schon wieder Schnee
Es muss doch Frühling werden und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden, und streut er Eis und Schnee umher, es muss doch Frühling werden. Blast nur, ihr Stürme blast mit Macht, mir soll darob nicht bangen, auf leisen Sohlen über Nacht kommt doch der Lenz gegangen. Da wacht die Erde grünend auf, weiss nicht, wie ihr geschehen, und lacht in den sonnigen Himmel hinauf, und möcht´ vor Lust vergehen. Sie flicht sich… weiterlesen
Ostermontag
Am gleichen Tag waren zwei von den Jüngern auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen. Doch sie waren wie mit Blindheit geschlagen, sodass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?… weiterlesen
Ostersonntag
Warum jetzt Supertramp – warum jetzt «It’s a Long Way Home» – In unserem Glaubensbekenntnis klingt das ganz einfach: Hinab gestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel – fertig. So hatte Jesus es ja auch mehrfach angekündigt! Doch wie man unten lesen kann, war es ein weitaus schwierigerer, langwieriger, leidensvollerer Weg dahin. Ostern – die Höhle, das Grab ist zwar leer, Maria hat es auch… weiterlesen
Triduum Sacrum III – Karsamstag
Wie Jesus wirklich starb Es ist der 9. Nisan des jüdischen Kalenders, das 17. Jahr der Herrschaft des römischen Kaisers Tiberius – Sonntag, der 2. April des Jahres 30. An diesem Tag erreicht Jesus von Nazareth ein Rasthaus in Bethanien, östlich hinter dem Ölberg, knapp drei Kilometer von Jerusalem entfernt. Am 5. April des Jahres 30, drei Tage nach dem Passieren der Stadtgrenze, provoziert Jesus im Tempel, dem Allerheiligsten des jüdischen Volkes, einen Aufruhr. Dort… weiterlesen
Triduum Sacrum II – Karfreitag
Verhangener Tag, im Wald noch Schnee, Im kahlen Holz die Amsel singt: Des Frühlings Atem ängstlich schwingt, Von Lust geschwellt, beschwert von Weh. So schweigsam steht und klein im Gras Das Krokusvolk, das Veilchennest, Es duftet scheu und weiß nicht was, Es duftet Tod und duftet Fest. Baumknospen stehn von Tränen blind, Der Himmel hängt so bang und nah, Und alle Gärten, Hügel sind Gethsemane und Golgatha. Hermann Hesse, Karfreitag… weiterlesen
Triduum Sacrum I – Gründonnerstag
Hinaufgeschaut! – Der Berge Gipfelriesen Verkünden schon die feierlichste Stunde; Sie dürfen früh des ewigen Lichts genießen, Das später sich zu uns hernieder wendet. Jetzt zu der Alpe grün gesenkten Wiesen Wird neuer Glanz und Deutlichkeit gespendet, Und stufenweis herab ist es gelungen – Sie tritt hervor! – Und, leider schon geblendet, Kehr’ ich mich weg, vom Augenschmerz durchdrungen. So ist es also, wenn ein sehnend Hoffen Dem höchsten Wunsch sich traulich zugerungen, Erfüllungspforten findet… weiterlesen
Wer darf ihn nennen?
Wer darf ihn nennen? Und wer bekennen: Ich glaub‘ ihn? Wer empfinden und sich unterwinden Zu sagen: Ich glaub‘ ihn nicht? Der Allumfasser, der Allerhalter, Fasst und erhält er nicht Dich, mich, sich selbst? Wölbt sich der Himmel nicht da droben? Liegt die Erde nicht hier unten fest? Und steigen freundlich blickend Ewige Sterne nicht herauf? Schau‘ ich nicht Aug‘ in Auge dir, Und drängt nicht alles nach Haupt und Herzen dir, Und webt in… weiterlesen
Erhabner Geist
Erhabner Geist, du gabst mir, gabst mir alles, warum ich bat. Du hast mir nicht umsonst dein Angesicht im Feuer zugewendet. Gabst mir die herrliche Natur zum Königreich, Kraft, sie zu fühlen, zu genießen. Nicht kalt staunenden Besuch erlaubst du nur, Vergönnest mir, in ihre tiefe Brust wie in den Busen eines Freunds zu schauen. Du führst die Reihe der Lebendigen vor mir vorbei, und lehrst mich meine Brüder Im stillen Busch, in Luft und… weiterlesen
Nacht
Was sucht ihr, mächtig und gelind, Ihr Himmelstöne, mich am Staube? Klingt dort umher, wo weiche Menschen sind. Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube; Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind. Zu jenen Sphären wag‘ ich nicht zu streben, Woher die holde Nachricht tönt; Und doch, an diesen Klang von Jugend auf gewöhnt, Ruft er auch jetzt zurück mich in das Leben. Sonst stürzte sich der Himmelsliebe Kuss Auf mich herab… weiterlesen
Birke
Eines Dichters Traumgerank mag sich feiner nicht verzweigen, leichter nicht dem Winde neigen, edler nicht ins Blaue steigen. Zärtlich, jung und überschlank lässest du die lichten, langen Zweige mit verhaltnem Bangen jedem Hauche regbar hangen. Also wiegend leis und schwank willst du mir mit deinen feinen Schauern einer zärtlich reinen Jugendliebe Gleichnis scheinen. Hermann Hesse, Die Birke… weiterlesen