Zeit der Weihnacht, immer wieder rührst du an mein altes Herz, führst es fromm zurück in sein früh’stes Glück, kinderheimatwärts. Sterne leuchten über Städte, über Dörfer rings im Land. Heilig still und weiß liegt die Welt im Kreis unter Gottes Hand. Kinder singen vor den Türen: “Stille Nacht, heilige Nacht!” Durch die Scheiben bricht hell ein Strom von Licht, aller Glanz erwacht. Und von Turm zu Turm ein Grüßen, und von Herz zu Herz ein… weiterlesen

Es treibt der Wind im Winterwalde Die Flockenherde wie ein Hirt, Und manche Tanne ahnt, wie balde Sie fromm und lichterheilig wird, Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen Streckt sie die Zweige hin – bereit, Und wehrt dem Wind und wächst entgegen Der einen Nacht der Herrlichkeit. Rainer Maria Rilke

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn, Aber als Knecht Ruprecht schon Kommt der Winter hergeschritten, Und alsbald aus Schnees Mitten Klingt des Schlittenglöckleins Ton. Und was jüngst noch, fern und nah, Bunt auf uns herniedersah, Weiß sind Türme, Dächer, Zweige, Und das Jahr geht auf die Neige, Und das schönste Fest ist da. Tag du der Geburt des Herrn, Heute bist du uns noch fern, Aber Tannen, Engel, Fahnen Lassen uns den Tag schon ahnen,… weiterlesen

Die Blumen sind verblüht im Tal, die Vöglein heimgezogen; Der Himmel schwebt so grau und fahl, es brausen kalte Wogen. Und doch nicht Leid im Herzen brennt: Es ist Advent! Es zieht ein Hoffen durch die Welt, ein starkes, frohes Hoffen; das schließet auf der Armen Zelt und macht Paläste offen; das kleinste Kind die Ursach kennt: Es ist Advent! Advent, Advent, du Lerchensang von Weihnachts Frühlingstunde! Advent, Advent, du Glockenklang vom neuen Gnadenbunde! Du… weiterlesen

Es ist das ganze Leben für den, der Jesus kennt, ein stetes, stilles Warten auf seligen Advent. Er kommt, heißt unser Glaube, er kommt, heißt unser Trost, wir hoffen in der Stille und wenn das Wetter tost. Wir schauen auf im Kampfe, wir seufzen oft im Dienst: Ach, dass du kämst, Herr Jesu, ach, dass du bald erschienst! Hedwig von Redern

Ich habe meine Jahre gezählt und festgestellt, dass ich weniger Zeit habe, zu leben, als ich bisher gelebt habe. Ich fühle mich wie dieses Kind, das eine Schachtel Bonbons gewonnen hat: die ersten isst sie mit Vergnügen, aber als es merkt, dass nur noch wenige übrig sind, begann es, sie wirklich zu genießen. Ich habe keine Zeit für endlose Konferenzen, bei denen die Statuten, Regeln, Verfahren und internen Vorschriften besprochen werden, in dem Wissen, dass… weiterlesen

Sag mir blasse Rose dort Was stehst du noch an so trübem Ort? Schon senkt sich der herbst am Zeitenhebel Schon zieht an den Bergen Novembernebel. Was bleibst du allein noch blasse Rose? Die letzte deiner Gefährten und Schwestern Fiel tot und zerblättert zur Erde gestern Und liegt begraben im Mutterschoosse… Ach mahne mich nicht dass ich mich beeile! Ich warte noch eine kleine Weile. Auf eines Jünglings grab ich stehe: Er vieler Hoffnung und… weiterlesen