Sommerelegie

Donnerstag, 31. Juli 2014

14july031

Jeder kommt einmal zu der Erde Rand,
Wo das Land aufhört, Wirklichkeit und Zahl,
Zur Versenkung, drinnen Jahr um Jahr verschwand;
Wo kein Wegmal und auch keine Wahl
Zwischen Nacht und Sonnenstrahl,
Zwischen Berg und Tal.

Sieh, das Sommergrün steht schon grob und groß,
Manche Ranke, derb und kühn, in den Himmel schoß,
Zuchtlos brüsten sich Unkraut und Gedanke.
Berge Laub sind aufgebaut, Wachstum ohne Schranke,
Als bringt nichts sie um, die sich aufgerafft vom Staube;
Strotzend gafft der Baum aus der Blätterhaube.

Gib mir Deine Hand, dran die Adern blauen,
Deine Hand,
Die ich nicht am Wege blindlings fand;
Deine Augen,
Die auf Augenblicke wie goldsuchend schauen
Und zum Sand. –
Gleich sind aller Dinge Endgeschicke,
Aller, welche sich zu leben trauen.

Max Dauthendey

 

Heute hier, morgen dort …

Mittwoch, 30. Juli 2014

14july030

Heute hier, morgen dort, bin kaum da, muss ich fort; hab‘ mich niemals deswegen beklagt.
Hab‘ es selbst so gewählt, nie die Jahre gezählt, nie nach gestern und morgen gefragt.
Manchmal träume ich schwer und dann denk ich, es wär,
Zeit zu bleiben und nun was ganz anderes zu tun.
So vergeht Jahr um Jahr und es ist mir längst klar,
dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war.
Dass man mich kaum vermisst, schon nach Tagen vergisst,
wenn ich längst wieder anderswo bin, stört und kümmert mich nicht.
Vielleicht bleibt mein Gesicht doch dem einen oder andren im Sinn.
Fragt mich einer, warum ich so bin, bleib ich stumm, denn die Antwort darauf fällt mir schwer.
denn was neu ist wird alt und was gestern noch galt, stimmt schon heut‘ oder morgen nicht mehr.

Hannes Wader feat. Die Toten Hosen

 

Dieser Mensch ist völlig unreif! 

Dienstag, 29. Juli 2014

14july029

Manchmal benimmt sich der Krieger des Lichts wie ein Kind. Die Leute sind schockiert, sie haben vergessen, dass ein Kind sich amüsieren, spielen und ein bisschen aufmüpfig sein  muss, dass es unpassende, unreife Fragen stellt und Unsinn sagt, den es selbst nicht glaubt. Und sie fragen entgeistert: Ist das der spirituelle Weg?
Dieser Mensch ist völlig unreif! 

Paulo Coelho

 

Jetzt

Sonntag, 27. Juli 2014

14july027

Alles, was du wahrnimmst, ist heilig, wenn du gegenwärtig bist. Je mehr
du im Jetzt lebst, desto mehr spürst du die einfache, aber tiefe Freude
des Seins und die Heiligkeit allen Lebens.

Eckhart Tolle

 

Colloquium

Samstag, 26. Juli 2014

14july026

 

Temple Church

Freitag, 25. Juli 2014

14july025

Das Einzige, was dich von der Erkenntnis der Wahrheit deiner selbst als ewige Stille trennt, ist ein Gedanke, der das Gegenteil behauptet.

Gangaji

 

London

Donnerstag, 24. Juli 2014

14july024

 

Verzückung

Donnerstag, 17. Juli 2014

14july017

Biegt sich in berauschter Nacht mir entgegen Wald und Ferne,
Atm ich Blau und kühle Sterne und der Träume wunde Pracht,
O dann liegt die trunkne Welt wie ein Weib an meinem Herzen,
Lodert in verzückten Schmerzen, deren Schrei betörend gellt.
Und aus fernsten Tiefen her Tiergestöhn und Flügelschlagen,
Nachklang aus verschollnen Tagen, grüner Jugendzeit am Meer,
Opferschrei und Menschenblut, Feuertod und Klosterzelle,
Alles meines Blutes Welle, Alles heilig, alles gut!
Nichts ist außen, nichts ist innen, nichts ist unten, nichts ist oben,
Alles Feste will zerinnen, alle Grenzen sind zerstoben.
Sterne gehn in meiner Brust, Seufzer gehn am Himmel unter,
Jedes Leben Herz und Lust brennt entzückter, flackert bunter,
Jeder Rausch ist mir willkommen, offen steh ich jeder Pein,
Ströme betend, hingenommen mit ins Herz der Welt hinein.

Hermann Hesse

 

 

Im Flug der Zeit

Mittwoch, 16. Juli 2014

14july016

Wenn still der Sommer scheidet und wenn der Herbst beginnt,
Fühlt man mit tiefer Wehmut, wie schnell die Zeit verrinnt;
Und wie so manche Blüte am Baum des Lebens starb! —
Wohl dem, der im Gemüte sich Bleibendes erwarb!
Wohl dem, der froh kann schauen das Ziel, wonach er strebt,
Wie über grüne Auen im Lenz die Lerche schwebt;
Wie Zwischen vollen Garben der Schnitter fröhlich singt
Und, ob auch Blüten starben, die Ernte heimwärts bringt!

Ludwig Palmer

 

Weltschmerz

Dienstag, 15. Juli 2014

14july015

Es können Stunden kommen, wo jeder Trost entweicht,
Wo sich ein finstrer Dämon in deine Seele schleicht;
Was sonst dein Herz erfreute.
Scheint nichtig dir und schal, das Leben eine Bürde, die Welt ein Jammertal.
Dir ist, als wär’ die Sonne ins Nebelmeer getaucht,
Als hätt’ mit gift’gem Kusse der Tod dich angehaucht;
Du bist so tief erbittert, so traurig und so krank,
Und wer dich trösten möchte, der erntet schlimmen Dank.
Dir ist, als ob du spürtest den Flügelschlag der Zeit
Und dieses Erdenlebens trostlose Nichtigkeit;
Ein Weh zieht durchs Gemüte, das quält dich immerzu.
O frag nicht, was dir fehlet, —
Am Weltschmerz leidest du.

Ludwig Palmer

 

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