Ich wollt ich wär eine Blume …

Donnerstag, 31. März 2011

Ich wollt ich wär eine Blume,
Du kämest still gegangen, nähmst mich zum Eigentume
In deine Hand gefangen.
Auch wär ich gern ein roter Wein und flösse süß durch deinen Mund
Und ganz und gar in dich hinein und machte dich und mich gesund.

Hermann Hesse

[mein Sonnenschein]

 

… for Tetsu san

Mittwoch, 30. März 2011

Jeden Tag lesen wir es in der Zeitung, hören es im Radio, sehen es im Fernsehen – Japan steht am Rande einer nuklearen Katastrophe – und wir können doch nichts mehr dagegen tun. Wie klein werden all unsere vermeintlichen Probleme dagegen – hier bei uns.

Heute Abend erfuhr ich von meinem langjährigen Freund Tetsu, dass er Großvater geworden ist. Gott schütze dieses kleine Mädchen.

Tetsu lebt mit seiner Familie in Niigata – das ist nur 150km von Fukushima entfernt ….

GANBARE JAPAN

 

UrFaust…

Dienstag, 29. März 2011

Und fragst du noch, warum dein Herz
Sich inn in deinem Busen klemmt?
Warum ein unerklärter Schmerz
Dir alle Lebensregung hemmt?
Statt all der lebenden Natur,
Da Gott die Menschen schuf hinein
Umgiebt in Rauch und Moder nur
Dich Tiergeripp und Todtenbein.
Flieh! Auf hinaus ins weite Land!
Und dies geheimnissvolle Buch
Von Nostradamus eigner Hand
Ist dir das nicht Geleit genug?
Erkennest dann der Sterne Lauf,
Und wenn Natur dich unterweist
Dann geht die Seelenkrafft dir auf,
Wie spricht ein Geist zum andern Geist.
Umsonst, dass trocknes Sinnen hier
Die heilgen Zeichen dir erklärt;
Ihr schwebt, ihr Geister, neben mir,
Antwortet mir wenn ihr mich hört!

Urfaust, Johann Wolfgang von Goethe

 

…good morning, sunshine

Montag, 28. März 2011

 

Belehrung

Sonntag, 27. März 2011

Mehr oder weniger, mein lieber Knabe,
Sind schließlich alle Menschenworte Schwindel,
Verhältnismäßig sind wir in der Windel
Am ehrlichsten, und später dann im Grabe.
Dann legen wir uns zu den Vätern nieder,
Sind endlich weise und voll kühler Klarheit,
Mit blanken Knochen klappern wir die Wahrheit,
Und mancher lög und lebte lieber wieder.

Hermann Hesse

 

Was wir haben, was wir hatten, was wir lieben, heißet Traum

Samstag, 26. März 2011

Und die Tränen fließen milder, und es schmilzt das starre Herz,
Und die holden Liebesbilder zaubert neu der neue Schmerz,
Liebesbilder, Liebesschatten, sie bevölkern jeden Raum;
Was wir haben, was wir hatten, was wir lieben, heißet Traum.

Ernst Moritz Arndt

 

… blüht auch ihr !

Freitag, 25. März 2011

Und ich rufe meinen Schmerzen unter manchem lauten Ach:
Blüht auch ihr! – Ich will euch herzen, werdet frisch im Lenze wach!
Bringt die schönste meiner Gaben, bringt mir das verlorne Glück,
Bringt mir meinen süßen Knaben in der alten Pracht zurück.

Ernst Moritz Arndt

 

… daß uns kein Frühling wieder will kehren

Donnerstag, 24. März 2011

Wenn wir mit jedem neuen Jahre sich schmücken sehen Wald und Flur,
Beschleicht uns neidisches Empfinden ob unsers Lebens flücht’ger Spur.
Der Neid, daß uns kein Frühling wieder will kehren nach der Jugend Tagen,
Daß Bäumen gleich mit kahlen Aesten wir winterlich zum Himmel ragen!
Daß sich mit Blüten und mit Düften allimmerdar der Lenz erneut,
Indes das Schicksal auch nicht eine der Blumen auf den Weg uns streut!
Doch möchten wir uns nur bespiegeln im tiefen Born des Selbsterkennens,
Wir fänden selbst, als abgestorben, uns wert des Fällens und Verbrennens.
Es wäre auch in uns oft wieder ein neuer Frühling aufgewacht,
Wenn nicht der Herzen eis’ge Kälte ihn rasch erstarren hätt‘ gemacht!

Ludwig Anzengruber

 

Vorfrühling

Mittwoch, 23. März 2011

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau, greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

Rainer Maria Rilke

 

… it happens – it’s SPRING

Dienstag, 15. März 2011

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