns größtesÜbergewicht.Nacht, in meinem Blicke erschauernd,Aber in sich so fest;Unerschöpfliche Schöpfung, dauerndÜber dem Erdenrest;Voll von jungen Gestirnen, die FeuerAus der Flucht ihres SaumsSchleudern ins lautlose AbenteuerDes Zwischenraums:Wie, durch dein bloßes Dasein, erschein ich,Übertrefferin, klein —;Doch, mit der dunkelen Erde einig,Wag ich es, in dir zu sein. Rainer Maria Rilke… weiterlesen

Mein Leben ist wie leise See:Wohnt in den Uferhäusern das Weh,wagt sich nicht aus den Höfen.Nur manchmal zittert ein Nahn und Fliehn:Aufgestörte Wünsche ziehnDarüber wie silberne Möwen.Und dann ist alles wieder still. . .Und weißt du was mein Leben will,hast du es schon verstanden?Wie eine Welle im MorgenmeerWill es, rauschend und muschelschwer,An deiner Seele landen. Rainer Maria Rilke… weiterlesen

Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,du mein tieftiefes Leben;dass du weisst, was der Wind dir will,eh noch die Birken beben.Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,lass deine Sinne besiegen.Jedem Hauche gieb dich, gieb nach,er wird dich lieben und wiegen.Und dann meine Seele sei weit, sei weit,dass dir das Leben gelinge,breite dich wie ein Feierkleidüber die sinnenden Dinge. Rainer Maria Rilke… weiterlesen

Und mit ihrem Glanz wie mit Ranken meine Stube schmücken zum EmpfangIch will den Segen Deiner Hände auf meinen Händen und meinem Haar in meine Nacht mitnehmenIch will nicht zu den Menschen redenDamit ich den Nachklang Deiner Worte(der wie ein Schmelz über den meinen zittert und ihren Klang reich macht)Nicht verschwende und ich will nach der Abendsonne in kein Licht mehr sehenUm am Feuer Deiner Augen tausend leise Opfer zu entzünden…Ich will aufgehen in DirWie… weiterlesen

Einmal wenn ich dich verlier,wirst du schlafen können, ohnedass ich wie eine Lindenkronemich verflüstre über dir?Ohne dass ich hier wache undWorte, beinah wie Augenlider,auf deine Brüste, auf deine Gliederniederlege, auf deinen Mund.Ohne dass ich dich verschließund dich allein mit Deinem lassewie einen Garten mit einer Massevon Melissen und Stern-Anis. Rainer Maria Rilke… weiterlesen

Das Münchner Stadion darf beim EM-Spiel Deutschland gegen Ungarn am Mittwoch nicht in Regenbogen-Farben beleuchtet werden. Die UEFA lehnte einen Antrag des Münchner Stadtrats ab. Das EM-Stadion in München wird beim Gruppenfinale der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn an diesem Mittwoch nicht in Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und Gleichstellung erstrahlen. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) lehnte einen entsprechenden Antrag des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter ab. Die UEFA sei “aufgrund ihrer Statuten eine politisch und religiös neutrale… weiterlesen

Nun die Sonne soll vollendenIhre längste, schönste Bahn,Wie sie zögert, sich zu wendenNach dem stillen Ozean!Ihrer Göttin JugendneigeFühlt die ahnende Natur,Und mir dünkt, bedeutsam schweigeRings die abendliche Flur. Nur die Wachtel, die sonst immerFrühe schmälend weckt den Tag,Schlägt dem überwachten SchimmerJetzt noch einen Weckeschlag;Und die Lerche steigt im SingenHochauf aus dem duft’gen Tal,Einen Blick noch zu erschwingenIn den schon versunknen Strahl. Ludwig Uhland… weiterlesen

Eine gewisse Einsamkeit scheint dem Gedeihen der höhern Sinne notwendig zu sein, und daher muß ein zu ausgebreiteter Umgang der Menschen miteinander manchen heiligen Keim ersticken und die Götter, die den unruhigen Tumult zerstreuender Gesellschaften und die Verhandlungen kleinlicher Angelegenheiten fliehen, verscheuchen. Novalis… weiterlesen

Du meine heilige Einsamkeit, du bist so reich und rein und weit wie ein erwachender Garten. Meine heilige Einsamkeit du halte die goldene Türe zu, vor denen die Wünsche warten.Rainer Maria Rilke… weiterlesen