Regentag (Walpurgisnacht)

Sonntag, 27. April 2014

14april027

Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser
über der Steine ruhig dunkelnden Glanz.
Alle Geräusche ducken sich ganz
in die glänzenden Knospen der Reiser.

Rainer Maria Rilke

 

time lapse

Samstag, 26. April 2014

14april026

When the curtain’s call is the last of all
When the lights fade out all the sinners crawl
So they dug your grave and the masquerade
Will come calling out at the mess you made
Don’t want to let you down but I am hell bound
Though this is all for you don’t want to hide the truth
No matter what we breed we still are made of greed
This is my kingdom come
This is my kingdom come

Jasmine Thompson

 

… saw my first poppy today

Freitag, 25. April 2014

14april025

Blättert zurück in euren Tagebüchern.
War da nicht immer um die Frühlinge eine Zeit, da das ausbrechende Jahr euch wie ein Vorwurf betraf?
Es war Lust zum Frohsein in euch, und doch, wenn ihr hinaustratet in das geräumige Freie,
so entstand draußen eine Befremdung in der Luft,
und ihr wurdet unsicher im Weitergehen wie auf einem Schiffe.
Der Garten fing an; ihr aber (das war es), ihr schlepptet Winter herein und voriges Jahr;
für euch war es bestenfalls eine Fortsetzung.

Rainer Maria Rilke

 

Der letzte Brief eines Großvaters an seine Enkelkinder

Donnerstag, 24. April 2014

14april024

Lieber Ryan, Conor, Brendan, Charlie und liebe Mary Catherine,

Meine kluge Tochter Rachel hat mich dazu gedrängt, euch ein paar Worte des Rats zu schreiben, über die wichtigen Dinge, die ich im Leben gelernt habe. Ich schreibe euch das am 8. April, am Abend meines 72. Geburtstags.

Jeder von euch ist ein wundervolles Geschenk Gottes, an eure Familie und an die Welt. Denkt immer daran – besonders, wenn Zweifel und Entmutigung euch einholen.
Habt keine Angst. Vor nichts und niemandem, wenn es darum geht, euer Leben voll auszukosten. Folgt euren Hoffnungen und Träumen, egal wie unerreichbar oder seltsam sie euch erscheinen mögen. Viel zu viele Menschen tun nicht das, was sie wirklich wollen, weil sie sich davor fürchten, was andere dazu sagen könnten. Denkt daran: Wenn diese Menschen euch keine Hühnersuppe ans Bett bringen, wenn ihr krank seid oder euch beistehen, wenn ihr Probleme habt, dann spielen sie keine Rolle in eurem Leben. Meidet diese sauerlaunigen Pessimisten, die sich eure Träume anhören und sagen: „Ja, aber was, wenn…“ Zum Teufel mit „Was, wenn“! Tut es. Das Schlimmste im Leben ist, zurück zu schauen und zu sagen: „Ich hätte es getan, ich hätte es tun können, ich hätte es tun sollen.“ Geht Risiken ein, macht Fehler.
Alle anderen sind auch nur normale Menschen. Manche tragen schicke Hüte oder haben wichtige Titel oder sie haben (eine Zeit lang) Macht. Sie wollen, dass ihr sie für etwas Besseres haltet. Glaubt ihnen nicht. Sie haben die gleichen Zweifel, Ängste und Hoffnungen; sie essen, trinken, schlafen und furzen wie jeder andere. Hinterfragt Autoritäten immer, aber stellt euch dabei klug und vorsichtig an.
Macht eine Liste mit allen Dingen, die ihr in eurem Leben tun wollt: Reisen, eine besondere Fähigkeit lernen, jemand besonderen treffen. Macht eine lange Liste und hakt jedes Jahr ein paar Punkte davon ab. Sagt nicht: „Das mache ich morgen“ (oder nächsten Monat oder nächstes Jahr). So werdet ihr es nie tun. Es gibt kein Morgen und die einzig richtige Zeit, etwas zu tun, ist jetzt.
Seid freundlich und bemüht euch nach Kräften, anderen Menschen zu helfen, besonders den Schwachen, den Ängstlichen und Kindern. Jeder trägt eine Sorge mit sich herum, und diese Menschen brauchen euer Mitgefühl.
Tretet nicht dem Militär bei oder irgendeiner anderen Organisation, die zum Töten ausbildet. Krieg ist böse. Alle Kriege werden von alten Männern begonnen, die junge Männer dazu zwingen, einander zu hassen und umzubringen. Die alten Männer überleben und beenden den Krieg auf die gleiche Art, wie sie ihn begonnen haben: Mit Stift und Papier. So viele gute und unschuldige Menschen sterben. Wenn Kriege wirklich so nobel sind – warum stehen diese Führer, die Krieg beginnen, nicht selbst auf dem Schlachtfeld und kämpfen?
Lest Bücher, so viele ihr könnt. Sie sind eine Quelle der Freude, der Weisheit und der Inspiration. Sie brauchen keine Batterien und keine Internetverbindung und sie können euch überall hinbringen.
Seid wahrhaftig.
Macht Reisen: Immer, aber besonders, solange ihr jung seid. Wartet nicht, bis ihr genug Geld habt oder bis es gerade gut passt. Das passiert nie. Holt euch heute euren Reisepass.
Wählt euren Beruf, weil ihr ihn liebt. Sicher, manche Dinge werden hart sein, aber ein Beruf muss Freude machen. Nehmt niemals eine Arbeit nur wegen des Geldes an – das wird eure Seele verkrüppeln.
Schimpft nicht. Das führt nie zum Erfolg und es tut euch und anderen weh. Jedes Mal, wenn ich geschimpft habe, bin ich gescheitert.
Haltet immer die Versprechen, die ihr Kindern gebt. Sagt nicht „mal sehen“, wenn ihr eigentlich „nein“ meint. Kinder erwarten die Wahrheit. Gebt sie ihnen – mit Liebe und Güte.
Sagt niemals jemandem, dass ihr ihn liebt, wenn ihr es nicht tut.
Lebt im Einklang mit der Natur, geht nach draußen, in den Wald, in die Berge, ans Meer, in die Wüste. Das ist wichtig für die Seele.
Umarmt die Menschen, die ihr liebt. Sagt Ihnen, wie viel sie euch bedeuten. Wartet nicht, bis es zu spät ist.
Seid dankbar. Es gibt ein Sprichwort: „Das ist ein Tag in unserem Leben und er wird nicht wieder kommen.“ Lebt jeden Tag mit diesem Gedanken.

