Gicht

Sonntag, 31. Juli 2011

An Tagen, wo ich meine Finger biegen kann,
vergehen mit Verschreiben mir die Stunden,
Und wenn ich einen guten Vers gefunden,
Geht mich die Welt, die Gicht, der Schmerz nichts an.
An anderen Tagen geht das Schreiben nicht.
Dann lausch ich dem, er tief in meinen Knochen
Sich dehnt und immer weiter kommt gekrochen,
Es ist der Tod, doch nennen wir ihn Gicht.
Ich lieb ihn nicht, oft liegen wir im Streit.
Doch weiß ich manchmal, dass er nicht im Bösen
Sich um mich müht. Sein Amt ist das Erlösen,
Und willig folg ich eine Strecke weit.
Wenn wir einst ganz versöhnt und einig sind,
Dann werd ich ihn nicht Gicht, nicht Tod mehr nennen.
Als ewige Mutter werd ich ihn erkennen,
Als Liebe seinen Ruf, und mich als Kind.

Hermann Hesse

 

Running Up That Hill

Samstag, 30. Juli 2011

Du willst mir nicht wehtun,
doch schau, wie tief die Wunden sind!
Nichtsahnend reiße ich dich aus einander.
Da ist ein Gewitter in unseren Herzen Baby.
Soviel Hass, für die, die wir lieben?
Sag mir, daß wir beide wichtig sind
Du, du und ich
Du und ich werden nicht unglücklich sein.
Wenn ich es nur könnte,
würde ich einen Deal mit Gott machen,
ich würde ihn dazu bringen unsere Plätze zu tauschen.
Die Strasse hinauf rennen,
den Berg hinauf rennen,
das Gebäude hinauf rennen.
Wenn ich nur könnte… oh…
Komm schon, Baby, komm schon, komm schon, Liebling
Lass mich dir jetzt diesen Moment stehlen
Komm schon, Engel, komm schon, komm schon Liebling
Lassen uns diese Erfahrungen machen.

Kate Bush

Happy Birthday ….

 

Schweigen und Reden

Freitag, 29. Juli 2011

Es hat ein jeder Mensch mehr Fehler zu verstecken,
Als er Geschicklichkeit der Welt hat zu entdecken;
Drum kommt der immer besser an,
Wer schweigen, als wer reden kann.
Denn weil sich jener nur allein von außen zeigt,
So zeiget dieser sich von innen:
Man kann sehr viel bei dem der schweigt
Verlieren; und sehr viel bei dem der spricht, gewinnen.

Christian Wernicke

 

Schweigen

Donnerstag, 28. Juli 2011

Aber der Mann
schweige erschütterter. Er, der
pfadlos die Nacht im Gebirg seiner Gefühle geirrt hat:
schweige.

Wie der Seemann schweigt, der ältere,
und die bestandenen Schrecken spielen in ihm wie in zitternden Käfigen.

Rainer Maria Rilke

 

Ich bin am Leben…

Mittwoch, 27. Juli 2011

Universal Music ist stolz und freut sich sehr bekannt zu geben, dass Rosenstolz in diesem Jahr wieder auf die musikalische Bühne zurück kehren. Nach einer nunmehr dreijährigen Pause melden sich AnNa R. und Peter Plate mit einem neuen Studioalbum zurück.

Das Album trägt den programmatischen Titel „Wir sind am Leben“ und wird am 23. September veröffentlicht.
Die gleichnamige Single erscheint am 9. September.

„Wir sind am Leben“ ist eine besondere Hymne geworden, nicht nur an die Wiederauferstehung der Band, sondern und vor allem an den Glauben an sich selbst.

Danke, gebt mir meine Sonne wieder …
Es wird viel geschehen –
in diesem Herbst.

 

… nix bleibt in der Zeit

Dienstag, 26. Juli 2011

Ja, da muß doch noch irgendwas sein
zwischen Einer- und Allerlei
hinter Tränen und flüchtigem Kuß
Immer wieder dieses: ich muß!
Ja, da muß doch noch irgendwas sein
hinter all dieser Sprüchklopferei
ist die Welt, die wir glauben zu verstehn,
doch nur so groß, wie klein wir sie sehn
Ja, da muß doch noch irgendwas sein
auf all meinen Wegen dabei,
gibt mir, wenn ich grad elend bin,
in der Sinnlosigkeit noch an Sinn
Und i woaß, nix bleibt in der Zeit
nach dem End kommt die Endlosigkeit
und nach all diesem Runter und Rauf
fängt dich unendlich sanft etwas auf.

Konstantin Wecker

 

Einfach wieder schlendern …

Montag, 25. Juli 2011

Einfach wieder schlendern, über Wolken gehn und im totgesagten Park am Flussufer stehn.
Mit den Wiesen schnuppern, mit den Winden drehn, nirgendwohin denken, in die Himmel sehn.
Und die Stille senkt sich leis´ in dein Gemüt.
Und das Leben lenkt sich wie von selbst und blüht.
Und die Bäume nicken dir vertraulich zu.
Und in ihren Blicken find´st du deine Ruh.
Muss man sich denn stets verrenken, einzig um sich abzulenken,
statt sich einem Sommerregen voller Inbrunst hinzugeben?
Lieber mit den Wolken jagen, statt sich mit der Zeit zu plagen.
Glück ist flüchtig, kaum zu fassen.
Es tut gut, sich sein zu lassen.

Einfach wieder schlendern ohne höh´ren Drang.
Absichtslos verweilen in der Stille Klang.
Einfach wieder schweben, wieder staunen und schwerelos versinken in den Weltengrund.

Konstantin Wecker

 

Wiesenmarkt

Sonntag, 24. Juli 2011

Im Städtlein drängt’s und wimmelt zwischen den Buden bunt,
Es wiehert, leiert, bimmelt, thut rufend die Waare kund.
Dort lehnt gesetzt und stattlich der junge Bürgersmann.
Der Goldschmieds unermattlich, preist Ring und Kett‘ ihm an.
Ein gülden Kettlein wählt‘ er, das steht dem Fant gar gut,
Aus vollem Beutel zählt er den Preis mit leichtem Muth.

Dort schwingt vom Leiterwagen der Bauerbursch die Maid,
Sie muß heran sich wagen, er zupft sie fort am Kleid.

Friedrich von Sallet

 

Koblenz

Samstag, 23. Juli 2011

Kleine Blumen, kleine Lieder,
Heller Klang und bunte Pracht,
Blumen, die ich nicht gezogen,
Lieder, die ich nicht erdacht:-
Und ich selber hätte nichts,
Dir zu bringen, Dir zu danken,
Sollte heute, heute schweigen?
Ach, was mein war, die Gedanken,
Sind ja längst, schon längst Dein Eigen.

Hugo von Hofmannsthal

 

Kornfeld

Freitag, 22. Juli 2011

Als die Saat der Erd‘ entsprossen, als der Frühlingswind sie neckte,
Sind wir manchen stillen Abend langsam durch sie hingeschritten
Hand in Hand.
Kamen Menschen uns entgegen, wollten sie uns überholen,
Ließen wir die Hände locker, gingen ehrbar Seit‘ an Seite,
Wie’s sich ziemt.
Waren dann die Menschen wieder unserm Augenkreis entschwunden,
Fanden schleunig sich von neuem unsre Hände, unsre Lippen, wie’s so geht.
Da das Feld nun steht in Ähren, überall Verstecken bietet
Allerzärtlichstem Getändel, schreit‘ ich müde meines Weges
Und allein.

Detlef von Liliencron

 

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