Silvester

Montag, 31. Dezember 2007

Das Jahr ward alt. Hat dünne Haar. Ist gar nicht sehr gesund. Kennt seinen letzten Tag, das Jahr.
Kennt gar die letzte Stund. Ist viel geschehn. Ward viel versäumt. Ruht beides unterm Schnee. Weiß liegt die Welt, wie hingeträumt. Und Wehmut tut halt weh.
Noch wächst der Mond. Noch schmilzt er hin. Nichts bleibt. Und nichts vergeht. Ist alles Wahn.
Hat alles Sinn. Nützt nichts, daß man’s versteht.
Warst auch ein Kind. Hast selbst gefühlt, wie hold Christbäume blühn.
Hast nun den Weihnachtsmann gespielt und glaubst nicht mehr an ihn.

Bald trifft das Jahr der zwölfte Schlag.
Dann dröhnt das Erz und spricht: „Das Jahr kennt seinen letzten Tag, und du kennst deinen nicht.“

Erich Kästner

 

for my friends, for you, for me …

Montag, 31. Dezember 2007

These friends of mine live their lives, spend their time – Hoping to find – Who they are – How they’re made thought maybe they’d help to find the way
These friends of mine – They have lives, They work hard to live them right and when they laugh it makes me high – they’d take a train 10,000 miles before they’d fly
These friends of mine – They feel alone When the shows are over Don’t know where to go in Philadelphia at Christmas time – They question love Wonder why they try
And when the show is over how I hope that they discover, the joy that they bring and I hope they remember this bond we have together and how they love to sing
These friends of mine live in New York, they were raised in Michigan, they don’t know things, they don’t hold hands guard their hearts the best they can
And when the show is over how I hope that they discover the joy that they bring and I hope that they remember this bond we have together and how they love to sing – They sure love to sing
Maybe I needed this time to be reminded for myself
Maybe I needed this time to be reminded for myself
How I love to sing

 

EIN Weg

Sonntag, 30. Dezember 2007

So verwirrend das Bild auch scheinen mag, zugegeben – so war auch da Jahr. Man ist (immer wieder) versucht am Jahresende ein Resümee zu ziehen, man denkt nach, was im vergangenen Jahr so geschehen ist. Natürlich – wie schnell die Zeit doch verrinnt, wie schnell wir älter werden… So viele Farben, so vielfältig – aber doch nur ein Lichtstrahl – ein Versuch den richtigen Weg zu finden. Wer kann uns diesen Weg zeigen, wer weiß, ob es der richtige Pfad ist? Immer sind es die gleichen Worte – VERTRAUEN, HOFFNUNG – natürlich, es gibt nur EINEN Weg – gehen wir ihn – mit allen Konsequenzen.

 

trotz allem

Freitag, 28. Dezember 2007

Der Filter – „Ich weiß es schon“ hindert uns zu sehen.
Die Floskel – „Das war schon immer so“ hindert uns zu hören
Die Vermutung – „Du willst ja nicht“ hindert uns zu bitten
Das Vorurteil – „So bist Du eben“ hindert uns, aufs Neue zu beginnen.
Die Überzeugung – „Das geht doch nicht“ hindert uns zu experimentieren.
Die Angst – „Ich genüge nicht“ hindert uns zu wagen.
Die Sehnsucht, der Mut zu werden, was sein kann, fordert uns auf – trotz allem.

Renate Windisch

 

Engel

Donnerstag, 27. Dezember 2007

Engel – wo sind sie denn schon wieder hin? Ist Weihnachten denn schon wieder vorbei. Wie lang haben wir darauf gewartet, erst wollte es nicht so recht in uns aufkommen – dieses Gefühl der Weihnacht. Dann, auf einmal, war es da – und jetzt, schon wieder alles vorbei?
Wie ist das mit den Engeln? Haben wir nicht alle schon einmal diesen Augenblicke erlebt, bei denen wir im Nachhinein dachten: Wie gut, dass ich einen Schutzengel hatte! Engel nur an Weihnachten? Warum nehmen wir nicht ein bisschen Geist der Weihnacht in unser normales Leben mit auf? Vielleicht entdecken wir auf der Suche nach unseren Engeln auch unser eigenes ICH.

