18Nov/18

Volkstrauertag

Ohne Glaube an die Seele und ihre Unsterblichkeit ist das Sein den Menschen unnatürlich, undenkbar und unerträglich. Nur durch den Glauben an seine Unsterblichkeit erfaßt der Mensch den vernünftigen Zweck seines Seins auf Erden. Der Verlust des höchsten Sinnes das Leben führt folgerichtig zum Selbstmord … Die Überzeugung von der Unsterblichkeit ist folglich der Normalzustand der Menschheit, und wenn dem so ist, so ist auch die Unsterblichkeit der menschlichen Seele selbst eine zweifellose Tatsache. Mit einem Wort: die Idee unserer Unsterblichkeit ist das Leben selbst, das lebendige Leben.

Fjodor Michailowitsch Dostojewskij

16Nov/18

Musikschule Odenwald Musical 2018 – Aladdin und die Wunderlampe

Aladdin, ein Straßenjunge, ist zufrieden, solange er tanzen, andere zum Lachen bringen und seiner Fantasie freien Lauf lassen kann. Als er der bezaubernden Jasmin begegnet, bekommt er Zweifel: Ist es möglich, dass sich die Tochter eines englischen Archäologen in einen armen Straßenjungen verliebt? So etwas gibt es doch nur im Märchen!

Diese Unsicherheit macht sich der böse Zauberer Dschafar zunutze und spannt den abenteurlustigen Aladdin für seine Zwecke ein – doch der Plan misslingt, und Aladdin gelangt unverhofft in den Besitz einer Wunderlampe sowie eines liebenswerten Dschinns, der ihm zwar (fast) jeden Wunsch von den Augen ablesen, jedoch nur bedingt dazu beitragen kann, das Herz von Jasmin zu gewinnen. Also, liegt es am Ende doch an Aladdin selber, Dschafar zu besiegen und die Liebe von Jasmin zu gewinnen. Oder ist doch alles nur wie im Märchen…

Die Vorstellungen sind:

Freitag, den 16.11.2018 um 19.00 Uhr
Samstag, den 17.11.2018 um 18.00 Uhr
Samstag, den 24.11.2018 um 15.00 Uhr und um 19.00 Uhr

Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen Optik Gantert in Erbach und Buchhandlung Schindelhauer in Michelstadt erhältlich.

13Nov/18

Königswinter

Am Himmel der Wolken
Erdunkelnder Kranz …
Auf schauerndem Strome
Metallischer Glanz …
Die Wälder zuseiten
So finster und tot …
Und in flüsterndem Gleiten
Vorüber mein Boot …

Ein Schrei aus der Ferne –
Dann still wie zuvor …
Wie weit sich von Menschen
Mein Leben verlor! …
Eine Welle läuft leise
Schon lang nebenher,
Sie denkt wohl, ich reise
Hinunter zum Meer …

Ja, ich reise, ich reise,
Weiß selbst nicht, wohin
Immer weiter und weiter
Verlockt mich mein Sinn …
Schon kündet ein Schimmer
Vom morgenden Rot, –
Und ich treibe noch immer
Im flüsternden Boot.

Christian Morgenstern

12Nov/18

Es brennt so sehr

Komm du, du letzter, den ich anerkenne,
heilloser Schmerz im leiblichen Geweb:
wie ich im Geiste brannte, sieh, ich brenne
in dir; das Holz hat lange widerstrebt,
der Flamme, die du loderst, zuzustimmen,
nun aber nähr ich dich und brenn in dir.
Mein hiesig Mildsein wird in deinem Grimmen
ein Grimm der Hölle nicht von hier.
Ganz rein, ganz planlos frei von Zukunft stieg
ich auf des Leidens wirren Scheiterhaufen,
so sicher nirgend Künftiges zu kaufen
um dieses Herz, darin der Vorrat schwieg.
Bin ich es noch, der da unerkenntlich brennt?
Erinnerungen reiß ich nicht herein.
O Leben, Leben: Draußensein.
Und ich in Lohe. Niemand, der mich kennt…

Rainer Maria Rilke

11Nov/18

Blätterfall

Leise, windverwehte Lieder,
mögt ihr fallen in den Sand!
Blätter seid ihr eines Baumes,
welcher nie in Blüte stand.

Welke, windverwehte Blätter,
Boten, naher Winterruh,
fallet sacht!… ihr deckt die Gräber
mancher toten Hoffnung zu.

Heinrich Leuthold

09Nov/18

Novembermorgen

Jetzt ist es Herbst,
Die Welt ward weit,
Die Berge öffnen ihre Arme
Und reichen dir Unendlichkeit.

Kein Wunsch, kein Wuchs ist mehr im Laub,
Die Bäume sehen in den Staub,
Sie lauschen auf den Schritt der Zeit.
Jetzt ist es Herbst, das Herz ward weit.

Das Herz, das viel gewandert ist,
Das sich verjüngt mit Lust und List,
Das Herz muß gleich den Bäumen lauschen
Und Blicke mit dem Staube tauschen.
Es hat geküßt, ahnt seine Frist,
Das Laub fällt hin, das Herz vergißt.

Max Dauthendey