Und immer dunkler ward der Wald Auch bunter Sänger Aufenthalt, Es drang mir bald auf allen Wegen Ihr Klang in süßen Duft entgegen. Ich wußte nicht, wie mir geschah, Und wie das wurde, was ich sah. Vielleicht beginnt ein neues Reich – Der lockre Staub wird zum Gesträuch Der Baum nimmt tierische Gebärden Das Tier soll gar zum Menschen werden. Ich wußte nicht, wie mir geschah, Und wie das wurde, was ich sah. Uns barg… weiterlesen

Es färbte sich die Wiese grün Und um die Hecken sah ich blühn, Tagtäglich sah ich neue Kräuter, Mild war die Luft, der Himmel heiter. Ich wußte nicht, wie mir geschah, Und wie das wurde, was ich sah. Es quoll und trieb nun überall Mit Leben, Farben, Duft und Schall, Sie schienen gern sich zu vereinen, Daß alles möchte lieblich scheinen. Ich wußte nicht, wie mir geschah, Und wie das wurde, was ich sah. So… weiterlesen

Wo bist du, Gott? Ich hab die Wälder Mit deinem Namen wachgeschrien, Ließ heißaufweinend durch die Felder Nach dir der Stimme Sehnsucht ziehn. Ich hab das Meer gefragt, die Stürme Nach ihrer Heimat Ewigkeit. Ich schrieb ins Glockenerz der Türme, Wie meine Seele nach Dir schreit. Die Frommen fragt ich, mit den Spöttern Hab ich beim Weine dich verlacht, Hab in des Meeres Blitzeswettern Nach dir gefiebert, Meer der Nacht. Mit Beten, Betteln, Grimm und… weiterlesen

In der Altstadt, die nur so heißt, – denn, wo einst Winkelgäßchen gekauert, dünstig vom Mittelalter umschauert, dehnen Zinshausstraßen sich dreist, – Eine Oase, die jedes Aug’ preist: Uralte Bäume, ein Garten ummauert, haben Jahrhunderte überdauert bei der Kapelle zum heiligen Geist. Aus dem Rasen – fern Stadtlärm und Hast! ragen verstreut zu der Bäume Füßen schräge Steinplatten, grau und bemoost. Gern hält Liebe hier Abendrast; die fühlt hier dankbar des Lebens Grüßen, ahnt nicht,… weiterlesen

Unsere Welt steht vor einem gemeinsamen Feind: COVID-19. Das Virus macht keinen Unterschied zwischen Nationalität oder ethnischer Zugehörigkeit, Gruppierung oder Glauben. Es greift alle an, unerbittlich. Währenddessen wüten bewaffnete Konflikte auf der ganzen Welt. Die Schwächsten – Frauen und Kinder, Menschen mit Behinderungen, Marginalisierte und Vertriebene – zahlen den höchsten Preis. Sie sind auch am stärksten gefährdet, verheerende Verluste durch COVID-19 zu erleiden. Wir dürfen nicht vergessen, dass in den vom Krieg verwüsteten Ländern die… weiterlesen

Was ich ahnte, was ich träumte, war so viel, doch nicht genug, bis ich weg die Zweifel räumte und die Dunkelheit zerschlug. Ist nun mehr die vielgepries’ne Einsicht als der Dämmerflor ? Minder scheint das Klarbewies’ne, als mir dunkel schwebte vor. Reizen mag nur als unendlich, dessen Ziel du nicht gesehn; und was dir erst ward verständlich, ist nicht wert mehr zu verstehn. Friedrich Rückert

Ist Schmerz, sobald an eine neue Schicht die Pflugschar reicht, die sicher eingesetzte, ist Schmerz nicht gut? Und welches ist der letzte, der uns in allen Schmerzen unterbricht? Wieviel ist aufzuleiden. Wann war Zeit, das andre, leichtere Gefühl zu leisten? Und doch erkenn ich, besser als die meisten einst Auferstehenden, die Seligkeit. Rainer Maria Rilke

Je dunkler, je schattiger ein Baum, Um so lieber singt ein Vogel darauf, Je schwermütiger, je düst’rer ein Traum, Um so lieber wacht man auf. Je härter, um so edler der Stein, Je müder, je mehr gebrochen Ein edles Herz von Pein, Um so tiefer und stiller sein Pochen. Wem ein großes Leid geschehen, Der wird ewig elend sein. Blumen kann man wieder säen, Herzen, die uns recht verstehen Wenn uns die verloren gehen –… weiterlesen

Was heißest du mich Lieder dichten, Wie ich vor Zeiten sang vor dir? Auf nichts mehr hab ich zu verzichten, Und alle Wünsche schweigen hier. Wer möchte, wenn in Frühlings Räumen Der Blüten Pracht ihn hold begrüßt, Hinaus sich in die Ferne träumen, Wo keine Blüte sich erschließt. Ach, ungerufen kommt die Stunde, Und immer einst zu früh heran, Da ich, getrennt von deinem Munde, Der Lieder Tröstung brauchen kann. Versingen will ich dann die… weiterlesen

Neuer Frühling ist gekommen, Neues Laub und Sonnenschein, Jedes Ohr hat ihn vernommen, Jedes Auge saugt ihn ein. Und das ist ein Blühn und Sprießen, Waldesduften, Quellenfließen, Und die Brust wird wieder weit, Frühling, Frühling, goldne Zeit! Von dem Felsen in die Weite Fliege hin, mein Frühlingssang, Ueber Ströme und Gebreite, Durch Gebirg und Blüthenhang! Darf nicht wandern, muß ja bleiben Ob’s mich ziehn auch will und treiben, Doch so weit mein Himmel blau’t Singen,… weiterlesen