Nun der Tag mich müd’ gemacht, soll mein sehnliches Verlangen freundlich die gestirnte Nacht wie ein müdes Kind empfangen. Hände, lasst von allem Tun, Stirn, vergiss du alles Denken, alle meine Sinne nun wollen sich in Schlummer senken. Und die Seele unbewacht will in freien Flügen schweben, um im Zauberkreis der Nacht tief and tausendfach zu leben. Hermann Hesse… weiterlesen

Es ist eine sprichwörtliche Redensart, daß jeder sich sein Schicksal schafft, und man pflegt das so zu nehmen, daß er es sich durch Vernunft und Unvernunft gut oder schlecht bereitet. Man kann es aber auch so verstehen, daß, wie er es aus den Händen der Vorsehung empfängt, er sich so hineinpaßt, daß es ihm doch wohl wird, wieviel Mängel es auch darbieten möge. Wilhelm von Humboldt… weiterlesen

Nur alle 5000 bis 7000 Jahre kommt der Komet C/2020 F3 (Neowise) der Erde so nah, dass er mit bloßem Auge zu sehen ist. Und jetzt ist es wieder so weit. Den sonnennächsten Punkt seiner elliptischen Umlaufbahn hat der Komet bereits am 3. Juli erreicht. Aktuell ist Neowise rund 160 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Das ändert sich Mitte Juli: Dann liegt seine Distanz zur Erde nur noch bei rund 103 Millionen Kilometern. Derzeit… weiterlesen

Die Sonne spricht zu uns mit Licht, Mit Duft und Farbe spricht die Blume, Mit Wolken, Schnee und Regen spricht Die Luft. Es lebt im Heiligtume Der Welt ein unstillbarer Drang, Der Dinge Stummheit zu durchbrechen, In Wort, Gebärde, Farbe, Klang Des Seins Geheimnis auszusprechen. Hier strömt der Künste lichter Quell, Es ringt nach Wort, nach Offenbarung, Nach Geist die Welt und kündet hell Aus Menschenlippen ewige Erfahrung. Nach Sprache sehnt sich alles Leben, In… weiterlesen

Ein jeder Mensch hat seine Seele, die kann er mit keiner anderen vermischen. Zwei Menschen können zueinander gehen, sie können miteinander reden und nah beieinander sein. Aber ihre Seelen sind wie Blumen, jede an ihrem Ort angewurzelt, und keine kann zu der andern kommen, sonst müßte sie ihre Wurzel verlassen, und das kann sie eben nicht. Die Blumen schicken ihren Duft und ihren Samen aus, weil sie gern zueinander möchten; aber daß ein Same an seine rechte Stelle kommt, dazu kann… weiterlesen

Das alles soll nun wiederkommen: Sommer, Kornfelderglut und Waldkühle, milde Abendröten am Schilfstrand, brennende Fahrten durch den blauen Mittagsglast und herrliche, seelenlösende, brausende Gewitter. Man hört ja immer wieder sagen, der Frühling sei die schönste Zeit des Jahres. Aber das Schönste an ihm ist doch die Vorfreude, das Erwarten des Sommers. Schnell ist der sanfte, sehnsüchtig blaue Frühling vergessen, wenn der Sommer kommt und herrscht, wenn Sonne und Erde in Liebe und Kampf einander näher… weiterlesen

GPS-Koordinaten: 49.502228, 9.351811 Hier im südlichen Teil der Gemarkung Hettingen, Richtung Eberstadt, und am ehemaligen alten Kirchweg Richtung Bödigheim, steht der älteste datierte Bildstock der Gemeinde Hettingen. Der sogenannte “Schwedenstein” trägt das Datum 1628, 27 May. Der Bildstock, aus einem Sandsteinblock gehauen, geht von einem achteckigen Schaft in einen Vierkantschaft über und ist ca. einen Meter hoch. Der vorkragende Kopfteil hat auf der Schauseite ein Flachrelief. Auf der Sichtseite des Schaftes steht folgende lateinische Inschrift:… weiterlesen

Der Wald hat abgeblüht und hängt schon voll kleiner stachliger Früchte, die Heidelbeeren sind schon vorüber, und die Brombeeren fangen an, deren die Welt hier voll ist. Viele liebe kleine Blumen, Gräser, Moose und Pilze begegnen mir wieder, die ich nicht kenne und deren Namen kennen zu lernen ich mir immer und immer wieder vorgenommen habe. Mit einem kleinen guten Botanikbuch in Ruhe mich unter diese lieben Blumen zu setzen und sie zu studieren, das… weiterlesen

Unter diesen Freuden stehen diejenigen obenan, welche uns die tägliche Berührung mit der Natur erschließt. Unsere Augen vor allem, die viel missbrauchten, überangestrengten Augen des modernen Menschen, sind, wenn man nur will, von einer ganz unerschöpflichen Genussfähigkeit. Wenn ich morgens zu meiner Arbeit gehe, eilen mit mir und mir entgegen täglich zahlreiche andere Arbeiter, eben aus dem Schlaf und Bett gekrochen, schnell und fröstelnd über die Straßen. Die meisten gehen rasch und halten die Augen auf… weiterlesen

Ist dies nun alles, Blumengaukelspiel Und Farbenflaum der lichten Sommerwiese, Zartblau gespannter Himmel, Bienensang, Ist dies nun alles eines Gottes Stöhnender Traum, Schrei unbewusster Kräfte nach Erlösung? Des Berges ferne Linie, Die schön und kühn im Blauen ruht, Ist denn auch sie nur Krampf, Nur wilde Spannung gärender Natur Nur Weh, nur Qual, nur sinnlos tastende, Nie rastende, nie selige Bewegung? Ach nein! Verlass mich du, unholder Traum Vom Leid der Welt! Dich wiegt ein… weiterlesen