Purtschellerhaus

Sonntag, 29. Juni 2008

Bei herrlichstem Sonntagswetter setze ich die Familie im Aschauerweiherbad ab und fahre Richtung Obersalzberg auf die Rossfeld-Panoramastrasse hinauf. Von hier oben hat man einen unbeschreiblich schönen Rundblick auf die gesamte Bergwelt umher. Der Untersberg erstreckt sich in voller Breite, das Berchtesgadener Land bis Salzburg auf der einen Seite, auf der anderen blickt man vom Höhen Göll über das Tennengebirge zum Dachstein ins Salzachtal. Vom Hennenköpferl gehe ich die Roßfeldstrasse entlang bis zum Ahornkaser, wo der Weg nach links zum Purtschellerhaus abgeht. Über den Rauhenbichlkopf geht es zum Eckersattel (1412m) an der deutsch-österreichischen Grenze, die direkt am Kamm verläuft. Man überschreitet den Sattel und steigt nun auf österreichischem Gebiet in großen Bogen und etlichen Kehren, zum Schluss steiler werdend und etwas steinig bis zum Purtschellerhaus (1692m) hinauf. Der Ausblick ist fantastisch und ich setze mich in die Almwiese etwas oberhalb des Hauses – Brotzeit.
Später gehe ich den Weg durch die Wiese hinauf in Richtung Hoher Göll. Auf schmalem Pfad durch den Wald muss man bald das erste Mal klettern. Weiterhin auf schmalem Weg geht es in Kehren schnell hinauf bis die Grasnarbe aufhört und man in den Fels klettern muss. Hier setze ich mich noch einmal auf den Grat und genieße die herrliche Aussicht. Die mächtige Wand des Höhen Göll ragt auf und das Kehlsteinhaus scheint schon zum Greifen nah. Weiter gehe ich aber nicht und mache mich auf den Weg zurück zum Purtschellerhaus. Im Abstieg nehme ich die steilere Variante über den Eckerfirst, ein kleiner Steig mit vielen Wurzeln und Serpentinen bis zum Eckersattel, wo beide Wege wieder aufeinandertreffen. Nach kurzem Anstieg bin ich wieder auf der Roßfeldstrasse und laufe zum Auto zurück.

Spanien hat die EM verdient gewonnen, wir sind Vizemeister 🙂

 

Über den Untersberg

Samstag, 28. Juni 2008

Wir brechen zeitig auf und nehmen die erste Seilbahn von St. Leonhard (Salzburg) auf den Untersberg. Nach wenigen Minuten kühner Bergfahrt sind wir auf 1776m. Den Geiereckgipfel mit seinem hohen Stahlkreuz (1805m) ignorieren wir und machen uns gleich auf den Weg (9:15Uhr) in Richtung Salzburger Hochthron (1852m), den wir auch nach etwa 20 Minuten erreichen. Zum Teil liegt noch Schnee und der Himmel wechselt unheimlich schnell von strahlendem Blau ins Grau der ziehenden Wolkenschwaden. Nun auf dem am Rand des Unterbergplateaus verlaufenden Steig entlang, der von Latschen gesäumt ist. Bald erscheint die Mittagsscharte und man steigt auf 1678m hinunter. Alsbald wieder steil bergauf geht es immer wieder über Schneefelder vorbei an den Ochsenköpfen über das Rauheck und den Gamsalmkopf. Von weiten kann man schon die Fenster vom Störhaus sehen, wir machen noch einen kurzen Aufstieg zum Berchtesgadener Hochthron (1972m). Über Geröll und Schrofen geht es hinauf aufs Gipfelkreuz. Sehr tief sehen wir allerdings nicht – wir sind in den Wolken. Von hier sind es nur noch 15 Minuten bis zum Störhaus, wo wir erst einmal eine kräftige Brotzeit machen. Immer wieder ziehen Wolken durch und es wird kühl. Also machen wir uns auf den Rückweg – vorbei an der gewaltigen Westwand mit atemberaubenden Tiefblick. Durch das Bärenloch (Senke) und zahlreichen Kehren (Leiterl) zieht sich der Steig unterhalb der Almbachwand abwärts. In vielen Serpentinen zieht sich der Weg durch den Wald bis wir endlich nach 2 Stunden den Wiesenpfad erreichen. Nur noch wenige Minuten und wir sind an unserem Haus (16:20 Uhr). Das Auto holen wir am Abend zurück.

