Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt, dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe. Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat: die ersten isst sie mit Vergnügen, aber als es merkt, dass nur noch wenige übrig sind, begann es, sie wirklich zu genießen. Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass… weiterlesen

Sag mir blasse Rose dort Was stehst du noch an so trübem Ort? Schon senkt sich der herbst am Zeitenhebel Schon zieht an den Bergen Novembernebel. Was bleibst du allein noch blasse Rose? Die letzte deiner Gefährten und Schwestern Fiel tot und zerblättert zur Erde gestern Und liegt begraben im Mutterschoosse… Ach mahne mich nicht dass ich mich beeile! Ich warte noch eine kleine Weile. Auf eines Jünglings grab ich stehe: Er vieler Hoffnung und… weiterlesen

Ohne Glaube an die Seele und ihre Unsterblichkeit ist das Sein den Menschen unnatürlich, undenkbar und unerträglich. Nur durch den Glauben an seine Unsterblichkeit erfaßt der Mensch den vernünftigen Zweck seines Seins auf Erden. Der Verlust des höchsten Sinnes das Leben führt folgerichtig zum Selbstmord … Die Überzeugung von der Unsterblichkeit ist folglich der Normalzustand der Menschheit, und wenn dem so ist, so ist auch die Unsterblichkeit der menschlichen Seele selbst eine zweifellose Tatsache. Mit… weiterlesen

Da nun die Blätter fallen, O weh, wie fahl, Fühl’ ich, wie alt ich worden bin. Das macht mir Qual. Die Sonne scheint. Ach, Sonne, Wie bist du kalt. Einst war der Herbst mir auch ein Lied. Jetzt bin ich alt. Otto Julius Bierbaum

Aladdin, ein Straßenjunge, ist zufrieden, solange er tanzen, andere zum Lachen bringen und seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Als er der bezaubernden Jasmin begegnet, bekommt er Zweifel: Ist es möglich, dass sich die Tochter eines englischen Archäologen in einen armen Straßenjungen verliebt? So etwas gibt es doch nur im Märchen! Diese Unsicherheit macht sich der böse Zauberer Dschafar zunutze und spannt den abenteurlustigen Aladdin für seine Zwecke ein – doch der Plan misslingt, und… weiterlesen

Es liegt der Herbst auf allen Wegen, in hundert Farben prangt sein Kleid, Wie seine Trauer, seinen Segen er um sich streut zu gleicher Zeit. Es rauscht der Fuß im welken Laube, was blüht’ und grünte, ward ein Traum – Allein am Stocke winkt die Traube und goldne Frucht schmückt rings den Baum. So nimmt und gibt mit vollen Händen der Herbst, ein Dieb und eine Fee; Erfüllung kann allein er spenden, doch sie umfängt… weiterlesen

Im Herbst, wenn sich der Baum entlaubt, nachdenklich wird und schweigend, Mit Reif bestreut sein welkes Haupt, fromm sich dem Sturme neigend: Da geht das Dichterjahr zu End’, da wird mir ernst zu Mute; Im Herbst nehm’ ich das Sakrament in jungem Traubenblute. Da bin ich stets beim Abendrot allein im Feld zu finden, Da brech’ ich zag mein Stücklein Brot und denk’ an meine Sünden. Gottfried Keller