 

Zweiter Weihnachtstag

Mittwoch, 26. Dezember 2007

Still, wie unterm warmen Dach, liegt das Dorf im weißen Schnee;
In den Erlen schläft der Bach, unterm Eis der blanke Schnee.
Weiden steh’n im weißen Haar, spiegeln sich in starrer Flut;
Alles ruhig, kalt und klar wie der Tod der ewig ruht.
Weit, so weit das Auge sieht, keinen Ton vernimmt das Ohr,
Blau zum blauen Himmel zieht sacht der Rauch vom Schnee empor.
Möchte schlafen wie der Baum, ohne Lust und ohne Schmerz;
Doch der Rauch zieht wie im Traum still nach Haus mein Herz.

Klaus Groth

 

Erster Weihnachtstag

Dienstag, 25. Dezember 2007

Es glänzen hell die Sterne weit übers Land hinaus, es rufen aus weiter Ferne Glocken ins Gotteshaus. Und durch die Friedhofspforte zieht die Gemeinde still, die dem fröhlichen Worte der Weihnacht lauschen will. Der weiße Schnee deckt leise das stille, schlafende Land. Es klingt wie Orgelweise, ein Zauber hält alle gebannt. Es ist ein Licht erklommen, das übergoldet die Nacht, es ist Kunde gekommen, die ist allen gebracht. Allen, in allen Reichen klingt dies lockende Wort ein Sehnen sondergleichen reißt alle Herzen fort. Und die sich hart bekriegen, sollen einander verzeihen, und die in Ketten liegen, sollen gerettet sein. Und die in Nacht verzagen, soll Himmelslicht erbau’n, und die da Heimweh tragen, sollen die Heimat schau’n. Es ist ein Lied erklungen von jubelnd heller Art, es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart.

 

Heiligabend

Montag, 24. Dezember 2007

Jetzt, jetzt endlich ist Weihnachten. Wenn die Glocken der kleinen Bergkirche in Mümling-Grumbach kurz vor Mitternacht läuten.
Wenn wir den Weg hinauflaufen, die Kirche ist dunkel, nur der Baum ist beleuchtet, sonst ist kein Licht. Außer einer Kerze am Altar, wenn die Orgel anfängt zu spielen und das Licht wandert und jeder seine Kerze anzündet. Wenn es auf einmal hell wird im Raum und warm, wenn wir die Lieder singen und vorlesen. Wenn die Gedanken kreisen und eine Träne ins Auge steigt. Wenn wir lieb gewordene Menschen in den Arm nehmen und „frohe Weihnacht“ wünschen. Wenn wir hinaustreten in die kalte Nacht – tief durchatmen – diese Nacht. Wenn die Glocke verstummt wird es ganz still hier oben. Dann ist sie endlich da – die Weihnacht.

 

Vierter Advent

Sonntag, 23. Dezember 2007

Ich sehn‘ mich so nach einem Land der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub‘, ich hab’s einmal gekannt, als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah, unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah: Ich ahnte, spürte auf einmal,
daß alles: Sterne, Berg und Tal, ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei’s Sonnnenstrahl, daß Regen, Schnee und jede Wolk,
daß all das in mir drin ich find, verkleinert, einmalig und schön
Ich muß gar nicht zu jedem hin, ich spür das Schwingen, spür die Tön‘
ein’s jeden Dinges, nah und fern, wenn ich mich öffne und werd‘ still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn, der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, daß war der Moment, den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb‘ bereit: Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!

Hermann Hesse

 

Ein Augenblick

Samstag, 22. Dezember 2007

Ein Augenblick im Meer der Zeiten, in dem die stillen Stimmen tönen,
Die sonst der Tag verdeckt mit seinem lauten schrei’n
Der Augenblick, indem die Kerzen brennen, die heiligen Kerzen, die der Liebe leuchten,
Da jedes Herz es ahnt was Friede sei.
In dieser Stille zwischen heut und morgen, in dieser Handvoll weniger Minuten,
Besinnt der Mensch sich auf sein tiefstes Glück lauscht auf die leise Melodie der Liebe
Und geht dann neu zu seinem Tag zurück.

Elisabeth Dauthendey

 

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