 

Am Hochkönig (A)

Freitag, 27. Juni 2008

Mit dem Auto fahren wir über Bischofshofen (Österreich) nach Mühlbach am Hochkönig und nehmen die steile Zufahrtsstrasse zum Arthurhaus (1502m). Von hier führt ein kurzes Wegstück nördlich bergan, bis man auf den oberhalb verlaufenden Steig trifft.
Über uns sollten sich die wilden Türme der Manndlwand auftun – stattdessen hängen schwere graue Wolken die Gipfel zu. Es geht nach links in westlicher Richtung abwärts zur Wiederacheggalm (1455m) inmitten einer schönen Almlandschaft. Weiter, den Riedinggraben querend zur Riedingsalm am Rand des Kessels unterm Großen Bratschenkopf, der mit seiner hohen Wetterwand beeindruckt. Jetzt hinunter in den Wiederberggraben, über den Schranbach und durch schönen Laubwald wieder ansteigend zur freien Almfläche mit der Wiederbergsalm. Üppige Wiesen und ein Meer von Alpenrosen und blauem Enzian bedecken hier die Hänge. Im Bogen unter der Südflanke des Großen Bratschenkopfes vorbei quert man das untere Birgkar. Von hier sollten wir die Südwände des Hochkönigs sehen, der aber immer noch in Wolken gehüllt ist. Nach 2 1/2 Stunden brechen wir den Weg am Sonnriedl wegen Gewitter ab und kehren um.
Nach einem kräftigen Regen reißt der Himmel auf und die schneebedeckten Gipfel des Hochkönigs leuchten in der Sonne hinter stahlblauem Himmel. Allerdings nicht sehr lange, auf dem Hinweg war hier nur Geröll – jetzt haben wir Mühe über die reißenden Gebirgsbäche zu kommen. Auf der Riedingalm machen wir noch einmal Rast. Der Hüttenwirt ist urkomisch und nach einem Schnaps machen wir uns wieder auf den Weg. Nach insgesamt 18km sind wir wieder am Arthurhaus.

 

… nichts

Donnerstag, 26. Juni 2008

Heute war es den ganzen Tag neblig, regnerisch und kühl. So entspannen wir uns in der Watzmann-Therme und machen unseren obligatorischen Abstecher zur Grassl-Enzianbrennerei.

 

Gotzenalm

Mittwoch, 25. Juni 2008

Vom Parkplatz Hinterbrand über die Jenner-Mittelstation (9 Uhr) laufen wir leicht ansteigend immer in südlicher Richtung bis zur Wegteilung oberhalb der Königsbachalmen. Ein kurzes Stück sehr steil hinauf, an der Enzian-Brennhütte vorbei geht es in leichtem Auf- und Ab zu den Priesbergalmen (die sind nicht bewirtschaftet). Von hier hat man einen herrlichen blick auf den Watzmann, den Jenner und den Untersberg. Der Weg wird schmaler und führt durch herrlich blühende Almwiesen hinunter zu einer Wegabzweigung. Hier beginnt der Untere Hirschenlauf, der anspruchsvoll aber wunderschön uns zur Seeaualm bringt. Nun nach links und eine Stunde in steilen Kehren hinauf – und wir kommen nach etwa 400 Höhenmetern auf die weite Hochfläche der Gotzenalm. Der weite Rundblick Richtung Süden und Osten zeigt uns ein großartiges, noch schneebedecktes Bergpanorama. Es ist wohl einer der schönsten Plätze in den Berchtesgadener Alpen.
In etwa 15 Minuten erreicht man den Feuerpalfen. Von hier hat man einen fantastischen Tiefblick auf den Königssee, St. Bartholomä die 1100m unter uns liegen und die genau gegenüberliegende gewaltige Ostwand des Watzmann.
Der Rückweg führt uns über die Gotzentalalm durch den Wald bergauf und dann wieder bergab zu den Königsbachalmen. Noch 1 1/2 Stunden leicht berauf und wir sind nach insgesamt ca. 20 Kilometern wieder zurück am Parkplatz (17 Uhr).

Deutschland steht im EM-Finale. Das Spiel war allerdings wie das Wetter am Abend….

