coming home …
Dienstag, 24. August 2010

yes, you did it ….

Ihre unveränderte Wiederkehr hatte etwas Beruhigendes, Sterne waren tröstlich, fern zwar und kalt standen sie dort oben, keine Wärme strahlend, aber zuverlässig, fest gereiht, Ordnung verkündend, Dauer versprechend. Dem Leben auf Erden, dem Leben der Menschen anscheinend so fremd und fern und entgegengesetzt, so unrührbar von seiner Wärme, seinen Zuckungen, Leiden und Extasen, ihm mit ihrer vornehm kalten Majestät und Ewigkeit so bis zum Spott überlegen, waren die Sterne dennoch in Beziehung zu uns, leiteten und regierten uns vielleicht, und wenn irgendein menschliches Wissen, ein geistiger Besitz, eine Sicherheit und Überlegenheit des Geistes über das Vergängliche erreicht und festgehalten wurde, so glichen sie den Sternen, strahlten wie sie in kühler Ruhe, trösteten mit kühlem Schauer, blickten ewig und etwas spöttisch.
Hermann Hesse

Ihr, die ihr geht an mir vorbei
So furchtsam und bescheiden,
Ihr wisset nicht, was Leiden
Und wisset nicht, was Liebe sei.Und auch den Garten kennt ihr nicht,
Den schwülen Träumergarten,
Wo Rosen sterbend warten,
Und jedes Scharlachblatt ist ein Gedicht.Ihr geht vorbei und scheuet schier
Mich anzuschaun ein wenig,
Und doch bin ich ein König
Und hundertmal so stolz und reich als ihr!
Hermann Hesse
Happy Birthday!

Es blitzt ein Tropfen Morgentau
Im Strahl des Sonnenlichts;
Ein Tag kann eine Perle sein
Und ein Jahrhundert nichts…
Gottfried Keller

Du bist mir von Nutzen, wenn du mich verurteilst.
Freilich habe ich mich getäuscht, als ich das Land beschrieb,
das ich nur undeutlich gesehen hatte.
Ich habe die Lage diese Flusses falsch angegen und jenes Dorf vergessen.
Da kommst du nun lärmend und triumphierend daher, um mir meine Irrtümer zu widerlegen.
Und ich billige deine Mühe. Habe ich denn Zeit, alles zu messen, alles abzuzählen?
Es kam mir darauf an, daß du die Welt von dem Berge aus, den ich gewählt habe,
beurteilen solltest.
Du vertiefst dich leidenschaftlich in diese Arbeit, du gehst weiter als ich in meiner Richtung.
Du stehst mir dort bei, wo ich schwach war. So bin ich’s zufrieden.
Antoine de Saint-Exupéry (Die Stadt in der Wüste)

Wer nicht am Denken leidet, den freut das Aufstehen am Morgen und das Essen und Trinken,
der findet Genüge darin und will es nicht anders.
Wem aber diese Selbstverständlichkeit verlorenging,
der sucht im Laufe der Tage begierig und wachsam nach den Augenblicken wahren Lebens,
deren Aufblitzen beglückt und das Gefühl der Zeit samt allen Gedanken an Sinn und Ziel des Ganzen auslöscht.
Hermann Hesse

Das Ziel des Lebens ist Selbstentfaltung.
Seine eigene Natur vollkommen zu verwirklichen – dafür ist jeder von uns da.
Oscar Wilde

Kurve der Liebe, laß sie uns zeichnen. Ihr Steigen
soll uns unendlich rühmlich sein.
Aber auch später, wenn sie sich neigt -: wie eigen.
Wie deine feine Braue so rein.
Rainer Maria Rilke

Einmal, wenn ich dich verlier,
wirst du schlafen können, ohne
daß ich wie eine Lindenkrone
mich verflüstre über dir?
Ohne daß ich hier wache und
Worte, beihnah wie Augenlider,
auf deine Brüste, auf deine Glieder
niederlege, auf deinen Mund
Ohne daß ich dich verschließ
und dich allein mit Deinem lasse,
wie einen Garten mit einer Masse
von Melissen und Stern-Anis.
Rainer Maria Rilke