Immer vorwärts! Deine Stärke liegt in deiner eignen Brust, nur dass du sie erst durch Werke unermüdlich wecken musst. Tändelnd hüpft mit Lebestönen wohl der Bach durchs flache Land, doch er stürzt mit Donnerdröhnen nieder von der Felsenwand. Erst bei jenen Hindernissen fühlt er, dass er Stärke barg, Eichen hat er mitgerissen! Das bedenke! – und sei stark! Lass nie ungenützt ein Heute rasch entfliehn bei Lust und Scherz, manch gute Körnlein streute dir dein… weiterlesen

Das gelbe Laub erzittert, Es fallen die Blätter herab; Ach, alles, was hold und lieblich, Verwelkt und sinkt ins Grab. Die Gipfel des Waldes umflimmert Ein schmerzlicher Sonnenschein; Das mögen die letzten Küsse Des scheidenden Sommers sein. Mir ist, als müsst ich weinen Aus tiefstem Herzensgrund; Dies Bild erinnert mich wieder An unsre Abschiedsstund’. Ich musste von dir scheiden, Und wusste, du stürbest bald; Ich war der scheidende Sommer, Du warst der kranke Wald. Heinrich… weiterlesen

Dich quält ein leerer Wahn der Zeiten, Der Meinungen vielfaches Streiten Und der Nachtreter großer Schwarm? Und sehnend dich aus dem Gewimmel Des Falschen blickst du auf zum Himmel, Die Erde ist der Wahrheit arm? Doch bleibt, was wahr und immer währet, Was keiner Zeiten Tand zerstöret, Was uns die inn’re Stimme spricht, Das ist und bleibt und wanket nicht. Verhallen mögen äuß’re Klänge, Das leiernde Geschwätz der Menge, Doch ewig bleibt die ew’ge Wahrheit… weiterlesen

Oktobertag. Die Wolken fliehn, Der Himmel blauschimmernde Seide, Des Herbstes lodernde Farben glühn: Festflammen auf brauner Heide. Am Brombeerstrauch das Purpurblatt Umschmeichelt die glänzende Beere, Am Heidekraut träumt bleich und matt Verspätete Blütenähre. Die Birke im goldenen Königsgewand Wiegt zitternd die schwankenden Zweige. der schlummernde Wind hebt müde die Hand und stimmt die Spielmannsgeige. Er richtet sich auf und harft und geigt In den Föhren, den dunklen, herben Und alles neigt sich und lauscht und… weiterlesen