 

Bindalm

Dienstag, 24. Juni 2008

Vom Parkplatz Hintersee in südwestlicher Richtung durch das Klausbachtal und die Grundübelau. Vorbei an gewaltigen Felsabstürzen der Grundübelhörner und der Mühlsturzhörner muss man aber teilweise auf die Strasse ausweichen, weil der Weg wegen Abstürzen gesperrt ist. An der Engert-Holzstube wird der Weg interessanter, führt über eine Holzbrücke hoch in den Wald hinein bis zur Alm. Die Bindalm ist eine der schönsten Almen in den Berchtesgadener Bergen und liegt auf dem Weg zur Hocheisspitze. Die Ramsauer Dolomiten bilden eine großartige Hintergrundkulisse. Die Alm ist urig bewirtschaftet (und preiswert) und wir warten erst einmal den Regen ab. Die Kaser stehen hier zum Teil schon 200-300 Jahre.
Den weiteren Weg zum Hirschbischlpass (Grenze zum Salzburger Land – hier wurde früher Salz geschmuggelt) kann man sich eigentlich sparen, also wieder bergab und auf gleichem Weg zurück zum Hintersee. Das waren heute 16 Kilometer (und nur 530 Höhenmeter).

 

Halsalm

Montag, 23. Juni 2008

Dieser kurze Rundweg (6km) bietet einen wundervollen Blick auf den Hintersee, den Höhen Göll und die Reiteralm. Vom Parkplatz Hintersee geht es rechts in Kehren durch den Wald bergauf. Zwar ist der Weg breit aber ziemlich steil, es sind immerhin 400 Höhenmeter, die man in kurzer Zeit erklimmt. Nach einer Stunde befindet man sich in der Halsgrube. Von hier kann man die Adler beobachten und wir haben auch Glück.
Der Weg teilt sich hier – zur Alm geht es rechts weiter bergauf zu den Bergwiesen. Wenn man nun aus dem Wald herauskommt, eröffnet sich die großartige Halsalm, die mit Blumen übersät ist (ein wunderschönes Bild mit dem Knittelhorn im Hintergrund). Die Alm ist erst ab Mitte Juli bewirtschaftet, aber wir haben genügend Brotzeit mitgebracht. Im Abstieg nehmen wir den steilen Pfad durch den Wald hinunter zum Hintersee. Jetzt machen sich die Knie zum ersten Mal bemerkbar.
Für den Abend sind Gewitter vorhergesagt und wirklich – innerhalb weniger Minuten zieht sich der Himmel zu und es kracht gehörig. Genauso schnell verziehen sich die Wolken aber wieder und wir werden mit Alpenglühen inklusive Regenbogen belohnt.

 

Wimbachgries

Sonntag, 22. Juni 2008

Ausgangspunkt ist der Parkplatz Wimbachbrücke. Von hier führt ein breiter Weg anfangs leicht, später ziemlich steil in den Wald hinauf bis zu einer Wegkreuzung. Wir bleiben rechts, da wir den Weg durch die Wimbach-Klamm (links) schon kennen. Weiter ziemlich steil nach oben durch den Wald hindurch erreicht man den südlichen Talschluss und der Blick auf die Palfelhörner eröffnet sich. Nun führt der Weg in gleichmäßiger Steigung bis zum Wimbachschloss (937m). Von hier ist es noch eine Stunde bis zur Wimbachgrieshütte. Man befindet sich jetzt mitten zwischen Watzmann und Hochkalter in einer grandiosen Szene – hochaufgragende Steilwände zu beiden Seiten und ein bis zu 300m mächtiger Schuttstrom aus weißem Dolimitgestein. Die Wimbachgrieshütte liegt am Ende des Wimbachtales auf 1327m am Südfuß des Watzmanns.
Hier trinken wir unser erstes Urlaubs-Radler und erholen uns. Danach treten wir den Rückweg an und sind am späten Nachmittag wieder am Ausgangspunkt – etwa 18 Kilometer und 600 Höhenmeter reichen für den Anfang.

 

Freitag, 20. Juni 2008

Wie der stöhnende Wind durch die Nacht
Stürmt mein Verlangen nach dir,
Jede Sehnsucht ist aufgewacht – O du, die mich krank gemacht,
Was weißt du von mir!
Leise lösch ich mein spätes Licht, fiebernde Stunden zu wachen,
Und die Nacht hat dein Angesicht, und der Wind, der von Liebe spricht,
Hat dein unvergeßliches Lachen!

Hermann Hesse

 

Freitag, 13. Juni 2008

Die Menschen sind so furchtbar weit voneinander;
und die, welche einander lieb haben, sind oft am weitesten.
Sie werfen sich all das Ihrige zu und fangen es nicht, und es bleibt zwischen ihnen liegen irgendwo
und türmt sich auf und hindert sie endlich noch, einander zu sehen und aufeinander zuzugehen.

Rainer Maria Rilke

 

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