Wie hat uns der zu weite Raum verdünnt.Plötzlich besinnen sich die Überflüsse.Nun sickert durch das stille Sieb der Küssedes bittren Wesens Alsem und Absynth.Was sind wir viel, aus meinem Körper hebtein neuer Baum die überfüllte Kroneund ragt nach dir: denn sieh, was ist er ohneden Sommer, der in deinem Schoße schwebt.Bist du’s bin ich’s, den wir so sehr beglücken?Wer sagt es, da wir schwinden. Vielleicht stehtim Zimmer eine Säule aus Entzücken,die Wölbung trägt und langsamer… weiterlesen

august

Und so weiter; tausend Versäumnisse wären wiedergutzumachen, tausend Sünden und Lieblosigkeiten zu büßen wenn ich nicht eben erst den Bußweg verlassen und mich der Gnade anheimgegeben hätte. Lassen wir also die Sünden Sünden sein und seien wir froh, wenn es uns glückt, eine Weile keine neuen anzuhäufen! Indem ich mich nochmals über den Abgrund der vergangenen bösen Tage beuge, sehe ich in der Tiefe, fern und klein, ein gespenstisches Bild gespiegelt: den Kurgast Hesse, bleich… weiterlesen

august

So liest man dies und jenes, und kämpft sich eine Weile durch die Welt der ewigen Probleme, deren jedes nie zu lösen, nur zu erleben ist, und am Ende wirft uns das Leben immer wieder an eine Stelle, wo wir das scheinbar Unmögliche neu probieren, das scheinbar Hoffnungslose mit neuer Begierde, mit neuem Eifer betreiben können. Und bei dem alten, scheinbar wirklich so hoffnungslosen Spiel gibt es für den Denkenden immer den einen Trost, daß… weiterlesen

august c

„Wir sind die Zweite Welle“ ????Was wir heute in Berlin sehen, ist ein Karnevalsumzug des Irrsinns. Menschen demonstrieren gegen ein Virus. Sie halten Schilder hoch, gegen die „Impfpflicht“, gegen „Chips“, gegen Bill Gates und 5G und gegen bargeldloses Zahlen, einige sind kostümiert.Sie stehen und gehen dichtgedrängt. So gut wie niemand trägt eine Maske. Unter den Demonstranten sind nach Medienberichten auch diverse Neonazi-Gruppen.„Widerstand!“, rufen sie, allen Ernstes.Heute Morgen meldet das Robert-Koch-Institut 955 Neuinfektionen. Die WHO berichtet… weiterlesen

august

Der letzte Tag des Juli war gekommen, Klingsors Lieblingsmonat, die hohe Festzeit Li Tai Pos, war verblüht, kam nimmer wieder, Sonnenblumen schrien im Garten golden ins Blau empor. Zusammen mit dem treuen Thu Fu pilgerte Klingsor an diesem Tage durch eine Gegend, die er liebte: verbrannte Vorstädte, staubige Straßen unter hoher Allee, rot und orange bemalte Hütten am sandigen Ufer, Lastwagen, Ladeplätze der Schiffe, lange violette Mauern, farbiges armes Volk. Am Abend dieses Tages saß… weiterlesen

july

Es war die spätgoldene Stunde, noch glühte Licht des Tages überall, doch gewann der Mond schon Schimmer, und erste Fledermäuse schwammen in der nen Flimmerluft. Ein Waldrand stand sanft im letzten Licht, helle Kastanienstämme vor schwarzen Schatten, eine gelbe Hütte strahlte leise das eingesogene Tageslicht von sich, sanftglühend wie ein gelber Topas, rosenrot und violett führten die kleinen Wege durch Wiesen, Reben und Wald, da und dort schon ein gelber Akazienzweig, sammetblauen Bergen. Oh, jetzt… weiterlesen

july

Wie von einem Stück Spiegelglas ein Lichtstrahl reflektiert und in einen dunkeln Raum geworfen wird, so blitzt oft mitten im Gegenwärtigen, durch eine Nichtigkeit entzündet, ein vergessenes, längst gewesenes Stückchen Leben auf, erschreckend und unheimlich. Hermann Hesse… weiterlesen

july

Ich hielt inne und schaute rastend den fabelhaften Vorgängen am Himmel zu: Hellgelbe Lichtbündel strahlten vom Rande einer schweren Wolkenbank in die Höhe und gegen Osten. Rasch entzündete sich der ganze Himmel gelbrot, glühend purpurne Streifen durchschnitten den Raum, zur gleichen Zeit wurden alle Berge dunkelblau, an den Seeufern brannte das rötlich welke Ried wie Heidefeuer. Dann verschwand alles Gelb, und das rote Licht wurde warm und milde, spielte paradiesisch um traumzarte, hingehauchte Schleierwölkchen und… weiterlesen

july

Unrein und verzerrend ist der Blick des Wollens. Erst wo wir nichts begehren, erst wo unser Schauen reine Betrachtung wird, tut sich die Seele der Dinge auf, die Schönheit. Im Augenblick, da das Wollen ruht und die Betrachtung aufkommt, das reine Sehen und Hingegebensein, wird alles anders. Der Mensch hört auf, nützlich oder gefährlich zu sein, interessant oder langweilig, gütig oder roh, stark oder schwach. Er wird Natur, er wird schön und merkwürdig wie jedes… weiterlesen