Des Lebens Karawane zieht mit Macht Dahin, und jeder Tag, den du verbracht Ohne Genuß, ist ewiger Verlust. Schenk ein, Saki! Es schwindet schon die Nacht. Weißt du, warum bei jedes Frührots Schein Der Hahn dich schreckt durch sein eindringlich Schrein? Weil wieder eine Nacht vom Leben schwand, Und du schläfst sorglos in den Tag hinein. Unter des Mondes wechselvollem Licht Das Schicksal uns kein Morgenrot verspricht. Drum trink im Schein des Monds, denn mancher… weiterlesen

Du willst’s, so sei der Schwur erneuert, Vergessen sei, was uns entzweit, Zu höchst und aber höchst beteuert Sei unsrer Liebe Innigkeit! Doch was vom sichern Port gesteuert Uns einst in Hohe See voll Leid, – Das war die Zeit, mein Kind, die Zeit! Das war ein eifrig Phrasensammeln, Um an des Fühlens Ewigkeit Den Glauben in uns aufzusammeln, Und doch, nach wen’ger Jahre Streit, So wie aus Kindermund ein Stammeln, Erschien die Überschwenglichkeit. –… weiterlesen

Leipzig, Zwenkauer See Nicht vom letzten Schlittengleise Bis zum neuen Flockentraum Zähl’ ich auf der Lebensreise Den erfüllten Jahresraum. Nicht vom ersten frischen Singen, Das im Wald geboren ist, Bis die Zweige wieder klingen, Dauert mir die Jahresfrist. Von der Kelter nicht zur Kelter Dreht sich mir des Jahres Schwung, Nein, in Flammen werd’ ich älter Und in Flammen wieder jung. Von dem ersten Blitze heuer, Der aus dunkler Wolke sprang, Bis zu neuem Himmelsfeuer… weiterlesen

Leipzig, Kulkwitzer See So werd ich manchmal irre an der Stunde, An Tag und Jahr, ach, an der ganzen Zeit! Sie gärt, sie tost, doch mitten auf dem Grunde Ist es so still, so kalt und zugeschneit! Habt ihr euch auf ein neues Jahr gefreut, Die Zukunft preisend mit beredtem Munde? Es rollt heran und schleudert weit, o weit! Zurück euch, ihr versinkt im alten Schlunde! O hätt den Hammer ich des starken Thor, Auf… weiterlesen

A BEAUTIFUL BITTERSWEET ALBUM. “…But you’ll be hearing from me baby, long after I’m gone I’ll be speaking to you sweetly from my window In the Tower of Song….”

Noch einmal, eh ich weiterziehe und meine Blicke vorwärts sende, heb ich vereinsamt meine Hände zu dir empor, zu dem ich fliehe, dem ich in tiefster Herzenstiefe Altäre feierlich geweiht, daß allezeit mich deine Stimme wieder riefe. Darauf erglüht tief eingeschrieben das Wort: Dem unbekannten Gotte. Sein bin ich, ob ich in der Frevler Rotte auch bis zur Stunde bin geblieben: Sein bin ich – und fühl die Schlingen, die mich im Kampf darniederziehn und,… weiterlesen

Ich sage nicht mehr, – ich lege nur einfach mein Buch unter den kleinen Christbaum, oder dort auf das kleine Tischchen, wo die singenden Engel stehen und wo Du mir im vorigen Jahr die Fülle Deiner Gaben ausgebreitet hast. Siehst Du, man kann es ruhig aussprechen, denn ich bin wieder da, wie im Vorjahr, nur nicht gehetzt, nicht zu bestimmter Stunde kommend oder forteilend, ich bin an diesem Abend ganz leise überall in Deiner Stube,… weiterlesen

Weihnachten! Ich möchte Dir gern einen großen Weihnachtsbrief schreiben, aber in meiner neuen recht beneidenswerten Eigenschaft als Vater hab ich so viele Pflichten, daß ich Dir nur wenige innige Worte senden kann. Ich glaube, diesmal wirst Du es nicht so traurig und bange empfinden, daß ich zum 24. nicht nach Prag gekommen bin, da Du weißt, daß ich ein eignes Haus und eine liebe Frau und ein kleines Kindchen habe, für die ich wohl einen… weiterlesen

… Aber wo meine Gabe nicht hinreicht, da muß die Versicherung sprechen, daß viele viele Wünsche von mir Dein Fest mit Dir feiern und Dich umgeben und für Dich beten in der heiligen Stunde, die wir zusammen erleben, weil wir sie tief gemeinsam fühlen und empfangen. Genieße, liebe Mama, offenen Herzens ihre große Festlichkeit, und laß Dir von ihren sanften Händen alle Sorge aus dem Herzen nehmen. Wer Vertrauen hat ist stark, und diese stille… weiterlesen

Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr. Da hörst du alle Herzen gehn und schlagen wie Uhren, welche Abendstunden sagen. Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr. Da werden alle Kinderaugen groß, als ob die Dinge wüchsen, die sie schauen und mütterlicher werden alle Frauen und alle Kinderaugen werden groß. Da mußt du draußen gehn im weiten Land willst du die Weihnacht sehn, die unversehrte, als ob dein Sinn der Städte nie begehrte, so mußt… weiterlesen