Cardinal Black, eine walisische Soul‑/Jazz‑/Blues‑Band, erlebt seit ihrer Wiedervereinigung im Jahr 2020 einen bemerkenswerten Aufstieg. Nach frühen Erfolgen als „The Tom Hollister Trio“ trennten sich die Mitglieder zunächst, fanden aber später wieder zusammen und veröffentlichten 2021 ihre erfolgreiche erste Single „Tell Me How It Feels“. Mit ihrem Debütalbum „January Came Close“ erreichten sie 2022 Chartspitzen und begleiteten Peter Frampton auf Tour. 2023 spielten sie ihr erstes Deutschland‑Konzert und bestätigten anschließend ihre erste große Deutschland‑Tour für 2024 mit sieben Shows. Ihre Mischung aus Blues, Jazz, Rock und souligen Elementen sowie Gitarrist Chris Bucks herausragendes Spiel machen sie zu einem der spannendsten neuen Acts der Szene.

Die Tour 2026 (Midnight At The Valencia Tour) ist weit mehr als nur eine Reihe von Konzerten – sie fühlt sich an wie ein gemeinsamer Herzschlag zwischen Band und Publikum. Vom ersten Ton an entsteht eine Atmosphäre, die einen sofort einnimmt: warm, dicht, fast intim, gerade in so kleinen Clubs – Colos-Saal) wie in Aschaffenburg. Chris Bucks Gitarrenspiel wirkt live noch tiefgründiger; jeder Ton scheint eine Geschichte zu erzählen, manchmal sanft und fragil, manchmal voller glühender Energie. Tom Hollisters Stimme trägt diese Emotionen mit einer Intensität, die unter die Haut geht – mal kraftvoll und strahlend, mal brüchig und verletzlich, immer ehrlich.

Die Setlist ist ein emotionaler Bogen, der von Euphorie über Melancholie bis hin zu purer Katharsis führt 😉 Bekannte Songs wie „Holding My Breath“ fühlen sich live an, als würden sie direkt im Moment neu geboren werden, während das frische Material zeigt, wie sehr die Band gewachsen ist – mutiger, tiefgründiger, selbstbewusster.

Zwischen den Songs entstehen diese kleinen, magischen Augenblicke: ein spontanes Lachen, eine Anekdote, ein Blickkontakt, der wirkt, als sei er nur für einen selbst bestimmt.
Das vielleicht 300 (?) Mann Publikum ist nicht einfach nur dabei – es ist Teil der Show. Man spürt, wie sehr die Menschen diese Musik brauchen, wie sie sich in den Melodien verlieren, sich von den Harmonien tragen lassen. Gegen Ende des Abends entsteht oft dieser Moment, den man kaum beschreiben kann: ein Gefühl von Verbundenheit, das bleibt, auch wenn das Licht wieder angeht.

Sehr bewegende Momente – Chris Buck erzählt immer wieder, wie prägend sein Vater für seinen musikalischen Weg war. Er war keiner, der im Rampenlicht stand, aber er unterstützte seinen Sohn bedingungslos – fuhr ihn zu frühen Auftritten, hörte ihm beim Üben zu und bestärkte ihn darin, seinen eigenen Stil zu finden. Die erste „richtige“ E‑Gitarre bekam Chris als Teenager von seinem Vater, der lange gespart hatte, um ihm ein Instrument zu kaufen, das ihm wirklich weiterhelfen würde. Für Chris war diese Gitarre weniger wegen ihres Werts bedeutend, sondern weil sie Ausdruck dieses Glaubens an ihn war.

Der Tod seines Vaters traf ihn tief und veränderte sein Spiel nachhaltig. Seitdem wirkt seine Musik emotionaler, wärmer und weniger technisch orientiert. Viele Fans sehen gerade im Song „On My Own“ eine Verarbeitung dieses Verlusts: ein Stück, das von Alleinsein, Orientierungssuche und stillem Schmerz erzählt. Chris hat nie gesagt, dass der Song direkt über seinen Vater handelt, doch sein intensives Gitarrenspiel darin lässt den Zusammenhang für viele eindeutig erscheinen. Die erste Gitarre besitzt Chris noch heute. Sie steht in seinem Studio als Erinnerung daran, wo er herkommt und warum er Musik macht – und an den Menschen, der ihn von Anfang an begleitet hat.

Die Cardinal Black Tour 2026 ist ein Erlebnis, das nicht nur den Verstand beeindruckt, sondern vor allem das Herz berührt. Eine Erinnerung, die man mit nach Hause nimmt – und die man so schnell nicht wieder loslässt.

Colos-Saal, Roßmarkt 19, Aschaffenburg
Support Act: Nathan O’Regan.
Featured Album: Midnight at the Valencia