Goin‘ back …

Donnerstag, 30. September 2010

I think I’m goin‘ back
To the things I learned so well in my youth
I think I’m returning to
Those days when I was young enough to know the truth

Now there are no games to only pass the time
No more electric trains, no more trees to climb
But thinking young and growing older is no sin
And I can play the game of life to win

I can recall a time
When I wasn’t ashamed to reach out to a friend
Now, I think I’ve got
A lot more than just my toys to lend

Now there’s more to do than watch my sailboat glide
But every day can be a magic carpet ride
A little bit of courage is all we lack
So catch me if you can, I’m goin‘ back

Now there’s more to do than watch my sailboat glide
But every day can be a magic carpet ride
A little bit of courage is all we lack
So catch me if you can, I’m goin‘ back

Phil Collins

 

… nur zu Besuch

Mittwoch, 29. September 2010

…. und so red ich mit dir wie immer
und ich verspreche dir,
wir haben irgendwann wieder jede Menge Zeit.
Dann werden wir uns wiedersehen,
du kannst dich ja kümmern, wenn du willst,
dass die Sonne an diesem Tag auch auf mein Grab scheint –
dass die Sonne scheint, dass sie wieder scheint.

DTH

 

Der Apfelgarten

Sonntag, 19. September 2010

Komm gleich nach dem Sonnenuntergange,
sieh das Abendgrün des Rasengrunds;
ist es nicht, als hätten wir es lange angesammelt und erspart in uns,
um es jetzt aus Fühlen und Erinnern,
neuer Hoffnung, halbvergeßnem Freun,
noch vermischt mit Dunkel aus dem Innern,
in Gedanken vor uns hinzustreun
unter Bäume wie von Dürer, die das Gewicht von hundert Arbeitstagen
in den überfüllten Früchten tragen, dienend, voll Geduld, versuchend, wie
das, was alle Maße übersteigt, noch zu heben ist und hinzugeben,
wenn man willig, durch ein langes Leben
nur das Eine will und wächst und schweigt.

Rainer Maria Rilke

 

Magie der Farben

Samstag, 18. September 2010

Gottes Atem hin und wider,
Himmel oben, Himmel unten,
Licht singt tausendfache Lieder,
Gott wird Welt im farbig Bunten.
Weiß zu Schwarz und Warm zum Kühlen
Fühlt sich immer neu gezogen,
Ewig aus chaotischem Wühlen
Klärt sich neu der Regenbogen.
So durch unsre Seele wandelt
Tausendfalt in Qual und Wonne
Gottes Licht, erschafft und handelt,
Und wir preisen Ihn als Sonne.

Hermann Hesse

 

Eberbach am Neckar

Freitag, 17. September 2010

In deinen Tälern wachte mein Herz mir auf
Zum Leben, deine Wellen umspielten mich,
Und all der holden Hügel, die dich
Wanderer! kennen, ist keiner fremd mir.
Auf ihren Gipfeln löste des Himmels Luft
Mir oft der Knechtschaft Schmerzen; und aus dem Tal,
Wie Leben aus dem Freudebecher,
Glänzte die bläuliche Silberwelle….

Friedrich Hölderlin

 

Die ersten Astern im Garten

Donnerstag, 16. September 2010

Herbst will es werden allerwärts.
Ob Astern auch und Georginen
Im Garten glühn mit Freudemienen,
Sie tragen doch geheimen Schmerz.

Hermann Hesse

 

Mom

Mittwoch, 15. September 2010

Mütter verstehen,
was Kinder nicht sagen….

Happy Birthday, Mom

 

Du mußt dein Leben ändern

Dienstag, 14. September 2010

Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt,
darin die Augenäpfel reiften. Aber
sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber,
in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt,

sich hält und glänzt. Sonst könnte nicht der Bug
der Brust dich blenden, und im leisen Drehen
der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen
zu jener Mitte, die die Zeugung trug.

Sonst stünde dieser Stein entstellt und kurz
unter der Schultern durchsichtigem Sturz
und flimmerte nicht so wie Raubtierfelle;

und bräche nicht aus allen seinen Rändern
aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle,
die dich nicht sieht. Du mußt dein Leben ändern.

Rainer Maria Rilke

 

Der kleine Prinz

Montag, 13. September 2010

Er war müde. Er setzte sich. Ich setzte mich neben ihn. Und nach einem Schweigen sagte er noch: „Die Sterne sind schön, weil sie an eine Blume erinnern, die man nicht sieht…“
Ich antwortete: „Gewiß“ und betrachtete schweigend die Falten des Sandes unter dem Mond.
„Die Wüste ist schön“, fügte er hinzu…
Und das war wahr. Ich habe die Wüste immer geliebt. Man setzt sich auf eine Sanddüne. Man sieht nichts. Man hört nichts. Und währenddessen strahlt etwas in der Stille.
„Es macht die Wüste schön“, sagt der kleine Prinz, „daß sie irgendwo einen Brunnen birgt.“
Ich war überrascht, dieses geheimnisvolle Leuchten des Sandes plötzlich zu verstehen. Als ich ein kleiner Junge war, wohnte ich in einem alten Haus, und die Sage erzählte, daß darin ein Schatz versteckt sei. Gewiß, es hat ihn nie jemand zu entdecken vermocht, vielleicht hat ihn nie jemand gesucht. Aber er verzauberte dieses ganze Haus. Mein Haus barg ein Geheimnis auf dem Grunde seines Herzens…
„Ja“, sagte ich zum kleinen Prinzen, „ob es sich um das Haus, um die Sterne oder um die Wüste handelt, was ihre Schönheit ausmacht, ist unsichtbar!“
„Ich bin froh“, sagte er, „daß du mit meinem Fuchs übereinstimmst.“
Da der kleine Prinz einschlief, nahm ich ihn in meine Arme und machte mich wieder auf den Weg.
Ich war bewegt. Mir war, als trüge ich ein zerbrechliches Kleinod. Es schien mir sogar, als gäbe es nichts Zerbrechlicheres auf der Erde. Ich betrachtete im Mondlicht diese blasse Stirn, diese geschlossenen Augen, diese im Winde zitternde Haarsträhne, und ich sagte mir: Was ich da sehe, ist nur eine Hülle. Das Eigentliche ist unsichtbar…
Da seine halbgeöffneten Lippen ein halbes Lächeln andeuteten, sagte ich mir auch: Was mich an diesem kleinen eingeschlafenen Prinzen so sehr rührt, ist seine Treue zu einer Blume, ist das Bild einer Rose, das ihn durchstrahlt wie eine Flamme einer Lampe, selbst wenn er schläft… Und er kam mir noch zerbrechlicher vor als bisher. Man muß die Lampe sorgsam schützen: Ein Windstoß kann sie zum Verlöschen bringen…

Antoine de Saint-Exupéry

 

Wenn des Sommers Höhe überschritten

Sonntag, 12. September 2010

Wenn des Sommers Höhe überschritten,
Weiße Fäden in den Hecken wehen,
Schwer bestaubt am Weg die Margueriten
Mit gebräunten Sternen müde stehen,
Letzte Sensen in die Felder gehen,
Wird aus Müdigkeit und Todeswille
Über allem eine tiefe Stille,
Will Natur nach so gedrängtem Leben
Nichts mehr tun als ruhn und sich ergeben.

Hermann Hesse

 

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