Ohne Eile spazierte er weiter und vergaß nichts, nicht die Kirchenlinde mit dem kleinen Rasenstück und nicht das Wehr der oberen Mühle, seinen einstigen Lieblingsbadeplatz. Er blieb vor dem Häuschen stehen, in dem vor Zeiten sein Vater gewohnt hatte, und lehnte sich eine kleine Weile zärtlich mit dem Rücken an die alte Haustür, suchte auch den Garten auf und sah über einen lieblos neuen Drahtzaun weg in eine neu angelegte Pflanzung hinein – aber die… weiterlesen

Musik des Weltalls und Musik der Meister Sind wir bereit in Ehrfurcht anzuhören, Zu reiner Feier die verehrten Geister Begnadeter Zeiten zu beschwören. Wir lassen vom Geheimnis uns erheben Der magischen Formelschrift, in deren Bann Das Uferlose, Stürmende, das Leben Zu klaren Gleichnissen gerann. Sternbildern gleich ertönen sie kristallen, In ihrem Dienst ward unserm Leben Sinn, Und keiner kann aus ihren Kreisen fallen Als nach der heiligen Mitte hin. Hermann Hesse… weiterlesen

Der Mensch, wie ihn die Natur erschafft, ist etwas Unberechenbares, Undurchsichtiges, Feindliches. Er ist ein von unbekanntem Berge hereinbrechender Strom und ist ein Urwald ohne Weg und Ordnung. Und wie ein Urwald gelichtet und gereinigt und gewaltsam eingeschränkt werden muß, so muß die Schule den natürlichen Menschen zerbrechen, besiegen und gewaltsam einschränken. Hermann Hesse… weiterlesen

Wo werde ich diesen Abend schlafen? Einerlei! Was macht die Welt? Sind neue Götter erfunden, neue Gesetze, neue Freiheiten? Einerlei! Aber daß hier oben noch eitle Primel blüht und Silberpelzchen auf den Blättern trägt, und daß der leise süße Wind dort unten in der Pappel singt, und daß zwischen meinem Auge und dem Himmel eine dunkelgoldene Biene schwebt und summt, – das ist nicht einerlei. Sie summt das Lied vom Glück, sie summt das Lied… weiterlesen

Die Gedanken und Sorgen scheinen jenseits der Schneeberge liegengeblieben zu sein. Zwischen gequälten Menschen und häßlichen Sachen denkt und sorgt man so viel! Es ist dort so schwer, und so verzweifelt wichtig, eine Rechtfertigung des Daseins zu finden. Wie sollte man denn sonst leben? Vor lauter Unglück wird man tiefsinnig. – Hier aber sind keine Probleme, das Dasein bedarf keiner Rechtfertigung, die Gedanken werden zum Spiel. Man empfindet: die Welt ist schön, und das Leben… weiterlesen

Wenn ich diese gesegnete Gegend am Südfuß der Alpen wieder sehe, dann ist mir immer zumute, als kehre ich aus einer Verbannung heim, als sei ich endlich wieder auf der richtigen Seite der Berge. Hier scheint die Sonne inniger, und die Berge sind röter, hier wächst Kastanie und Wein, Mandel und Feige, und die Menschen sind gut, gesittet und freundlich, obwohl sie arm sind. Und alles, was sie machen, sieht so gut, so richtig und… weiterlesen

Sonntag ist’s, in allen Wipfeln rauschet es der dunkle Wald, alle Bäche leise fließen, alle Vögel wonnig grüßen und von fern die Glocke hallt. Sonntag ist’s, am Zaun das Veilchen betet still im Gras für sich, Rose hebt die süßen Augen und die roten Lippen hauchen ein Gebet demütiglich. Sonntag ist’s, ein heilger Frieden liegt auf Erden weit, so weit, Sonntag ist’s in allen Herzen. Sonntag ist’s für alle Schmerzen, heilger Sonntag weit und breit.… weiterlesen

Leicht ist das Leben für keinen von uns. Doch was nützt das, man muß Ausdauer haben und vor allem Zutrauen zu sich selbst. Man muß daran glauben, für eine bestimmte Sache begabt zu sein, und diese Sache muß man erreichen, koste es, was es wolle. Marie Curie   Anpassungen zum 22. Juni 2020 Das Besuchsrecht in Alten- und Pflegeeinrichtungen wird ab dem 22. Juni 2020 gelockert und die Anzahl von einem Besuch pro Woche auf… weiterlesen

Folgt man der Straße “Zum Bubenkreuz” in Etzean auf dem Wanderweg (Hz1) findet man nahe dem Gasthaus das “Bubenkreuz” genannte Kreuz auf der linken Seite. Die Kreuzarme sind mit 32 bzw. 34cm auffallend breit, der linke Seitenarm ist abgebrochen. Es ist wohl die Arbeit eines dörflichen Steinmetzen. Vielleicht ist der fehlende Kreuzarm schon beider Bearbeitung selbst abgebrochen. Da das Kreuz zeichenlos ist, ist eine Deutung nicht mehr möglich. (Riebeling 1977) Die Sage erzählt: Zwei Buben sollen… weiterlesen

Wie milde säuselst Du, o kühler Regen, Auf die verschmachtende, verbleichte Flur. Dein längst so heiss, so bang erflehter Seegen, Erfrischt die ganze seufzende Natur, Und neu gestärkt erheben Gras und Bäume Die matten Häupter in der Lüfte Räume. Der Sonne Gluth schien alles zu verzehren; Es welkte still dahin der Blumen Glanz. Die Pflanzen neigten sich – ein allgemein Verheeren Bedrohte selbst der Wälder dunklen Kranz, Und brennend schien in ihrer dumpfen Schwüle Die… weiterlesen