Ich wollt ich wär eine Blume, Du kämest still gegangen, nähmst mich zum Eigentume In deine Hand gefangen. Auch wär ich gern ein roter Wein und flösse süß durch deinen Mund Und ganz und gar in dich hinein und machte dich und mich gesund. Hermann Hesse [mein Sonnenschein]

Jeden Tag lesen wir es in der Zeitung, hören es im Radio, sehen es im Fernsehen – Japan steht am Rande einer nuklearen Katastrophe – und wir können doch nichts mehr dagegen tun. Wie klein werden all unsere vermeintlichen Probleme dagegen – hier bei uns. Heute Abend erfuhr ich von meinem langjährigen Freund Tetsu, dass er Großvater geworden ist. Gott schütze dieses kleine Mädchen. Tetsu lebt mit seiner Familie in Niigata – das ist nur… weiterlesen

Und fragst du noch, warum dein Herz Sich inn in deinem Busen klemmt? Warum ein unerklärter Schmerz Dir alle Lebensregung hemmt? Statt all der lebenden Natur, Da Gott die Menschen schuf hinein Umgiebt in Rauch und Moder nur Dich Tiergeripp und Todtenbein. Flieh! Auf hinaus ins weite Land! Und dies geheimnissvolle Buch Von Nostradamus eigner Hand Ist dir das nicht Geleit genug? Erkennest dann der Sterne Lauf, Und wenn Natur dich unterweist Dann geht die… weiterlesen

Mehr oder weniger, mein lieber Knabe, Sind schließlich alle Menschenworte Schwindel, Verhältnismäßig sind wir in der Windel Am ehrlichsten, und später dann im Grabe. Dann legen wir uns zu den Vätern nieder, Sind endlich weise und voll kühler Klarheit, Mit blanken Knochen klappern wir die Wahrheit, Und mancher lög und lebte lieber wieder. Hermann Hesse

Und die Tränen fließen milder, und es schmilzt das starre Herz, Und die holden Liebesbilder zaubert neu der neue Schmerz, Liebesbilder, Liebesschatten, sie bevölkern jeden Raum; Was wir haben, was wir hatten, was wir lieben, heißet Traum. Ernst Moritz Arndt

Und ich rufe meinen Schmerzen unter manchem lauten Ach: Blüht auch ihr! – Ich will euch herzen, werdet frisch im Lenze wach! Bringt die schönste meiner Gaben, bringt mir das verlorne Glück, Bringt mir meinen süßen Knaben in der alten Pracht zurück. Ernst Moritz Arndt

Wenn wir mit jedem neuen Jahre sich schmücken sehen Wald und Flur, Beschleicht uns neidisches Empfinden ob unsers Lebens flücht’ger Spur. Der Neid, daß uns kein Frühling wieder will kehren nach der Jugend Tagen, Daß Bäumen gleich mit kahlen Aesten wir winterlich zum Himmel ragen! Daß sich mit Blüten und mit Düften allimmerdar der Lenz erneut, Indes das Schicksal auch nicht eine der Blumen auf den Weg uns streut! Doch möchten wir uns nur bespiegeln… weiterlesen

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung an der Wiesen aufgedecktes Grau. Kleine Wasser ändern die Betonung. Zärtlichkeiten, ungenau, greifen nach der Erde aus dem Raum. Wege gehen weit ins Land und zeigens. Unvermutet siehst du seines Steigens Ausdruck in dem leeren Baum. Rainer Maria Rilke