28Jun/18

Blicke aus dem Zugfenster

Alles wird gut, alles wird,
Alles wird gut
Mit ’nem bisschen Erde im Herzen
Und ’n paar Tränen,
Wachsen mir Blumen im Kopf
Und alles wird gut, alles wird,
Mit Blumen im Kopf
Alles wird gut, alles geht,
Mit Blumen im Kopf
Ich hab Blumen im Kopf …

Fayzen

23Jun/18

Die wechselnde Libelle

Es flattert um die Quelle
Die wechselnde Libelle,
Mich freut sie lange schon;
Bald dunkel und bald helle,
Wie der Chamäleon,
Bald rot, bald blau,
Bald blau, bald grün;
O daß ich in der Nähe
Doch ihre Farben sähe!
Sie schwirrt und schwebet, rastet nie!
Doch still, sie setzt sich an die Weiden.
Da hab ich sie! Da hab ich sie!
Und nun betracht ich sie genau
Und seh ein traurig dunkles Blau –

So geht es dir, Zergliedrer deiner Freuden!

Johann Wolfgang von Goethe

22Jun/18

Morgensonne

Bleib, o bleib in deiner Träume Welt,
Such nicht des Lebens wirkliches Sein!
Es hat nur dunkle oder grelle Farben,
Der Traum nur hat der Morgensonne Schein;
Stirbst du lebend, bist du tot noch des Lebens,
Kehren wird dein Geist zu der Erde zurück;
Stirbst du als Träumer, kannst du ruhig sterben,
Mit dir verbleicht auch dein ewiges Glück.

Jens Peter Jacobsen

21Jun/18

Sommeranfang

Die große Sonne ist versprüht,
der Sommerabend liegt im Fieber,
und seine heiße Wange glüht.
Jach seufzt er auf: „Ich möchte lieber …“
Und wieder dann: „Ich bin so müd …“

Die Büsche beten Litanein,
Glühwürmchen hangt, das regungslose,
dort wie ein ewiges Licht hinein;
und eine kleine weiße Rose
trägt einen roten Heiligenschein.

Rainer Maria Rilke

19Jun/18

… erfüllt von einem neuen Blick

Ach, Freund, mitunter läuft mir die Ahnung durch den Kopf, daß ich eigentlich ein höchst gefährliches Leben lebe, denn ich gehöre zu den Maschinen, welche zerspringen können! Die Intensitäten meines Gefühls machen mich schaudern und lachen – schon ein paar Mal konnte ich das Zimmer nicht verlassen, aus dem lächerlichen Grunde, daß meine Augen entzündet waren – wodurch? Ich hatte jedesmal den Tag vorher auf meinen Wanderungen zuviel geweint, und zwar nicht sentimentale Tränen, sondern Tränen des Jauchzens; wobei ich sang und Unsinn redete, erfüllt von einem neuen Blick, den ich vor allen Menschen voraus habe.
Friedrich Wilhelm Nietzsche

17Jun/18

Die Felsenbirne – fast vergessene Sommerfrüchte

Wir haben sie entdeckt – bei uns im Garten…

Es beginnt bereits im Frühling: Die jungen Blätter treiben bronzefarben aus. Von Ende April bis Anfang Mai zieht die Felsenbirne (Amelanchier) mit ihrem weißen Kleid aus sternenförmigen Blüten die Blicke auf sich. Das freut auch die Bienen, die für reichlich Fruchtschmuck sorgen.

Ab Juni sind dann die dunkelvioletten, heidelbeergroßen Früchte reif – ein Festschmaus für Buchfink, Haussperling, Grünfink und Amsel. Auch für uns sind die Früchte ein ausgezeichnetes Wildobst mit heidelbeerähnlichem Geschmack. Früher wurden Felsenbirnen sogar ausschließlich als Obstgehölze kultiviert.

Doch der letzte Akt im Naturschauspiel der Felsenbirne kommt erst im Herbst, wenn sich ihr Laub gelb, orange und rot verfärbt, bis es schließlich abfällt.

https://www.garten-haus.at/ziergarten_leben/2017/10/kein-garten-ohne-felsenbirne-.html