Was wir besiegen, ist das Kleine, und der Erfolg selbst macht uns klein. Das Ewige und Ungemeine will nicht von uns gebogen sein. Das ist der Engel, der den Ringern des Alten Testaments erschien: wenn seiner Widersacher Sehnen im Kampfe sich metallen dehnen, fühlt er sie unter seinen Fingern wie Saiten tiefer Melodien. Wen dieser Engel überwand, welcher so oft auf Kampf verzichtet, der geht gerecht und aufgerichtet und groß aus jener harten Hand, die… weiterlesen

Ich sehe den Bäumen die Stürme an, die aus laugewordenen Tagen an meine ängstlichen Fenster schlagen, und höre die Fernen Dinge sagen, die ich nicht ohne Freund ertragen, nicht ohne Schwester lieben kann. Da geht der Sturm, ein Umgestalter, geht durch den Wald und durch die Zeit, und alles ist wie ohne Alter: die Landschaft, wie ein Vers im Psalter, ist Ernst und Wucht und Ewigkeit. Wie ist das klein, womit wir ringen, was mit… weiterlesen

Ich gehe unter roten Zweigen und suche einen späten Strauß. Weiß nicht vor Glück wo ein und aus, mir ist so neu, mir ist so eigen: Mein Lieb ist müd und ist zu Haus. Jetzt ist mein Mädel erst recht eitel, seit sich sein Mieder weiter zieht, und seit ein Wunder ihm geschieht: Bald hat es breite braune Scheitel und sitzt und singt ein Wiegenlied. Rainer Maria Rilke

Neulich, am Morgen, begegnete mir die Frau Nachbarin. Wir begrüßten uns. “Was für ein Herbst!” sagte sie nach einer Pause und blickte nach dem Himmel auf. Ich tat desgleichen. Der Morgen war allerdings sehr klar und köstlich für Oktober. Plötzlich fiel mir etwas ein: “Was für ein Herbst!” rief ich und schwenkte ein wenig mit den Händen. Und die Frau Nachbarin nickte beifällig. Ich sah ihr so einen Augenblick zu. Ihr gutes gesundes Gesicht ging… weiterlesen

Wenn du an dem, was dir wichtig ist, festhältst, wenn es dir so wichtig ist, daß du dafür Schwierigkeiten in Kauf nimmst, um es zu erreichen, dann wirst du dein Ziel erreichen. Richard Bach

Leblos gleitet Blatt um Blatt Still und traurig von den Bäumen; Seines Hoffens nimmer satt, Lebt das Herz in Frühlingsträumen. Noch verweilt ein Sonnenblick Bei den späten Hagerosen, Wie bei einem letzten Glück, Einem süßen, hoffnungslosen. Max Kalbeck

Es sind die Glückskinder, die die Erde überspringen dürfen um dort hinzugelangen, wofür wir einen harten, weiten Weg gehen müssen…

Wenn Dir jemand erzählt, dass die Seele mit dem Körper zusammen vergeht und dass das, was einmal tot ist, niemals wiederkommt, so sage ihm: Die Blume geht zugrunde, aber der Same bleibt zurück und liegt vor uns, geheimnisvoll, wie die Ewigkeit des Lebens. Khalil Gibran

Meine Liebe ist ein stilles Boot, Das mit träumerischen Ruderschlägen Einer dunklen Brandung treibt entgegen. Meine Liebe ist ein jähes Licht, Das durch schwarze, schwüle Nächte bricht Und unselig wie ein Blitz verloht. Meine Liebe ist ein krankes Kind, Das bei Nacht in seinem Bette sinnt; Und am Rand des Bettes steht der Tod. Hermann Hesse

In meinem Leben Bin ich oft geflogen Bin ich tief gefallen Und manchmal auch ertrunken Ich hab gewonnen Und ich hab verloren Und ich bin gestorben Und wieder neu geboren Ich hab gegeben Und ich hab genommen Wir haben uns gefunden Wir sind so weit gekommen Ich bin mir nah Und immer wieder fremd Das hat was von allein sein Und das mich keiner kennt Ich will nicht arm sein Und Geld macht mich nicht… weiterlesen