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Mittwoch, 30. November 2011

 

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Dienstag, 29. November 2011

 

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Montag, 28. November 2011

 

Erster Advent

Sonntag, 27. November 2011

 

Großer, schwarzer Vogel …

Freitag, 25. November 2011

(c) OldSkoolMan

Komm großer schwarzer Vogel, komm jetzt!
Schau, das Fenster ist weit offen,
Schau, ich hab‘ Dir Zucker aufs Fensterbrett gestreut.

Komm großer schwarzer Vogel, komm zu mir!
Spann‘ Deine weiten, sanften Flügel aus
und leg’s auf meine Fieberaugen!
Bitte, hol‘ mich weg von da!

Und dann fliegen wir rauf, mitten in Himmel rein,
in eine neue Zeit, in ein eine neue Welt.
Und ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen,
ich werd‘ „das gibt’s net“, schrei’n,
weil ich werd‘ auf einmal kapieren
worum sich alles dreht.

Komm großer schwarzer Vogel, hilf mir doch!
Press‘ Deinen feuchten, kalten Schnabel auf
meine Wunde, auf meine heiße Stirn!

Komm großer schwarzer Vogel,
jetzt wär’s grad günstig!
Die anderen da im Zimmer schlafen fest
und wenn wir ganz leise sind,
hört uns die Schwester nicht?
Bitte, hol mich weg von da!

Und dann fliegen wir rauf, mitten in Himmel rein,
in eine neue Zeit, in eine neue Welt.
Und ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen,
ich werd‘ „das gibt’s net“, schrei’n,
weil ich werd‘ auf einmal kapieren
worum sich alles dreht.

Ja, großer schwarzer Vogel, endlich!
Ich hab‘ Dich gar nicht reinkommen g’hört,
wie lautlos Du fliegst mein Gott,
wie schön Du bist!

Auf geht’s, großer schwarzer Vogel, auf geht’s!
Baba, ihr meine Lieben daheim!
Du, mein Mädel, und du, Mama, Baba!
Bitte, vergesst’s mich nicht!

Auf geht’s, mitten in den Himmel rein,
nicht traurig sein, na, na, na ist kein Grund zum Traurigsein!
Ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen, ich werd‘ „das gibt’s net“ schrei’n.
Ich werd‘ endlich kapieren, ich werd‘ glücklich sein!
Ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen, ich werd‘ „des gibt’s net“ schrei’n.
Ich werd‘ endlich kapieren, ich werd‘ glücklich sein!
Ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen, ich werd‘ endlich glücklich sein!

Ludwig Hirsch

 

Warum hast Du das getan ?

Donnerstag, 24. November 2011

Ich bin unendlich traurig, dass Dich der große schwarze Vogel geholt hat.

Aber du wirst fliegen, auffi, mittn‘ in Himmel eini,
in a neiche Zeit,
in a neiche Wölt …..

Ludwig Hirsch wurde heute morgen unterhalb eines Fensters des Wiener Wilhelminenspitals tot aufgefunden.

 

Bekenntnis

Mittwoch, 23. November 2011

Holder Schein, an deine Spiele
Sieh mich willig hingegeben;
Andre haben Zwecke, Ziele,
Mir genügt es schon, zu leben.

Gleichnis will mir alles scheinen,
Was mir je die Sinne rührte,
Des Unendlichen und Einen,
Das ich stets lebendig spürte.

Solche Bilderschrift zu lesen,
Wird mir stets das Leben lohnen,
Denn das Ewige, das Wesen,
Weiß ich in mir selber wohnen.

Hermann Hesse

 

50 Words for Snow

Dienstag, 22. November 2011

Die wichtigste CD der Woche …

Diese Stimme gehört nicht Kate Bush, sondern ihrem 13-jährigen Sohn Albert. Albert, genannt „Bertie“ spricht die Schneeflocke, die über neun Minuten und 47 Sekunden ihre Reise von der Wolke bis zum winterlichen Boden antritt. „Snowflake“ ist der erste von nur sieben Titeln auf Kate Bushs neuem Album.
„50 Words For Snow“ ist trotz seiner winterlichen Ruhe ein radikales Album, vielleicht sogar das radikalste Kate-Bush-Album seit „The Dreaming“ von 1982.
2011 besteht Kate Bushs Radikalität vor allem in ihrer Ruhe. Der erste richtige Beat dieses Albums setzt etwa bei Minute 35 ein. Zuvor gibt es den Fallgesang eingangs erwähnter Schneeflocke, eine knapp 14-minütige Sexgeschichte mit einem Schneemann, die erwartet tragisch endet, und den Eiswasserleichensong „Lake Tahoe“, der einem Schubertschen Kunstliedzyklus zu entstammen scheint…
„50 Words For Snow“, dieses – sagen wir – Konzeptalbum über winterliche Mythen nimmt sich bei allem, was es tut, unendlich viel Zeit. Ruhige Erzählflüsse, erstaunlich klar formulierte Lyrik, dazu an Keith Jarrett gemahnende Pianokaskaden. Feine Geigenarrangements, Tupfer von Gitarren, Trommeln, organisch brummende Bässe. Manchmal hält ein Song einfach für einige Sekunden an, um einen Schwarm winterlicher Krähen am grauen Himmel passieren zu lassen.

„50 Words For Snow“ – das Album – endet dann aber doch so kontemplativ wie es 65 Minuten zuvor begonnen hat. Mit der nackten Ballade „Among Angels“, die nur ein Piano und Kate Bushs zum warmen Alt gereifte Stimme erklingen lässt. Was bleibt zurück von Bushs stimmungsvollen bis absurden Schneegeschichten? Eigentlich eine ganze Menge, denn „50 Words For Snow“ transportiert eine große künstlerische Albumvision von Musik, die ihre Leerstellen und Pausen feiert. Die Kunst der Weglassens, des Wartens, der Fantasie wurde im Pop lange nicht mehr so radikal vorgetragen. „50 Words For Snow“ mag in klassischen Songstrukturen gedacht ein wenig zerfasert wirken. Als Klanggemälde, als winterliche Abenteuerreise ist dieses Zuhöralbum jedoch sowohl lyrisch wie auch akustisch überraschungsreich und ausgesprochen stimmungsvoll.

Eric Leimann

 

Blätter… (wie alt bist du ?)

Montag, 21. November 2011

Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.

Rainer Maria Rilke

 

Totensonntag

Sonntag, 20. November 2011

Verfärbtes Laub vom Ahornbaum,
verblüht, verwelkt, verdorben.
So mancher Freund in diesem Jahr ist mir hinweggestorben.
Nun will ich mich novemberlich zu Gräbern hinbegeben
und allen Toten inniglich
versichern, daß sie leben.

Elli Michler

 

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