In der Einsamkeit des alten Forstes Reichenberg erhebt sich das Mossauer Bild. Es deutet uns durch seine Lage an, daß einstmals der Weg, an dem es steht, von größerer Wichtigkeit war als heute. Noch ist die Erinnerung vorhanden, daß hier die Pilger vorbeikamen, die von der Bergstraße durch Kolmbach und an Laudenau vorüber nach Walldürn zogen. Besonders vertraut muß der Weg den Hammerschmieden gewesen sein, die früher in Mossau arbeiteten und ihn bei ihrem Verkehr nach den Erzgruben der Rohrbacher Gegend und dem Roten Kandel benutzten. Am Schaft des Bildstockes brachten sie auf einem Wappenschild ihr Zeichen, Hammer und Zange, an.
Er ist fast 1,80 Meter hoch, das kräftig überragende Bildhäuschen besitzt auf beiden Seiten gotische Spitzbögen. Auch der Schild ist spitzbogig. Entstanden muß der Bildstock allerdings erst im 16. Jahrhundert sein, denn er wird im “Verzeichnis des gantzen Morspergs” von 1576 im gräflich Erbach-Fürstenauischen Archiv “neu” genannt: “Es liegt ein stücklein Aichen holtz bey dem Neuwen Bildt in deren von Mosen güether …” (Mößinger 1962)

2020

Das Mossauer Bild gehört zu den ältesten Bildstöcken im Odenwald. Die Formen des Häuschens verweisen auf die spätgotische Zeit um 1500. Auf dem Schaft befindet sich ein Wappenschild mit dem Zunftzeichen der Mossauer Hammerschmiede. Vermutlich waren sie es, die diesen Bildstock errichtet haben, um auf ihrem Weg zur Arbeit in den Erzgruben bei Rohrbach und im Ostertal hier eine Rast einzulegen. Dieser Ort im alten Reichenbacher Herrschaftswald hat aber auch eine unheimliche Vergangenheit. Hier trafen sich Anfang des 19. Jahrhunderts Wildererbanden, um auf die Jagd zu gehen.

http://www.suehnekreuz.de/hessen/obermossau.htm