
Erwin Schulhoff (1894 – 1942)
Hot-Sonate (Jazz Sonate) für Alt-Saxophon (1930) arrangiert (2000) von Harry-Kinross
Arnold Schönberg (1874 – 1951)
Begleitmusik zu einer Lichtspielszene (1929 – 1930) 1. Drohende Gefahr (Langsam) – 2. Angst (Sehr rasch) – 3. Katastrophe (Presto)
Danielle Lurie (*1994)
„Nachbilder einer Ausstellung“
Frank Martin (1890 – 1974)
Ballade für Tenor-Saxophon und kleines Orchester (1940)
Modest Mussorgsky (1839 – 1881)
Bilder einer Ausstellung (1874). Instrumentation von Maurice Ravel (1922)
Promenade – Yurii Riepin „Zauberwald“ 1. Gnomus – Promenade – 2. Il vecchio castello (Das alte Schloss) – Promenade – 3. Tuileries – 4. Bydlo (Ochsenkarren) – Promenade – 5. „Ballet des poussins dans leurs coques“ (Ballett derKüken in ihren Eierschalen) – 6. Samuel Goldenberg und Schmuyle Fabian Blum „Die Schere“– 7. Limoges – Le Marché – 8. Catacombae. Sepulcrum Romanum (Römische Gruft) – Con mortius in lingua mortua (Mit den Toten in einer toten Sprache) – 9. La Cabane sur des pattes de poule (Baba-Yaga) (Die Hütte auf Hühnerfüßen) Michael Leitner „Die Hexen von Zoppat an einem gewöhnlichen Dienstag“ – 10. Das große Tor von Kiew
darin Neukompostionen zu Bilder einer Ausstellung zu den Sätzen Gnomus (Yurii Riepin), Samuel Goldenberg (Fabian Blum), Baba Yaga (Michael Leitner)
STAATSORCHESTER DARMSTADT
SAXOPHON Asya Fateyeva
LEITUNG Daniel Cohen
Werk mit KI (UA)
Arnold Schönberg Begleitmusik zu einer Lichtspielszene
Modest Mussorgsky Bilder einer Ausstellung
Musik und Künstliche Intelligenz sind faszinierende Bereiche, die in den letzten Jahren zunehmend miteinander verschmelzen und das Potenzial haben, die Art und Weise, wie wir Musik schaffen, erleben und verstehen, grundlegend zu verändern.
Ein weiterer spannender Bereich ist die Interaktion zwischen Mensch und Maschine in der Musikperformance. Die „Bilder einer Ausstellung“ gehören zu den „Greatest Hits“. Ravels Instrumentation ist mindestens genauso genial wie Mussorgskys Klaviervorlage. Mussorgsky besuchte eine Gedenkausstellung für seinen Freund, den Maler Victor Hartmann. Mit dem Klavierzyklus „Bilder einer Ausstellung“ , den er in einem wahren Schaffensrausch schrieb, setzte er ihm ein musikalisches Denkmal. Die derzeit beste Saxophonistin, Asya Fateyeva, spielt Werke von Erwin Schulhoff und Frank Martin.
Bei dem Sinfoniekonzert im Rahmen des KI Festivals kooperiert das Staatsorchester Darmstadt mit der Hochschule für Musik und Theater München. Kompositionsstudierende schreiben in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich „Künstliche Intelligenz und Musikalische Kreation“ (Prof. Ali Nikrang) Werke zu „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky. Darüber hinaus steht eine Miniatur von Danielle Lurie sowie Neukompositionen zu „Bilder einer Ausstellung“ zu den Sätzen Gnomus (Yurii Riepin), Samuel Goldenberg (Fabian Blum), Baba Yaga (Michael Leitner) auf dem Programm.
Es gibt Musik, die man hört. Und es gibt Musik, die einen ein Leben lang begleitet wie ein Schatten, wie eine Erinnerung, die niemals ganz vergeht.
Bei mir gehört Modest Mussorgski eben dazu. Zwischen den harten Nächten mit Lindenberg, KISS und den endlosen Klanglandschaften von Pink Floyd standen immer auch die großen Klassiker meines Lebens: Rachmaninow, Chopin, Ravel – und eben Mussorgski. Sie alle waren nie bloß Komponisten. Sie waren Weggefährten. Stimmen für das, was man selbst oft nicht in Worte fassen konnte.
Wenn ich heute zurückblicke, liegt über dieser Musik ein Schleier aus Wehmut. Besonders die „Bilder einer Ausstellung“.
Dieses Werk war nie einfach nur Musik. Es war ein innerer Film. Ein Gang durch Räume der Erinnerung. Vertraute Melodien verbanden sich mit vertrauten Szenen meines Lebens – manche Passagen fühlen sich an wie alte Fotografien: leicht vergilbt, aber voller Leben.
Und Katrin lernte mich genau damit kennen. Mit Mussorgski, mit diesen Klängen zwischen Melancholie und Größe. Vielleicht sagt das mehr über einen Menschen aus als tausend Gespräche. Denn Musik öffnet Türen, die Worte oft verschlossen lassen. Bis heute lösen die „Bilder einer Ausstellung“ etwas in mir aus, das sich kaum beschreiben lässt. Da sind Bilder im Kopf, die plötzlich wieder auftauchen. Gesichter. Räume. Gerüche. Das Licht bestimmter Nachmittage. Die Schwere bestimmter Abschiede. Und gleichzeitig diese stille Dankbarkeit dafür, all das überhaupt erlebt zu haben.
Vielleicht liegt genau darin die Kraft großer Musik: Sie altert nicht mit uns. Sie bewahrt die Gefühle, die wir längst verloren glaubten.