Das Broadway-Musical / Buch von Mark O’Donnell & Thomas Meehan / Musik von Marc Shaiman, Liedtexte von Scott Wittman & Marc Shaiman / Deutsche Fassung von Jörn Ingwersen (Dialoge) & Heiko Wohlgemuth (Songs) / Basierend auf dem New Line Cinema Film, Drehbuch & Regie von John Waters

Die „Goldenen Fünfzigerjahre“ in den USA lassen den amerikanischen Traum in Technicolor erstrahlen. Doch einem Großteil der Bevölkerung war die Verwirklichung dieses Traums verwehrt. Das lag unter anderem daran, dass Rassentrennungsgesetze, auch als Jim-Crow-Gesetze bekannt, Menschen anderer Hautfarbe, „Rasse“ oder nationaler Herkunft von einer öffentlichen und politischen Teilhabe ausschlossen. Um gegen diese Ungerechtigkeit vorzugehen, formierte sich eine starke Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) um den Pastor Martin Luther King Junior. Dieser Widerstand mündete im August 1963 in dem legendären Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit.

Vor dem Hintergrund dieser Umbrücke wächst die weiße Teenagerin Tracy Turnblad in der Arbeiterstadt Baltimore im Jahr 1962 auf. Sie träumt davon, in der Corny Collins Show mitzutanzen. Obwohl sie den gängigen Schönheitsidealen nicht entspricht, beeindruckt sie den Moderator Corny Collins und wird Teil des Tanzkomitees. Durch ihre Freundschaften mit schwarzen Jugendlichen, insbesondere Seaweed und Motormouth Maybelle, wird Tracy die Ungerechtigkeit der Rassentrennung bewusst. Sie möchte etwas verändern und nutzt die Preisverleihung der „Miss-Teenage-Hairspray“ Wahl als Plattform, um für Gleichberechtigung zu kämpfen.

Das Kultmusical „Hairspray“ basiert auf dem gleichnamigen LowBudget-Film von 1988 des „Pope of Trash“ John Waters. Der selbst aus Baltimore stammende Autor und Filmregisseur gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Queeren Bewegung. Zu seinen Musen zählte die Kunstfigur Divine: Als Drag Queen stellte sie etablierte bürgerliche Vorstellungen in Frage.

Die Inszenierung von Musiktheater-Regisseur Erik Petersen und Team verleiht dem Broadway-Erfolg „Hairspray“ eine hochaktuelle Relevanz: Sie setzt ein deutliches Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung und ist ein Plädoyer für Toleranz, Menschlichkeit und den Mut, die eigene Stimme zu erheben.