Gib mir Sonne

Dienstag, 29. Juli 2008

Es kann gar nicht hell genug sein, alle Lichter dieser Welt sollen heute für mich leuchten.
Ich werd raus gehn, mich nicht umdrehn – Ich muss weg!

Manchmal muss sie Liebe schnell gehn, mich überfahr´n, mich überroll´n.
Manchmal muss das Leben wehtun – nur wenn es weh tut, ist es gut.

Dafür zu dir, gib mir Sonne, gib mir Wärme, gib mir Licht.
All die Farben wieder zurück, verbrenn den Schnee.
Das Grau muss weg, schenk mir ´n bisschen Glück.

Wann kommt die Sonne? Kann es denn sein, dass mir gar nichts mehr gelingt?
Wann kommt die Sonne? Kann es denn sein, dass ich tief im Schnee versink?

Und ich trage mein Herz offen, alle Türen ganz weit auf.
Hab keine Angst mich zu verbrennen, auch wenn´s weh tut.
Nur was weh tut, ist auch gut.

Feier das Leben, feier das Glück, feier uns beide, es kommt alles zurück.
Feier die Liebe, feier den Tag, feier uns beide, es ist alles gesagt.
Hier kommt die Sonne, hier kommt das Licht.
Siehst du die Farben, kommen alle zurück.

Rosenstolz

 

Erwachen aus der Verzweiflung

Montag, 28. Juli 2008

Aus Leides Trunkenheit
Emporgetaumelt seh ich
Durch Tränen zitternd die erneute Welt.
Schon duftet Sommer an den Wäldern hin –
O Abende voll grünem Schmelz, Sternhimmel du,
Wie sehnlich überfüllt ihr mir das Herz!

Hermann Hesse

 

Liebe pt. I.

Sonntag, 27. Juli 2008

Liebe, ist eine Verücktheit des Blutes, in welche die Vernunft einwilligt.

Dieser Ausspruch ist leider nicht von mir. Gewiß verschafft uns die Liebe unsere größten Freuden, und das Wort ist noch schwach gewählt, man könnte sogar sagen, unsere allerhöchsten Ekstasen… Diese Bewegung auf den anderen zu, dieser Augenblick, in dem unser Traum Wirklichkeit wird, dieser begnadete Zustand, in dem man endlich an etwas anderes denkt als an das eigene Ich, diese Vereinigung der Körper, die uns – wenigstens für Augenblicke – unsterblich macht, dieses Übersteigen des Alltäglichen in Gegenwart des geliebten Wesens… Wenn es uns scheint, als würde ihr Gesicht ein Teil unseres Herzens sein, niemals wieder von uns losgelöst… Und doch, manchmal…

Denn wieviel Leid erwächst auch aus Liebe, was für ein Ozean aus Leid… Mißachtete Liebe, zurückgewiesene Liebe, mangelnde Liebe, Liebe, die erlischt – ach …

 

Die Bohemians werden nie ihre Rhapsody bekommen …

Samstag, 26. Juli 2008

Is this the real life, Is this just fantasy
Caught in a landslide, no escape from reality
Open your eyes, look up to the skies and see
Im just a poor boy, I need no sympathy because Im easy come, easy go,
A little high, little low, anyway the wind blows doesnt really matter to me – to me

Mama, just killed a man, put a gun against his head,
Pulled my trigger, now he’s dead, Mama,life had just begun,
But now Ive gone and thrown it all away – Mama oooh,
Didnt mean to make you cry – If Im not back again this time tomorrow
Carry on, carry on, as if nothing really matters.

Too late, my time has come, sends shivers down my spine
Bodys aching all the time, Goodbye everybody – I’ve got to go
Gotta leave you all behind and face the truth – Mama oooh – (any way the wind blows)
I dont want to die, I sometimes wish I’d never been born at all…

Doch! Danke für all DIESE Musik.

 

Muß ich schreiben?

Dienstag, 22. Juli 2008

Fragen Sie sich in der stillsten Stunde Ihrer Nacht: muß ich schreiben? Graben Sie in sich nach einer tiefen Antwort. Und wenn diese zustimmend lauten sollte, wenn Sie mit einem starken und einfachen ich muß dieser ernsten Frage begegnen dürfen, dann bauen Sie Ihr Leben nach dieser Notwendigkeit; Ihr Leben bis hinein in seine gleichgültigste und geringste Stunde muß ein Zeichen und Zeugnis werden diesem Drange.

Rainer Maria Rilke – Aus einem Brief an Franz Xaver Kappus (17.02.03)

 

Sommerwanderung

Sonntag, 20. Juli 2008

Heute sind wir den ersten Teil des Marathon-Weges (BK1) gelaufen. Dieser Weg führt auf 42,2km in weitem Bogen rund um Bad König. Bei herrlichem Sommerwetter geniessen wir die fantastischen Fernblicke von den Bergen des Odenwaldes. Der Wind jagt die Schatten der Wolken über die Felder und die Sonne taucht die Landschaft in ein goldenes Licht.

Und als Gedicht gibt es wieder einen Hesse – die Sommerwanderung:

Weites, goldenes Ährenmeer
Wogt im Wind auf reifen Stengeln.
Hufbeschlag und Sensendengeln
klingen fern vom Dorfe her.

Warme, düfteschwere Zeit!
Zitternd in der Sonne Gluten
Wiegen sich die goldnen Fluten
Reif und schon zum Schnitt bereit.

Fremdling, der ich ohne Pfad
Suchend pilgere auf Erden,
Wird ich reif befunden werden,
Wenn auch mir der Schnitter naht?

 

Das Rosen-Innere

Samstag, 19. Juli 2008

Wo ist zu diesem Innen ein Außen? Auf welches Weh legt man solches Linnen ?
Welche Himmel spiegeln sich drinnen in dem Binnensee
dieser offenen Rosen, dieser sorglosen, sieh:
wie sie lose im Losen liegen, als könnte nie eine zitternde Hand sie verschütten.
Sie können sich selber kaum halten; viele ließen sich überfüllen und fließen
über von Innenraum in die Tage, die immer voller und voller sich schließen,
bis der ganze Sommer ein Zimmer wird, ein Zimmer in einem Traum.

Rainer Maria Rilke

 

Deingedenken

Freitag, 18. Juli 2008

Ich möchte dir ein Liebes schenken, das dich mir zur Vertrauten macht:
aus meinem Tag ein Deingedenken und einen Traum aus meiner Nacht.
Mir ist, daß wir uns selig fänden und daß du dann wie ein Geschmeid
mir löstest aus den müden Händen die niebegehrte Zärtlichkeit.

Rainer Maria Rilke

 

Sommer

Mittwoch, 16. Juli 2008

Die Häuser werden immer kleiner und der Sommer wird immer mehr.
Die hier wohnen freun sich daran; mir aber ist alles Sommerliche nur ein Vorgefühl und ein Gleichniss dessen, was kommen soll.

Rainer Maria Rilke

 

Liebe

Dienstag, 15. Juli 2008

Den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Das heißt: je mehr wir zu lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben. Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich. Die Welt und das Leben zu lieben, auch unter Qualen zu lieben, jedem Sonnenstrahl dankbar offenstehen und auch im Leid das Lächeln nicht ganz zu verlernen – diese Lehre jeder echten Dichtung veraltet nie und ist heute notwendiger und dankenswerter als je.

Hermann Hesse

 

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