Ist dies nun alles, Blumengaukelspiel Und Farbenflaum der lichten Sommerwiese, Zartblau gespannter Himmel, Bienensang, Ist dies nun alles eines Gottes Stöhnender Traum, Schrei unbewusster Kräfte nach Erlösung? Des Berges ferne Linie, Die schön und kühn im Blauen ruht, Ist denn auch sie nur Krampf, Nur wilde Spannung gärender Natur Nur Weh, nur Qual, nur sinnlos tastende, Nie rastende, nie selige Bewegung? Ach nein! Verlass mich du, unholder Traum Vom Leid der Welt! Dich wiegt ein… weiterlesen

Es ist eine drollige Erfahrung: der reine Verstandesmensch, mag er noch so goldene Worte und noch so scharfgespitzte Urteile von sich geben, wird uns sehr bald langweilig. Und ebenso werden uns die edlen Schwärmer für das Gemüt, die poetischen und enthusiastischen Spezialisten des Herzens bald langweilig. Der auf sich allein gestellte edle Geist wie das auf sich allein vertrauende edle Gemüt, sie haben beide eine Dimension zu wenig. Man merkt das im Leben des Alltags… weiterlesen

  Der Mensch, so wie ihn Gott gedacht und wie die Dichtung und Weisheit der Völker ihn manche tausend Jahre lang verstanden hat, ist geschaffen mit einer Fähigkeit, sich zu freuen an Dingen, auch wenn sie ihm nicht nützen, mit einem Organ für das Schöne. An der Freude des Menschen am Schönen haben stets Geist und Sinne in gleichem Maße teil, und solange Menschen fähig sind, sich mitten in den Drangsalen und Gefährdungen ihres Lebens… weiterlesen

Rumpfen ist besonders reich an alten Flur-oder Feldkreuzen. Die beiden Kreuze stehen an der Straßenkreuzung von Rumpen/Unterneudorf und Steinbach/Oberneudorf, bei einem steinernen Bildstock im Gewann “Drei Kreuz” und sind vermutlich Standeskreuze. Das eine zeigt uns einen Schäfer mit Horn, das andere ein Messer mit Heft. Zwischen den beiden Kreuzen bei Rumpfen liegt auf dem in den Boden eingelassenen Sockel der abgebrochene Kopf eines Bildstocks. Die oben dachförmige Bildnische enthält in Relief Jesu am Kreuz mit… weiterlesen

Jeden Abend sollst du deinen Tag Prüfen, ob er Gott gefallen mag, Ob er freudig war in Tat und Treue, Ob er mutlos lag in Angst und Reue; Sollst die Namen deiner Lieben nennen, Haß und Unrecht still vor dir bekennen, Sollst dich alles Schlechten innig schämen, Keinen Schatten mit ins Bette nehmen, Alle Sorgen von der Seele tun, Daß sie fern und kindlich möge ruhn. Dann getrost in dem geklärten Innern Sollst du deines… weiterlesen

Da war eine Gasse in einem Städtlein, ähnlich wie bei mir daheim, alle Häuser streckten die Giebel auf die Gassenseite, aber sie waren höher, als man sie sonst sieht. Da ging ich hindurch, und es war, wie wenn ich nach einer langen, langen Zeit endlich wieder heimkehrte; aber ich hatte nur eine halbe Freude, denn es war nicht alles in Ordnung, und ich wußte nicht ganz sicher, ob ich nicht doch am falschen Ort und… weiterlesen

Im Hof des Schlosses zu Erbach, an der Hofwand des Eingangsbaues befestigt, steht ein hoher Bildstock, dessen Oberteil eine ganz andere Form als die weithin üblichen Häuschen aufweist. Ein schmaler, hoher, nach oben sich verbreiternder und ganz oben eckig ausladender Stein sitzt auf einem einfachen Pfeiler, nur durch eine leichte Schräge von ihm abgesetzt. Die Nische, nicht sehr stark eingetieft, zeigt als Relief einen Christus am Kreuz und vier gotische Winkel in den Ecken, dem… weiterlesen

Der jüdische Friedhof liegt nordwestlich von Kleinheubach im Wald Richtung Laudenbach und ist vom Naturparkplatz “Galgen” nahe der Bundesstraße aus zu Fuß (Wegmarkierung 1 oder 2) zu erreichen. Vor der Anlage des Friedhofs im Jahr 1730 wurden die verstorbenen Juden von Kleinheubach auf dem jüdischen Friedhof in Michelstadt beigesetzt. Ende des 17. Jahrhunderts und im 18. Jahrhundert fanden auf dem Kleinheubacher Friedhof auch verstorbene Mitglieder der jüdischen Gemeinden von Erbach (Odenwald/Hessen), Laudenbach, Trennfurt und Wörth… weiterlesen

Wie kommt es, daß du mich verstehst, Wenn ich die Sprache meiner Heimat rede, Die doch so weit jenseits der Meere liegt? Und wenn ich still zu meinen Göttern bete, Daß du unsichtbar bei mir stehst Und deine Freundeshand in meiner liegt? Auch fühl ich oft mit weichem Strich Beim Geigen deine Hand mich rühren, Und wenn ich krank bin, ängstet´s mich, Du möchtest meine Leiden spüren. Hermann Hesse… weiterlesen

Seele, banger Vogel du, Immer wieder mußt du fragen: Wann nach so viel wilden Tagen Kommt der Friede, kommt die Ruh? O ich weiß: kaum haben wir Unterm Boden stille Tage, Wird vor neuer Sehnsucht dir Jeder liebe Tag zur Plage. Und du wirst, geborgen kaum, Dich um neue Leiden mühen Und voll Ungeduld den Raum Als der jüngste Stern durchglühen. Hermann Hesse… weiterlesen