Erntedank

Sonntag, 30. September 2012

Was wir Geist und Seele und Liebe nennen ist das nicht alles nur eine leise Veränderung auf der kleinen Oberfläche eines nahen Gesichtes? Und muss, wer uns das geben will, sich nicht an das Greifbare halten, an das, was seinen Mitteln entspricht: an die Form, die er fassen und nachfühlen kann? – Und weiter: wer alle Formen zu sehen und zu geben vermöchte, würde der uns nicht – fast ohne es zu wissen – alles Geistige geben?
Alles, was je Sehnsucht, Schmerz oder Seligkeit genannt war – Abgründe und Höhen, Himmel und Hölle?
Denn alles Glück, von dem je Herzen gezittert haben; alle Größe, an die zu denken uns fast zerstört; jeder von den weiten verwandelnden Gedanken – es gab einen Augenblick wo sie nichts waren als das Schürzen von Lippen, das Hochziehn von Augenbrauen, – schattige Stellen auf Stirnen – und dieser Zug um den Mund, diese Linie über den Lidern, diese Dunkelheit auf dem Gesicht.

Rainer Maria Rilke

 

Harvest Moon

Samstag, 29. September 2012

Under the harvest moon,
When the soft silver
Drips shimmering
Over the garden nights,
Death, the gray mocker,
Comes and whispers to you
As a beautiful friend
Who remembers.

Under the summer roses
When the flagrant crimson
Lurks in the dusk
Of the wild red leaves,
Love, with little hands,
Comes and touches you
With a thousand memories,
And asks you
Beautiful, unanswerable questions.

Carl Sandburg

 

Herbst im Licht der ersten Sonnenstrahlen

Freitag, 28. September 2012

O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was vor dem milden Strahl der Sonne fällt.

Friedrich Hebbel

 

Kein anderes Ziel

Donnerstag, 27. September 2012

Das Ziel ist dies:
mich immer dahin zu stellen,
wo ich am besten dienen kann,
wo meine Art, meine Eigenschaften und Gaben
den besten Boden, das größte Wirkungsfeld finden.
Es gibt kein anderes Ziel.

Hermann Hesse

 

Leben ist eine Versammlung zahlloser Augenblicke (Burn The Sky Down)

Mittwoch, 26. September 2012

Das Leben ist ein Mosaik mit Brüchen und Unebenheiten.
Nur von weitem erscheint es als harmonisch.
Jeder Augenblick ist ein Mosaikstein des Lebens.
Leben ist eine Versammlung zahlloser Augenblicke.
Indem wir unserer Zeit mehr Leben geben,
geben wir auch dem Leben mehr Zeit.
Heilung ist das Umarmen dessen, was man am meisten fürchtet.
Heilung ist das Öffnen dessen, was verschlossen war,
das Weichwerden dessen, was zur Blockade verhärtet war.
Heilung heißt lernen dem Leben zu vertrauen.
Eine Krankheit zu heilen ist nur in kleiner Teil der gesamten Heilung.
Heilung ist eine Bewegung, ein Übergang zu dem,
was die Einheit des Seins genannt wird.
Wir sind auf allen Ebenen unseres Seins in zwei Hälften geteilt.
Wir sind in eine Hälfte eingeschlossen, die andere ist uns verboten.
Die Teilung richtet sich gegen uns selbst und gegen das „Selbst“ im Anderen.
Nicht sich verstecken vor den Dingen der Zeit in die Liebe.
Aber auch nicht vor der Liebe in die Dinge der Zeit.

Erich Fried

 

Unbekannte Herausforderungen

Sonntag, 23. September 2012

Sie hatte herausgefunden, daß es zwei Dinge gibt, die einen Menschen daran hindern,
seine Träume zu verwirklichen:
der Glaube, sie seien ohnehin unerfüllbar,
oder wenn diese durch eine unerwartete Drehung des Schicksalsrades plötzlich doch erfüllbar werden.
In solchen Augenblicken bekommt man Angst vor einem Weg, von dem man nicht weiß,
wohin er führt, vor einem Leben voller unbekannter Herausforderungen, davor,
daß vertraute Dinge für immer verschwinden könnten.

Paulo Coelho

 

And quiet is the thought of you

Samstag, 22. September 2012

I’m turning tricks, I’m getting fixed,
I’m back on Boogie Street.
You lose your grip, and then you slip
Into the Masterpiece.
And maybe I had miles to drive,
And promises to keep:
You ditch it all to stay alive,
A Thousand Kisses Deep.

And sometimes when the night is slow,
The wretched and the meek,
We gather up our hearts and go,
A Thousand Kisses Deep.

Leonard Cohen

 

Bromischer Kirb

Freitag, 21. September 2012

Die Bromischer Kirb is dooo, was sin die Leit so froh …

 

Spannweite

Donnerstag, 20. September 2012

Der Mensch wird nur der Welt gewahr, die er schon in sich trägt.
Es braucht eine gewisse Spannweite, um dem Erhabenen die Stirn zu bieten und seine Botschaft zu empfangen.

Antoine de Saint-Exupéry

 

Verfrühter Herbst

Mittwoch, 19. September 2012

Bang wächst ein Wunsch in der erschreckten Seele:
Daß sie nicht allzu sehr am Dasein klebe,
Daß sie das Welken wie ein Baum erlebe,
Daß Fest und Farbe ihrem Herbst nicht fehle.

Hermann Hesse

 

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