30Dez/07

EIN Weg

So verwirrend das Bild auch scheinen mag, zugegeben – so war auch da Jahr. Man ist (immer wieder) versucht am Jahresende ein Resümee zu ziehen, man denkt nach, was im vergangenen Jahr so geschehen ist. Natürlich – wie schnell die Zeit doch verrinnt, wie schnell wir älter werden… So viele Farben, so vielfältig – aber doch nur ein Lichtstrahl – ein Versuch den richtigen Weg zu finden. Wer kann uns diesen Weg zeigen, wer weiß, ob es der richtige Pfad ist? Immer sind es die gleichen Worte – VERTRAUEN, HOFFNUNG – natürlich, es gibt nur EINEN Weg – gehen wir ihn – mit allen Konsequenzen.

28Dez/07

trotz allem


Der Filter – „Ich weiß es schon“ hindert uns zu sehen.
Die Floskel – „Das war schon immer so“ hindert uns zu hören
Die Vermutung – „Du willst ja nicht“ hindert uns zu bitten
Das Vorurteil – „So bist Du eben“ hindert uns, aufs Neue zu beginnen.
Die Überzeugung – „Das geht doch nicht“ hindert uns zu experimentieren.
Die Angst – „Ich genüge nicht“ hindert uns zu wagen.
Die Sehnsucht, der Mut zu werden, was sein kann, fordert uns auf – trotz allem.
Renate Windisch

27Dez/07

Engel

Engel – wo sind sie denn schon wieder hin? Ist Weihnachten denn schon wieder vorbei. Wie lang haben wir darauf gewartet, erst wollte es nicht so recht in uns aufkommen – dieses Gefühl der Weihnacht. Dann, auf einmal, war es da – und jetzt, schon wieder alles vorbei?
Wie ist das mit den Engeln? Haben wir nicht alle schon einmal diesen Augenblicke erlebt, bei denen wir im Nachhinein dachten: Wie gut, dass ich einen Schutzengel hatte! Engel nur an Weihnachten? Warum nehmen wir nicht ein bisschen Geist der Weihnacht in unser normales Leben mit auf? Vielleicht entdecken wir auf der Suche nach unseren Engeln auch unser eigenes ICH.

26Dez/07

Zweiter Weihnachtstag


Still, wie unterm warmen Dach, liegt das Dorf im weißen Schnee;
In den Erlen schläft der Bach, unterm Eis der blanke Schnee.
Weiden steh’n im weißen Haar, spiegeln sich in starrer Flut;
Alles ruhig, kalt und klar wie der Tod der ewig ruht.
Weit, so weit das Auge sieht, keinen Ton vernimmt das Ohr,
Blau zum blauen Himmel zieht sacht der Rauch vom Schnee empor.
Möchte schlafen wie der Baum, ohne Lust und ohne Schmerz;
Doch der Rauch zieht wie im Traum still nach Haus mein Herz.
Klaus Groth

25Dez/07

Erster Weihnachtstag

Es glänzen hell die Sterne weit übers Land hinaus, es rufen aus weiter Ferne Glocken ins Gotteshaus. Und durch die Friedhofspforte zieht die Gemeinde still, die dem fröhlichen Worte der Weihnacht lauschen will. Der weiße Schnee deckt leise das stille, schlafende Land. Es klingt wie Orgelweise, ein Zauber hält alle gebannt. Es ist ein Licht erklommen, das übergoldet die Nacht, es ist Kunde gekommen, die ist allen gebracht. Allen, in allen Reichen klingt dies lockende Wort ein Sehnen sondergleichen reißt alle Herzen fort. Und die sich hart bekriegen, sollen einander verzeihen, und die in Ketten liegen, sollen gerettet sein. Und die in Nacht verzagen, soll Himmelslicht erbau’n, und die da Heimweh tragen, sollen die Heimat schau’n. Es ist ein Lied erklungen von jubelnd heller Art, es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart.

24Dez/07

Heiligabend

Jetzt, jetzt endlich ist Weihnachten. Wenn die Glocken der kleinen Bergkirche in Mümling-Grumbach kurz vor Mitternacht läuten.
Wenn wir den Weg hinauflaufen, die Kirche ist dunkel, nur der Baum ist beleuchtet, sonst ist kein Licht. Außer einer Kerze am Altar, wenn die Orgel anfängt zu spielen und das Licht wandert und jeder seine Kerze anzündet. Wenn es auf einmal hell wird im Raum und warm, wenn wir die Lieder singen und vorlesen. Wenn die Gedanken kreisen und eine Träne ins Auge steigt. Wenn wir lieb gewordene Menschen in den Arm nehmen und „frohe Weihnacht“ wünschen. Wenn wir hinaustreten in die kalte Nacht – tief durchatmen – diese Nacht. Wenn die Glocke verstummt wird es ganz still hier oben. Dann ist sie endlich da – die Weihnacht.

23Dez/07

Vierter Advent


Ich sehn‘ mich so nach einem Land der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub‘, ich hab’s einmal gekannt, als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah, unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah: Ich ahnte, spürte auf einmal,
daß alles: Sterne, Berg und Tal, ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei’s Sonnnenstrahl, daß Regen, Schnee und jede Wolk,
daß all das in mir drin ich find, verkleinert, einmalig und schön
Ich muß gar nicht zu jedem hin, ich spür das Schwingen, spür die Tön‘
ein’s jeden Dinges, nah und fern, wenn ich mich öffne und werd‘ still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn, der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, daß war der Moment, den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb‘ bereit: Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!
Hermann Hesse

22Dez/07

Ein Augenblick


Ein Augenblick im Meer der Zeiten, in dem die stillen Stimmen tönen,
Die sonst der Tag verdeckt mit seinem lauten schrei’n
Der Augenblick, indem die Kerzen brennen, die heiligen Kerzen, die der Liebe leuchten,
Da jedes Herz es ahnt was Friede sei.
In dieser Stille zwischen heut und morgen, in dieser Handvoll weniger Minuten,
Besinnt der Mensch sich auf sein tiefstes Glück lauscht auf die leise Melodie der Liebe
Und geht dann neu zu seinem Tag zurück.
Elisabeth Dauthendey

21Dez/07

Vorweihnachtszeit

Weihnachten – eigentlich ist es die stille, die besinnliche Zeit. Eigentlich sollten die Menschen jetzt zur Ruhe kommen, sollten sich Zeit nehmen für sich und für die, die ihnen wichtig sind. ABER – oder gibt es kein ABER? Die Zeiten sind anders geworden, hektischer, eiliger. Die Zeit scheint zu rasen, war doch nicht gerade schon Weihnachten? Wie schnell ist ein Jahr vergangen und das meiste, was wir uns vorgenommen haben, bleibt auf der Wunschliste stehen, für’s Nächste.
Gerade im Advent scheinen wir besonders unruhig – erst kurz bevor wirklich Weihnachten ist kehrt Ruhe ein. Und die Breitschaft für Weihnachten, die Stimmung. Weihnachtsstimmung – Katrin sagte gestern zu mir – „Du bist kein Kind mehr“ – DU musst dafür sorgen. Ja, so ist das – times have changed.

20Dez/07

In Weihnachtszeiten


In Weihnachtszeiten reis‘ ich gern und bin dem Kinderjubel fern
Und geh‘ in Wald und Schnee allein.
Und manchmal, doch nicht jedes Jahr, trifft meine gute Stunde ein,
Daß ich von allem, was da war, auf einen Augenblick gesunde
Und irgendwo im Wald für eine Stunde der Kindheit Duft erfühle tief im Sinn
Und wieder Knabe bin…
Hermann Hesse