(c) NASA

Reid Wiseman, Christina Koch, Victor Glover und Jeremy Hansen sind sicher zur Erde zurückgekehrt und haben damit NASAs ersten bemannten Mondflug seit mehr als 50 Jahren erfolgreich abgeschlossen.

Nach einem feurigen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, der fast 15 Minuten dauerte, wasserte die Orion-Raumkapsel am Samstagmorgen, exakt um 02:07:27 MESZ im Pazifik vor der Küste von San Diego.

„Wir haben es geschafft“, sagte Lori Glaze, kommissarische Leiterin der NASA-Direktion für Explorationssysteme, bei einer Pressekonferenz nach der Landung. „Wir haben vier außergewöhnliche Menschen zum Mond geschickt und sie zum ersten Mal seit über 50 Jahren sicher zur Erde zurückgebracht.“

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Die Wasserung verlief bilderbuchmäßig: Die Kapsel setzte aufrecht unter drei riesigen Fallschirmen auf, während Bergungsteams rasch zur Landestelle eilten.

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Wenige Minuten zuvor hatte eine sechsminütige Funkstille mit der Missionskontrolle für bange Momente gesorgt, als die Kapsel durch die Erdatmosphäre raste. Dann kam endlich die erlösende Durchsage:

„Houston, Integrity, we hear you loud and clear“, funkte Wiseman an die Missionskontrolle im Johnson Space Center der NASA in Houston. „Integrity“ ist der Name, den die Besatzung ihrem Raumschiff gegeben hatte.

Nachdem Teams der NASA und der US-Marine das Gebiet auf Trümmerteile und andere mögliche Gefahren untersucht hatten, wurden den Artemis-II-Crewmitglieder nacheinander aus der Kapsel geholfen. Reid Wiseman, als Kommandant der Mission, verließ das Raumschiff (natürlich) als Letzter…

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Anschließend wurden die vier Astronautinnen und Astronauten per Hubschrauber zur USS John P. Murtha gebracht, einem amphibischen Transportschiff der US-Marine. Dort unterzogen sie sich medizinischen Untersuchungen nach der Mission. Später am Freitag sollten sie nach Angaben der NASA an Land zurückkehren und weiter zum Johnson Space Center in Houston fliegen.

Mit ihrer Rückkehr endet die neuntägige Mission, während der die Crew den Mond umrundete und als erste Menschen überhaupt die gesamte erdabgewandte Seite des Mondes mit eigenen Augen sah. Übrigens…, das europäische Servicemodul (European Service Modul, ESM) wurde von Airbus Defence & Space am Standort Bremen im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation ESA gebaut.

Beim Vorbeiflug am Mond stellte die Crew einen neuen Rekord für die größte Entfernung von Menschen zur Erde auf: 252.756 Meilen. Damit übertrafen sie den bisherigen Rekord von 248.655 Meilen, den die Besatzung von Apollo 13 im Jahr 1970 während ihres Notrückflugs zur Erde aufgestellt hatte.

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Während ihres Mondvorbeiflugs machte die Artemis-II-Crew beeindruckende Aufnahmen der Rückseite des Mondes, darunter bislang nie gesehene Details der Oberfläche: zerklüftetes Gelände, unzählige Krater, Rücken, Berge und uralte Lavaebenen. Die Rückseite des Mondes ist von der Erde aus dauerhaft nicht sichtbar, und selbst die meisten Apollo-Missionen der 1960er- und 1970er-Jahre lieferten wegen ihrer Flugbahnen und des Timings keine entsprechenden Ansichten.

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Die Astronautinnen und Astronauten dokumentierten Einschlagbecken, die vor Milliarden von Jahren entstanden, als große Himmelskörper auf die Mondoberfläche prallten. Außerdem untersuchten sie schroffe Strukturen entlang des sogenannten Terminators, also der Grenzlinie zwischen der beleuchteten und der im Dunkeln liegenden Seite des Mondes.

Nach Angaben der NASA sollen diese Bilder Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern helfen, besser zu verstehen, wie der Mond entstanden ist und wie sich seine Landschaft im Lauf der Zeit verändert hat.

Insgesamt legte die Artemis-II-Crew nach Angaben des NASA-Flugdirektors Rick Henfling 700.237 Meilen zurück. Er erklärte zudem, dass die Rückkehr zur Erde nahezu perfekt verlaufen sei: Die Orion-Kapsel landete weniger als eine Meile vom geplanten Wasserungspunkt entfernt und folgte einer beinahe idealen Flugbahn.

Das erfolgreiche Ende der Artemis-II-Mission ist für die NASA eine große Erleichterung, denn zuvor hatte es Bedenken wegen des Hitzeschilds der Orion-Kapsel gegeben. Diese Schutzschicht an der Unterseite des Raumschiffs bewahrt die Astronautinnen und Astronauten beim Wiedereintritt vor extremer Hitze.

Der Wiedereintritt in die Erdatmosphäre gehört immer zu den gefährlichsten Phasen bemannter Raumfahrt, weil eine Kapsel dabei Temperaturen von rund 2.700°C ausgesetzt sein kann. Bei Artemis II war das Risiko besonders groß, weil beim Hitzeschild ein bekannter Konstruktionsfehler vorlag.

Beim unbemannten Testflug Artemis I im Jahr 2022 stellte die NASA fest, dass ein Teil des Hitzeschildmaterials beim Wiedereintritt riss, sodass sich an mehreren Stellen verkohltes Material löste. Um das Risiko für die Artemis-II-Crew zu verringern, änderte die NASA daher das Wiedereintrittsprofil der Kapsel: Sie trat schneller und in steilerem Winkel in die Atmosphäre ein, um die Zeit in den extremsten Temperaturbereichen zu verkürzen. Die NASA kündigte an, in den kommenden Tagen eine umfassende Analyse durchzuführen, sobald die Orion-Kapsel im Kennedy Space Center in Florida eingetroffen ist.

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Amit Kshatriya, ein leitender NASA-Administrator, sagte, Artemis II sei ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum Ziel der NASA, bei einer späteren Artemis-Mission wieder Menschen auf dem Mond landen zu lassen. Die NASA plant derzeit, Artemis III Mitte 2027 zu starten. Dabei sollen in einer Erdumlaufbahn Technologien mit einem oder beiden Mondlandesystemen demonstriert werden, die von SpaceX oder Blue Origin entwickelt werden. Für 2028 ist Artemis IV geplant, bei der schließlich eine Mondlandung erfolgen soll.
„Der Weg zur Mondoberfläche ist frei, aber die Arbeit, die vor uns liegt, ist größer als die, die hinter uns liegt“, sagte Kshatriya. „Und das wird immer so sein. Vor 53 Jahren hat die Menschheit den Mond verlassen. Dieses Mal kehren wir zurück, um zu bleiben.“

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„incredible pin-point precision“ – … das war alles so unheimlich präzise – vom Start bis zur Landung. Wenn man diese enorme Leistung im Ganzen betrachtet – wozu die Menschheit heute in der Lage ist – dann fragt man sich, warum es überhaupt noch Kriege geben muss. Wo wären wir heute, wenn man all die Ressourcen und Mittel bündeln und wirklich sinnvoll einsetzen würde – wären wir dann nicht schon auf dem Mars? Die Menschheit könnte es …