Nun sollen wir versagte Tage lange ertragen in des Widerstandes Rinde; uns immer wehrend, nimmer an der Wange das Tiefe fühlend aufgetaner Winde. Die Nacht ist stark, doch von so fernem Gange, die schwache Lampe überredet linde. Lass dichs getrösten: Frost und Harsch bereiten die Spannung künftiger Empfänglichkeiten. Rainer Maria Rilke

Verhielte sich wie im Übermaß und Menge und hoffte nicht noch Neues zu empfangen, verhielte sich wie Übermaß und Menge und meinte nicht, es sei ihm was entgangen, verhielte sich wie Übermaß und Menge mit maßlos übertroffenem Verlangen und staunte nur noch, dass er dies ertrüge: die schwankende, gewaltige Genüge. Rainer Maria Rilke

So heißt es : In der Adventszeit bereiten wir uns auf Weihnachten vor. Was aber bedeudet ADVENT? Im Lateinischen heißt es “Ankunft”. In dieser Zeit denken wir daran, daß Jesus Christus als Kind in diese Welt gekommen ist und daß er als HERR bald wiederkommen wird. Zur Adventszeit sind all die Straßen hell beleuchtet und überall hängen Lichterketten und bunter Schmuck. Manchmal grotesk, aber doch irgendwie berührend. Auf dem Adventskranz stecken vier Kerzen – an… weiterlesen

Crawling then walking then running and sweating Forgetting Lying and cheating aiding and abetting Forgetting Itching and scratching and punching and hitting Forgetting, forgetting Reminding, rewinding Removing, regretting Forgetting … David Gray

Ein jeder Mensch hat seine Seele, die kann er mit keiner anderen vermischen. Zwei Menschen können zueinander gehen, sie können miteinander reden und nah beieinander sein. Aber ihre Seelen sind wie Blumen, jede an ihrem Ort angewurzelt und keine kann zu der anderen kommen, sonst müßte sie ihre Wurzel verlassen, und das kann sie eben nicht. Die Blumen schicken ihren Duft und ihren Samen aus, weil sie gern zueinander möchten; aber daß ein Same an… weiterlesen

Alt geworden bist Du, grünes Jahr, Blickst schon welk und trägst schon Schnee im Haar, Gehst schon müd und hast den Tod im Schritt- Ich begleite Dich, ich sterbe mit. Zögernd geht das bange Herz den Pfad, Angstvoll schläft im Schnee die Wintersaat. Wieviel Äste brach mir schon der Wind, Deren Narben nun mein Panzer sind! Wieviel bittere Tode starb ich schon! Neugeburt war jedes Todes Lohn. Sei willkommen, Tod, du dunkles Tor! Jenseits läutet… weiterlesen

Wenn ich abends einsam gehe und die Blätter fallen sehe, Finsternisse niederwallen, ferne, fromme Glocken hallen: Ach, wie viele sanfte Bilder, immer inniger und milder, Schatten längst vergangner Zeiten, seh ich dann vorübergleiten. Was ich in den fernsten Stunden, oft nur halb bewußt, empfunden, Dämmert auf in Seel’ und Sinnen, mich noch einmal zu umspinnen. Und im inneren Zerfließen mein ich’s wieder zu genießen, Was mich vormals glücklich machte, oder mir Vergessen brachte. Doch, dann… weiterlesen

Hast du das ganz vergessen, Daß einst dein Arm in meinem hing und Wonne unermessen Von deiner Hand in meine Hand Von meinem Mund in deinen überging, Und daß dein blondes Haar Einst einen flüchtigen Frühling lang Der selige Mantel meiner Liebe war, Und daß die Welt einst duftete und klang, Die jetzt so grau verdrossen liegt, Von keinem Liebessturm, von keiner Torheit mehr gewiegt? Was wir einander wehe tun, Die Zeit verweht’s, das Herz… weiterlesen

Legt seine Wolken an meine Brust, Mein Herz steht leer. Mein Herz ist dunkel und wolkenschwer, Ich habe so lange nicht mehr geküßt, Ich küsse so gerne. Lippe und Seele warten auf dich, Du Herz der Ferne. Max Dauthendey

Zum Engel der letzten Stunde, den wir so hart den Tod nennen, wird uns der weichste, gütigste Engel zugeschickt, damit er gelinde und sanft das niedersinkende Herz des Menschen vom Leben abpflücke und es in warmen Händen und ungedrückt aus der kalten Brust in das hohe, wärmende Eden trage. Sein Bruder ist der Engel der ersten Stunde, der den Menschen zweimal küsset, das erste Mal, damit er dieses Leben empfange, das zweite Mal, damit er… weiterlesen