02Mrz/08

Regen


Der Regen rauscht.
Der Regen rauscht schon seit Tagen immerzu.
Gelabte Blätter blinken. Im Regenrauschen schweigen alle Vögel und zeigen sich nicht.
Es rauscht urewige Musik. Und dennoch sucht mein Blick ein Streifchen helles Licht.
Fast schäm‘ ich mich, zu sagen: ich sehne mich nach etwas Staub.
Ich kann das schwere, kalte Laub nicht länger mehr ertragen.
Joachim Ringelnatz

01Mrz/08

Wind


Dieser große herrliche Wind,
der Himmel auf Himmel baut; in sein Land möchte ich gehen und auf seinen Wegen.
Und vielleicht hast Du ihn auch um Dich
in Deinem heimatlichen Garten und siehst am Morgen sein Bildnis in den Bäumen, die er bewegt…
Rainer Maria Rilke

25Feb/08

Ende


This is the last time, that I will say these words
I remember the first time, the first of many lies, sweep it into the corner or hide it under the bed
Say these things they go away but they never do
Something I wasn’t sure of, but I was in the middle of
Something I forget now, but I’ve seen too little of
The last time – You fall on me for anything you like
Your one last line – You fall on me for anything you like
And years make everything alright – You fall on me for anything you like
And I no I don’t mind

This is the last time….
KEANE

24Feb/08

Sprache des Frühlings


Jedes Kind weiß, was der Frühling spricht: Lebe, wachse, blühe, hoffe, liebe,
freue dich und treibe neue Triebe, gib dich hin und fürcht das Leben nicht!
Jeder Greis weiß, was der Frühling spricht: Alter Mann, laß dich begraben,
räume deinen Platz den muntern Knaben, gib dich hin und fürcht das Sterben nicht!
Hermann Hesse

20Feb/08

Zu anderen Ufern


Bring mich weg von hier, bring mich weit, weit weg,
bring mich fort von den Zwängen, bring mich raus aus der Enge.
Bring mich runter, bring mich rauf, bring mich zu fernen Orten, bring mich nach Haus.
Ich streck Dir meine Hand entgegen.
Bring mich zu anderen Ufern, in ein neues Leben.
Ich streck Dir meine Hand entgegen, bring mich zu anderen Ufern, in ein neues Leben.
Bring mich zum Lachen, bring mich zum Weinen,
Bring mich zu großen Taten und zu Kleinen, bring mir die Ferne näher
Bring mir die Sterne, zeig mir Deine Wahrheit, und ich lerne…
KLEE

17Feb/08

Krokusse


Der kalte Wind fegt über das Land, die Krokusse werden blühen.
Das Frühjahr kommt mit eisiger Hand, sie werden sich bemühen.
So wunderschön ist doch das Gelb und all die anderen Farben.
Der Mensch sich nach dem Frühjahr sehnt, nach Wärme muss er darben.
Gerhard Ledwina

16Feb/08

Burns Supper

Mit gehöriger Verspätung zur Burns Night (25. Januar) fand erst heute das alljährliche Burns Supper in Beerfelden statt. Die Odenwald Association hatte eingeladen und neben reichlich Prominenz kamen auch viele „richtige“ Schotten aus Falkirk.
Das „Address To Haggis“ wurde von keinem Geringeren als Andy McNeill gehalten. Bei den Worten „cut you up wi’ ready slight“ wird normalerweise die Hülle des Haggis aufgeschnitten, so dass die Innereien auslaufen und sich auf der ganzen Servierplatte verteilen.
His knife see rustic labour dight an‘ cut you up wi‘ ready slight, trenching your gushing entrails bright like only ditch, and then , o what a glorious sight, warm-reeking‘, rich!
Auf der Speisekarte steht wieder Haggis mit Steckrübe und Kartoffeln (neeps and tatties) – und vor allem natürlich Whisky. Zur keltischen Unterhaltung trugen Ceal na gCuach, die Jenkins Highland Dancers aus Falkirk und Deidre Campell-Shaw gehörig bei. Ohnehin merken wir es wieder einmal, die Schotten sehen die Welt doch ein wenig anders…

12Feb/08

nach Dublin

 

Running, down corridors through, automatic doors
Got to get to you, got to see this through….

Komme langsam an. Die Gedanken, die Eindrücke, die Gefühle beginnen sich langsam zu setzen. Immer wieder schaue ich mir die Fotos an, bin wieder dort, höre die Stadt, durchlebe die Stunden, schließe die Augen, höre die Musik. Und immer wieder höre ich die Musik. Mhhh, wir waren wirklich da. Verrückt……..

11Feb/08

Restless

Restless – nur drei Stunden Schlaf – noch nicht angekommen, schon wieder weg. Da sitzt Du im Murray’s Pub in Dublin, Parnell Street, schaust Football beim zweiten Pint Guinness – und dann liegst du im Bett – in Kirchbrombach – fängst an zu denken, versuchst zu schlafen. Wecker, Dusche, Auto, Bahnhof, Abschied – alles geht so schnell –
6:45 – andere Welt – bin da – laufe in den kalten Morgen, kalte, klare Luft – durch den Park – sehe diese Fenster wieder – bin wieder da – DIESE MINUTEN – bin wieder weg – Airliner, sitze wieder im Flieger, bin wieder hier.
ZEIT – Musik und Bilder – wie lange bleibt das alles?

10Feb/08

Dublin pt.2

Die O’Connell Street ist die Hauptachse Dublins. Glaubt man den Reiseführern, ist Sie eine von Europas breitesten Straßen. Übrigens hieß sie bis in die frühen zwanziger Jahre Sackville Street, für die Dubliner heute eigentlich nur „The Mall“. Auf dem Mittelstreifen steht seit 2003 das beeindruckende Monument und Wahrzeichen von Dublin – The Spire – die zirka 120 Meter hohe Stahlnadel ist nachts durch tausende Leuchtdioden beleuchtet, 126 Tonnen schwer und besteht aus acht Teilen, die durch 204 Bolzen und insgesamt zwei Kilometer Schweißnähte zusammengehalten werden. Zumindest ist sie eine gute Orientierung in der Stadt.
Die O’Connell Bridge ist ein seltenes Exemplar ihrer Gattung! Vergleicht man die Entfernung zwischen den Ufern des Liffey und die Entfernung zwischen den Brückengeländern, merkt man – die Brücke ist wesentlich breiter, als sie lang ist! Das fällt in der Rush Hour aber nicht weiter auf, dann könnte die Brücke noch dreimal so breit sein und wäre trotzdem verstopft.