Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sizt Der Pflüger, dem Genügsamen raucht sein Herd. Gastfreundlich tönt dem Wanderer im Friedlichen Dorfe die Abendglocke. Wohl kehren izt die Schiffer zum Hafen auch, In fernen Städten, fröhlich verrauscht des Markts Geschäft’ger Lärm; in stiller Laube Glänzt das gesellige Mahl den Freunden. Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen Von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh’ und Ruh’ Ist alles freudig; warum schläft denn Nimmer nur mir in… weiterlesen

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr gross. Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren lass die Winde los. Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; gieb ihnen noch zwei südlichere Tage, dränge sie zur Vollendung hin und jage die letzte Süsse in den schweren Wein. Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird… weiterlesen

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah! Die Luft ist still, als atmete man kaum, Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah, Die schönsten Früchte ab von jedem Baum. O stört sie nicht, die Feier der Natur! Dies ist die Lese, die sie selber hält, Denn heute löst sich von den Zweigen nur, Was von dem milden Strahl der Sonne fällt. Friedrich Hebbel

Du, dieses Jahres Abend, Herbst, Sei meines Lebensabends Bild! Wie langsam du den Hain entfärbst, Und deine Sonn’ ist frühlingsmild: Es lacht das grünende Gefild’ Tief im Oktober ohne Frost, Und in der Traube schwillt der Most, Wie in der Brust Begeist’rung schwillt. Friedrich Rückert

Schon in’s Land der Pyramiden flohn die Störche über’s Meer; Schwalbenflug ist längst geschieden, auch die Lerche singt nicht mehr. Seufzend in geheimer Klage streift der Wind das letzte Grün; Und die süßen Sommertage, ach, sie sind dahin, dahin! Nebel hat den Wald verschlungen, der dein stillstes Glück gesehn; Ganz in Duft und Dämmerungen will die schöne Welt vergehn. Nur noch einmal bricht die Sonne unaufhaltsam durch den Duft, Und ein Strahl der alten Wonne… weiterlesen

Im Herbst steht in den Gärten die Stille, für die wir keine Zeit haben. Victor Auburtin