http://www.huffingtonpost.de/ann-brenoff/der-letzte-brief-eines-gr_b_5027344.html?utm_hp_ref=fb&src=sp&comm_ref=false

 

Schimmer

Mittwoch, 23. April 2014

14april023

Nicht so sehr der neue Schimmer tats,
daß wir meinen, Frühling mitzuwissen,
als ein Spiel von sanften Schattenrissen
auf der Klärung eines Gartenpfads.
Schatten eignet uns den Garten an.
Blätterschatten lindert unsern Schrecken,
wenn wir in der Wandlung, die begann,
uns schon vorverwandelter entdecken.

Rainer Maria Rilke

 

It’s Earth Day!

Dienstag, 22. April 2014

14april022

Our planet is at a turning point. The massive global migration underway now from countryside to cities will demand huge investments in energy, water, materials, waste, food distribution, and transportation over the next 25 years. If the right investments are made now, this unique opportunity will be the catalyst for dramatic changes in the built environment and the fight against carbon emissions and climate change.

https://www.facebook.com/events/1393193094293077/?fref=ts

 

Ostermontag in Frankfurt

Montag, 21. April 2014

14april021

Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge und keine Heimat haben in der Zeit.
Und das sind Wünsche: leise Dialoge täglicher Stunden mit der Ewigkeit.
Und das ist Leben. Bis aus einem Gestern die einsamste Stunde steigt,
die, anders lächelnd als die andern Schwestern, dem Ewigen entgegenschweigt.

Rainer Maria Rilke

 

Osterspaziergang

Sonntag, 20. April 2014

14april020

So zum Schönsten der Symbole wird das frohe Osterfest,
dass der Mensch sich Glauben hole, wenn ihn Mut und Kraft verlässt.
Jedes Herz, das Leid getroffen, fühlt von Anfang sich durchweht,
dass sein Sehnen und sein Hoffen immer wieder aufersteht.

Ferdinand von Saar

 

Apriltag

Samstag, 19. April 2014

14april019

Wie liegt die Welt so frisch und traurig vor mir im Morgensonnenschein.
Entzückt vom hohen Hügel schau ich ins frühlingsgrüne Tal hinein.
Mit allen Kreaturen bin ich in schönster Seelenharmonie.
Wir sind verwandt, ich fühl es innig, und eben darum lieb ich sie.
Und wird auch mal der Himmel grauer;
wer voll Vertraun die Welt besieht, den freut es, wenn ein Regenschauer mit Sturm und Blitz vorüberzieht.

Wilhelm Busch

 

Karfreitag

Freitag, 18. April 2014

14april018

So viele Träume begraben und Hoffnungen zu den Akten gelegt.
So viele Wagnisse ausgelassen und Worte zu sagen versäumt.
So oft Dir nicht vertraut und dem Himmel die Tür gewiesen.
Verschlossen in dunklen Kammern liegt das, was in mir gestorben ist.
Gott, ich brauche einen Engel, der die Steine beiseite wälzt.
Der mich bei meinem Namen ruft und mein Leben ins Licht bringt.

 

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