23Sep/07

Mein Herbst

Herbstanfang – der astronomische Herbstanfang ist auf der nördlichen Erdhalbkugel der Zeitpunkt, an dem die Sonne den Himmelsäquator von Norden nach Süden überschreitet. Der gefühlte Herbst hat schon lange begonnen.

Warum wieder ein neues Projekt, warum wieder eine andere Webseite, mit all der Arbeit und Zeit, die daran hängt. Habe ich nicht schon viel zu wenig davon? Warum eigentlich «MEIN HERBST»?

Keine Jahreszeit fasziniert mich so wie der Herbst. Die Kraft der Sonne lässt nach, die Tage werden kürzer. Nur im Herbst gibt es dieses Licht – am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, die Landschaft im Nebel liegt. Es ist ein Kampf der Sonnenstrahlen gegen die Feuchtigkeit der Nacht, es ist ein Kampf – das Grün der Blätter weicht und geht auf in den schönsten Farben. Bevor es welkt, bevor es stirbt. Es ist wie ein letztes Aufbäumen, ein zufriedenes Danke an den gehenden Sommer, ein prächtiges Schmücken zum Abschied – vor der kommenden Kälte.
Nur im Herbst gibt es diese Wolken. Wenn der Wind durch die Landschaft fegt, die grauen Wolken treibt und aufräumt. Nur im Herbst gibt es diese Farben, nur im Herbst gibt es diesen Geruch – der Erde nach dem Regen, nach feuchtem Laub, nach Pilzen und reifen Früchten.

Nur im Herbst gibt es diese Gefühle, diese Gedanken an vergangene Herbste… Es wird viel geschehen – in DIESEM Herbst.

16Sep/07

Klassentreffen

Wieder zurück aus Leipzig, zurück von einer Zeitreise – einer Reise in die Kindheit, in die Zeit der Jugend. Mhhh, nach 25 Jahren – für manche ein erstes Wiedersehen. Und auf einmal ist es wie damals – die Gesten, die Worte, die Gedanken – wie kann das sein? Manche haben sich kaum verändert, andere dagegen sind gewachsen, sind gestiegen.

Woran denke ich, wenn ich die alte Schule betrete? Ich rieche die Zeit, es riecht wie vor 30 Jahren – die alten Treppen, die nun leeren Räume – die jetzige Verlassenheit wird durch die Bilder im Kopf kompensiert. Der Blick aus dem Fenster – der Schulhof, der Baum (an dem ich mit meiner Zuckertüte stand). Da sind tausend Gedanken, die nicht in diesem Moment zu fassen sind. Da sind unzählige Szenen, die aus der Tiefe sich nach oben drängen und wieder ein Stückchen Realität werden. Und da ist der Blick auf das Haus – in dem ich groß geworden bin – gegenüber der Schule. Und ich muss an die Zeilen der «Hosen» denken. Und wir gehen den Weg, den ich so oft gegangen bin, den ich geflogen bin, weil ich verliebt war. Und wir sind an dem Haus, dass es heut‘ nicht mehr gibt, wo ich die ersten Küsse bekam. Und ich gehe zurück – in der Nacht, die kalt und sternenklar ist – und frage mich, was aus der Zeit geworden ist. Was aus mir geworden ist.
…Hier hab ich gelernt zu lügen, zu streiten und zu intrigieren,
zu vergeben und vergessen, zu gewinnen und verlieren.
Es gab Enttäuschungen und Tränen, obwohl ich meistens glücklich war
mit unserm kleinen Vorstadt-Leben in unserer Nachbarschaft.

08Sep/05

Der Moment

05september008

Wo Ich war, das weiß nich jetzt nicht mehr genau
Weiß nur, eines Tages warst du hier
Hast mein Leben völlig auf den Kopf gestellt
Und ich war ein kleines Stück von dir
Doch dann kam der Tag für dich und deine Welt
Und ich fand nicht mehr zu mir zurück
Und was mir bleibt, ist dein Gesicht
Und das Gefühl, geteilt zu sein
Will ich dich jemals wiederseh’n, jemals wieder spür’n
Oder war es nur der Moment
Wieviel Zeit inzwischen wohl vergangen ist
Wieviel Angst und wieviel Einsamkeit
Nur daß meine Welt ein wenig reicher ist
Oder leer, wir war’n wohl nicht bereit
Vielleicht war’s einfach nicht die rechte Zeit für uns
Mag sein, ich finde bald zu mir zurück
Und was mir bleibt, ist dein Gesicht
Und das Gefühl, geteilt zu sein
Will ich dich jemals wiederseh’n, jemals wieder spür’n
Oder war es nur der Moment
Doch dann kam die Zeit für dich und deine Welt
Und ich find‘ nur schwer zu mir zurück
Und was mir bleibt, ist dein Gesicht
Und das Gefühl, geteilt zu sein
Will ich dich jemals wiederseh’n, jemals wieder spür’n
Oder war es nur der Moment
Will ich dich jemals wiederseh’n, jemals wieder spür’n
Oder war es nur der Moment…

Rosenstolz