Aus und vorbei …

Mittwoch, 27. November 2013

13november027

Aus und vorbei, o bittere Not und o Weh und o Weh,
Alle Blumen sind tot und begraben im Schnee,
Alle Blätter sind fort, sind verwelkt und verdorrt,
Wohin und wohin ich auch seh.
Mein Sommer der starb, denn o Weh und o Weh,
Mein Lieben verdarb, liegt begraben im Schnee,
Ist verwelkt und verdorrt,
Und der Wind trieb es fort,
Wohin und wohin ich auch seh.

Es kommet der Mai, doch o Weh und o Weh, meine Zeit ist vorbei,
Ist begraben im Schnee, ist verwelkt und verdorrt,
Ist verschwunden und fort, wohin und wohin ich auch seh.

Hermann Löns

 

in my veins …

Dienstag, 26. November 2013

13november026

Nothing goes as planned, everything will break
People say goodbye in their own special way
All that you rely on and all that you can fake
Will leave you in the morning but find you in the day

Oh, you’re in my veins and I cannot get you out
Oh, you’re all I taste at night inside of my mouth
Oh, you run away ‚cause I am not what you found
Oh, you’re in my veins and I cannot get you out…

Andrew Belle

 

first snow

Montag, 25. November 2013

13november025

Mit weißen Fingern
Ein stilles Kind
Spielt mit den Primeln,
Lacht mit dem Wind.
Zaudernd auf schleichenden Zehen,
Über die Blüten,
Weiße Rudel
Von weißen Rehen.
Alles so licht und so eigen.
Einsam entblättert das Schweigen,
Alles so licht und so eigen.
Einsam entblättert das Schweigen…

Max Dauthendey

 

WWDX CW Contest

Sonntag, 24. November 2013

13november024

Holder Schein, an deine Spiele sieh mich willig hingegeben;
Andre haben Zwecke, Ziele, mir genügt es schon, zu leben.
Gleichnis will mir alles scheinen, was mir je die Sinne rührte,
Des Unendlichen und Einen, das ich stets lebendig spürte.

Solche Bilderschrift zu lesen, wird mir stets das Leben lohnen,
Denn das Ewige, das Wesen, weiß ich in mir selber wohnen.

Hermann Hesse

 

Leben

Samstag, 23. November 2013

13november023

Leben bedeutet überall Leben, das Leben ist in uns selbst und nicht im Äußerlichen.
Ich werde Menschen neben mir haben, und unter Menschen Mensch zu sein und für immer zu bleiben,
den Mut nicht zu verlieren und sich vom Unglück, so groß es auch sein mag, nicht unterkriegen lassen –
das ist der Sinn des Lebens und die Aufgabe.

Fjodor M. Dostojewski

 

An die Sonne

Freitag, 22. November 2013

13november022

Sonne, brich doch durch die Wolken!
Lass uns doch den hellen Himmel, lass uns deine Strahlen sehen!
Haben denn die dicken Dünste dich nicht lang genug verdunkelt?
Hat es nicht genug geregnet?
Sieh, die Fluren stehn voll Wasser,
Und es ist für deine Strahlen,
Viel zu trocknen, viel zu trinken!
Sonne, lass die düstern Wolken schnell vor deinen Strahlen fliehen;
Aber, wenn sie, statt des Wassers, Wein herunter schütten wollen,
Solchen Wein, wie ich itzt trinke,
O so lass die Wolken regnen!

Johann Wilhelm Ludwig Gleim

 

busy times…

Donnerstag, 21. November 2013

13november021

I don’t know why I waste my time,
Getting hung up about the things you say
When I open my eyes and its a lovely day,
You know sometimes I feel like I’m,
Getting Snowed Under with the things you say,
When I open my eyes and It’s a lovely day.

Keane

 

Wirklichkeit

Mittwoch, 20. November 2013

13november020

Ich glaube, du kommst dir nur so vor, weil du deinen Blick zu sehr auf das Äußere der Dinge richtest.
Du kannst über die Wirklichkeit nichts aussagen,
wenn du nur die sichtbare Oberfläche der Dinge beschreibst, die jedermann vor Augen hat.
Die Wirklichkeit steckt hinter den Dingen,
und man kann nur in Bildern von ihr sprechen.
Du kannst sie nicht packen, wie du eine Katze beim Schwanz packst.
Wenn dir eine solche Rede geheimnisvoll vorkommt, hast du noch nicht viel von der Wirklichkeit begriffen.

Hans Bemmann

 

Nebelwald

Dienstag, 19. November 2013

13november019

Rings ein Verstummen, ein Entfärben –
wie sanft den Wald die Lüfte streicheln,
sein welkes Laub ihm abzuschmeicheln;
ich liebe dieses milde Sterben.
Von hinnen geht die stille Reise,
die Zeit der Liebe ist verklungen,
die Vögel haben ausgesungen –
und dürre Blätter sinken leise.
Die Vögel zogen nach dem Süden,
Aus dem Verfall des Laubes tauchen
Die Nester, die nicht Schutz mehr brauchen,
Die Blätter fallen stets, die müden.
In dieses Waldes leisem Rauschen
ist mir, als hör‘ ich Kunde wehen,
daß alles Sterben und Vergehen
nur heimlich still vergnügtes Tauschen.

Nikolaus Lenau

 

Aber …

Montag, 18. November 2013

13november018

Wieder will mein froher Mund begegnen
Deinen Lippen, die mich küssend segnen,
Deine lieben Finger will ich halten
Und in meine Finger spielend falten,
Meinen Blick an deinem dürstend füllen,
Tief mein Haupt in deine Haare hüllen,
Will mit immerwachen jungen Gliedern
Deiner Glieder Regung treu erwidern
Und aus immer neuen Liebesfeuern
Deine Schönheit tausendmal erneuern,
Bis wir ganz gestillt und dankbar beide
Selig wohnen über allem Leide,
Bis wir Tag und Nacht und Heut und Gestern
Wunschlos grüßen als geliebte Schwestern,
Bis wir über allem Tun und Handeln
Als Verklärte ganz im Frieden wandeln.

Hermann Hesse

 

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