Silvester

Montag, 31. Dezember 2012

12december031

Mit der Freude zieht der Schmerz traulich durch die Zeiten.
Schwere Stürme, milde Weste, bange Sorgen, frohe Feste
wandeln sich zur Seiten.
War´s nicht so im alten Jahr?
Wird´s im neuen enden?
Sonnen wallen auf und nieder, Wolken gehn und kommen wieder,
und kein Wunsch wird´s wenden.
Und wo eine Träne fällt, blüht auch eine Rose.
Schön gemischt, noch eh wir´s bitten,
ist für Thronen und für Hütten
Schmerz und Lust im Lose.

Johann Peter Hebel

 

Ein Jahr ist nichts …

Sonntag, 30. Dezember 2012

12december030

Ein Jahr ist nichts, wenn man’s verputzt,
ein Jahr ist viel, wenn man es nutzt.
Ein Jahr ist nichts; wenn man’s verflacht;
ein Jahr war viel, wenn man es ganz durchdacht.

Ein Jahr war viel, wenn man es ganz gelebt;
in eigenem Sinn genossen und gestrebt.
Das Jahr war nichts, bei aller Freude tot,
das uns im Innern nicht ein Neues bot.

Das Jahr war viel, in allem Leide reich,
das uns getroffen mit des Geistes Streich.
Ein leeres Jahr war kurz, ein volles lang:
nur nach dem Vollen misst des Lebens Gang,
ein leeres Jahr ist Wahn, ein volles wahr.
Sei jedem voll dies gute, neue Jahr.

Hanns Freiherr von Gumppenberg

 

Gib nicht auf!

Samstag, 29. Dezember 2012

12december029

Gib nicht auf!

Gleiche nicht jenem,
der am Kamin sitzt und wartet,
bis das Feuer ausgeht,
und dann umsonst in die erkaltete Asche bläst.
Gib die Hoffnung nicht auf,
und verzweifle nicht wegen vergangener Dinge!
Unwiederbringliches zu beweinen,
gehört zu den ärgsten Schwächen des Menschen.

Khalil Gibran

 

Du bist das Beste, was mir je passiert ist …

Freitag, 28. Dezember 2012

12december028

Wenn sich mein Leben überschlägt,
bist du die Ruhe und die Zuflucht.
Weil alles was du mir gibst,
einfach so unendlich gut tut.
Wenn ich rastlos bin,
bist du die Reise ohne Ende.
Deshalb leg ich meine kleine große Welt
in deine schützenden Hände.

Silbermond

 

Der Heiland

Donnerstag, 27. Dezember 2012

12december027

Immer wieder wird er Mensch geboren,
Spricht zu frommen, spricht zu tauben Ohren,
Kommt uns nah und geht uns neu verloren.
Immer wieder muss er einsam ragen,
Aller Brüder Not und Sehnsucht tragen,
Immer wird er neu ans Kreuz geschlagen.
Immer wieder will sich Gott verkünden,
Will das Himmlische ins Tal der Sünden,
Will ins Fleisch der Geist, der ewige, münden.
Immer wieder, auch in diesen Tagen,
Ist der Heiland unterwegs, zu segnen,
Unsern Ängsten, Tränen, Fragen, Klagen
Mit dem stillen Blicke zu begegnen,
Den wir doch nicht zu erwidern wagen,
Weil nur Kinderaugen ihn ertragen.

Hermann Hesse

 

Zweiter Weihnachtstag

Mittwoch, 26. Dezember 2012

12december026

Hättest du der Einfalt nicht, wie sollte
dir geschehn, was jetzt die Nacht erhellt?
Sieh, der Gott, der über Völkern grollte,
macht sich mild und kommt in dir zur Welt.

Hast du dir ihn größer vorgestellt?

Was ist Größe? Quer durch alle Maße,
die er durchstreicht, geht sein grades Los.
Selbst ein Stern hat keine solche Straße.
Siehst du, diese Könige sind groß,
und sie schleppen dir vor deinen Schoß
Schätze, die sie für die größten halten,
und du staunst vielleicht bei dieser Gift -:
aber schau in deines Tuches Falten,
wie er jetzt schon alles übertrifft.
Aller Amber, den man weit verschifft,
jeder Goldschmuck und das Luftgewürze,
das sich trübend in die Sinne streut:
alles dieses war von rascher Kürze,
und am Ende hat man es bereut.

Aber (du wirst sehen): Er erfreut.

Rainer Maria Rilke

 

Erster Weihnachtstag

Dienstag, 25. Dezember 2012

12december025

Es ist ein merkwürdiges, doch einfaches Geheimnis der Lebensweisheit aller Zeiten,
dass jede kleinste selbstlose Hingabe, jede Teilnahme, jede Liebe uns reicher macht,
während jede Bemühung um Besitz und Macht uns Kräfte raubt und ärmer werden lässt.
Das haben die Inder gewusst und gelehrt, und dann die weisen Griechen,
und dann Jesus, dessen Fest wir jetzt feiern,
und seither noch Tausende von Weisen und Dichtern, deren Werke die Zeiten überdauern,
während Reiche und Könige ihrer Zeit verschollen und vergangen sind.

Hermann Hesse

 

Heilige Nacht

Montag, 24. Dezember 2012

12december024

Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr.
Da hörst du alle Herzen gehn und schlagen
wie Uhren, welche Abendstunden sagen.
Weihnachten ist der stillste Tag im Jahr.
Da mußt du draußen gehn im weiten Land
willst du die Weihnacht sehn, die unversehrte,
als ob dein Sinn der Städte nie begehrte,
so mußt du draußen gehn im weiten Land.
Dort dämmern große Himmel über dir,
die auf entfernten, weissen Wäldern ruhn,
die Wege wachsen unter deinen Schuhn,
und große Himmel dämmern übern dir.
Und in den großen Himmeln steht ein Stern,
ganz aufgeblüht zu selten großer Helle,
die Fernen nähern sich wie eine Welle ,
und in den großen Himmeln steht ein Stern.

Rainer Maria Rilke

 

Vierter Advent

Sonntag, 23. Dezember 2012

12december023

Ihr mögt es mit Jesus halten oder mit Plato, mit Schiller oder mit Spinoza, überall ist das die letzte Weisheit, dass weder Macht noch Besitz noch Erkenntnis selig macht, sondern allein die Liebe. Jedes Selbstlossein, jeder Verzicht aus Liebe, jedes tätige Mitleid, jede Selbstentäusserung scheint ein Weggeben, ein Sichberauben, und ist doch ein Reicherwerden und Grösserwerden, und ist doch der einzige Weg, der vorwärts und aufwärts führt. Es ist ein altes Lied und ich bin ein schlechter Sänger und Prediger, aber Wahrheiten veralten nicht und sind stets und überall wahr, ob sie nun in einer Wüste gepredigt, in einem Gedicht gesungen oder in einer Zeitung gedruckt werden.

Hermann Hesse

 

… sometimes the stars

Samstag, 22. Dezember 2012

12december022

Here I am confessing, you’re lost to me now
I’m on a train telling strangers, about you
How you’re still looking fine
How you ease my lonely mind
Flong, summers and wine
Yeah, you saved me.
But sometimes the stars seem closer than they should
Like the more I knew, the less I understood
And the further that you got from me, the more I felt like I could see
The more I wondered if I should trust the stars
‚Cus sometimes the stars…

The Audreys

http://vimeo.com/20823980″>

 

Previous Page »