Will dir den Frühling zeigen, der hundert Wunder hat. Der Frühling ist waldeigen und kommt nicht in die Stadt. Rainer Maria Rilke… weiterlesen

Wind im Gesträuch und Vogelpfiff und hoch im höchsten süssen Blau ein stilles, stolzes Wolkenschiff. Ich träume von einer blonden Frau, ich träume von meiner Jugendzeit, der hohe Himmel blau und weit ist meiner Sehnsucht Wiege, darin ich stillgesinnt und selig warm mit leisem Summen liege, so wie in seiner Mutter Arm ein Kind. Hermann Hesse… weiterlesen

Jedes Kind weiß, was der Frühling spricht: Lebe, wachse, blühe, hoffe, liebe, Freue dich und treibe neue Triebe, Gib dich hin und fürcht das Leben nicht! Jeder Greis weiß, was der Frühling spricht: Alter Mann, lass dich begraben, Räume deinen Platz den muntern Knaben, Gib dich hin und fürcht das Sterben nicht! Hermann Hesse… weiterlesen

Frühling ist wiedergekommen. Die Erde ist wie ein Kind, das Gedichte weiß; viele, o viele…. Für die Beschwerde langen Lernens bekommt sie den Preis. Streng war ihr Lehrer. Wir mochten das Weiße an dem Barte des alten Manns. Nun, wie das Grüne, das Blaue heiße, dürfen wir fragen: sie kanns, sie kanns! Erde, die frei hat, du glückliche, spiele nun mit den Kindern. Wir wollen dich fangen, fröhliche Erde. Dem Frohsten gelingts. O, was der… weiterlesen

Mir ist’s im Kopf so wüste, Die Zeit wird mir so lang, Wie auch der Lenz mich grüßte Mit Glanz und frischem Klang, Das Herz bleibt mir so wüste, Mir ist so sterbensbang. Viel Vöglein lockend sangen Im blühenden Revier, Ich hatt mir eins gefangen, Jetzt ist es weit von mir, Viel Vöglein draußen sangen, Ach, hätt ich meins nur hier! Joseph von Eichendorff… weiterlesen

Blättert zurück in euren Tagebüchern. War da nicht immer um die Frühlinge eine Zeit, da das ausbrechende Jahr euch wie ein Vorwurf betraf? Es war Lust zum Frohsein in euch, und doch, wenn ihr hinaustratet in das geräumige Freie, so entstand draußen eine Befremdung in der Luft, und ihr wurdet unsicher im Weitergehen wie auf einem Schiffe. Der Garten fing an; ihr aber (das war es), ihr schlepptet Winter herein und voriges Jahr; für euch… weiterlesen

Schmerz ist ein Meister, der uns klein macht, Ein Feuer, das uns ärmer brennt, Das uns vom eigenen Leben trennt, das uns umlodert und allein macht. Weisheit und Liebe werden klein, Trost wird und Hoffnung dünn und flüchtig; Schmerz liebt uns wild und eifersüchtig, Wir schmelzen hin und werden Sein. Es krümmt die irdne Form, das Ich, Und wehrt und sträubt sich in den Flammen. Dann sinkt sie still in Staub zusammen Und überläßt dem… weiterlesen

Wenn die trüben Tage grauen, kalt und feindlich blickt die Welt, Findet scheu sich dein Vertrauen ganz auf dich allein gesellt. Aber in dich selbst verwiesen aus der alten Freunden Land, Siehst du neuen Paradiesen deinen Glauben zugewandt. Als dein Eigenstes erkennst du, was dir fremd und feind erschien, Und mit neuen Namen nennst du dein Geschick und nimmst es hin. Was dich zu erdrücken drohte, zeigt sich freundlich, atmet Geist, Ist ein Führer, ist… weiterlesen

Ich liebe diesen Wind, diesen weiten verwandelnden Wind, der dem Frühling vorangeht, ich liebe das Geräusch des Windes und seine ferne Gebärde, die mitten durch alle Dinge geht als wären sie nicht. Rainer Maria Rilke… weiterlesen

Euch, schöne Schwestern, liebe ich mit Neid, Denn euer Leben scheint so sanft und selig, Ihr seid der Erde Schimmer und Geschmeid, Schmückt sie mit Farben kostbar und unzählig. Das Sonnenlicht strahlt wärmer und beseelt, Darf es in euren Farbenkelchen glühen; Ach, alles was uns Menschentieren fehlt, Sehn wir in euch rein und vollendet blühen. Aus schönen Kinderaugen strahlet ihr Der Erdenmutter liebevolle Treue; Wir lieben euch, und dennoch brechen wir Und töten euch –… weiterlesen